Warum hasse ich…Sherlock Holmes ?!

Februar 1, 2010

Guy Ritchie ist offensichtlich ausgezogen, um die Figur des Sherlock Holmes neu zu erfinden. Bereits die ersten 10 Minuten des Films bieten mehr Action als etwa 75 Prozent aller vorherigen Verfilmungen von Arthur Conan Doyles Krimigeschichten zusammen (und das will etwas heissen, denn Sherlock Holmes ist, neben Dracula, die wohl am meisten auf Zelluloid gebannte Figur in der Geschichte des Kinos). Nein, die ersten Minuten lassen keinen Zweifel: dieser Holmes will anders sein. Aber ist er das auch wirklich?

Nicht wenige Fans, die die Figur des Sherlock Holmes mit Größen wie Peter Cushing oder Basil Rathbone verbinden, dürften reichlich geschluckt haben als ihnen bewusst wurde , dass tatsächlich Robert Downey Jr. für die Rolle besetzt wurde. Eine klare Entscheidung gegen das klassische Erscheinungsbild der Figur (amüsanter Weise entspricht Holmes’ Widersacher – besetzt mit einem sehr gut aufgelegten Mark Strong – ziemlich genau diesem klassischen Bild…Ritchie hat eben Humor). Auch charakterlich scheint sich der “neue” Holmes von seinen “Vorgängern” zu unterscheiden. Dieser Holmes nimmt Drogen, prügelt sich und ist offensichtlich psychisch gestört. Denkt man aber kurz über diese Darstellung nach, wird einem sofort bewusst – gesetz man hat die eine oder andere Conan Doyle Geschichte gelesen – das diese “Erneuerung” eigentlich gar keine ist. Conan Doyle selbst beschreibt den guten Holmes ja als einen selbstverliebten Egomanen, der an einer Form von manischer Depression leidet und eben jenes Leiden durch Drogenkonsum zu behandeln sucht. Dieser Aspekt der Figur wird in der Regel einfach ausgeblendet, so dass nur die Hülle des genialen Detektivs mit dem messerscharfen Verstand übrig bleibt. Im Prinzip sehen wir also keinen “neuen”, sondern den “echten” Sherlock Holmes. Insofern ist die Besetzung der Rolle mit Downey Jr., der Holmes die Anmutung eines traurigen Clowns verleiht, brillant und absolut richtig.

Leider kann Ritchies Inszenierung mit seinem Anspruch der “Erneuerung” nicht mithalten. Sie ist zwar stellenweise recht gewitzt und versprüht den typischen Guy Ritchie Charme, aber des öfteren ist sie auch einfach nur plump. Ich will das an einem Beispiel demonstrieren: Sherlock Holmes Fähigkeit Abläufe aufgrund seiner genialen Kombinationsgabe zu berechnen. Um den Teenies zu zeigen weshalb es eigentlich ganz “cool” ist, ein schlaues Kerlchen zu sein (zumindest ist das meiner Meinung nach die eigentlich Motivation hinter diesen Szenen), zeigt uns Ritchie mehrmals wie Holmes einen Kampf im Voraus berechnet. Wir spulen quasi vor (sehr stylisch mit Timeramps aufgezogen…erinnert stark an Snatch) und hören dabei Holmes Folgerungen, die soweit gehen, dass sie sogar den Zeitraum voraussagen, den die psychologische Genesung des “Opfers” in Anspruch nehmen wird. Das ist drehbuchtechnisch richtig gut, weil es uns eine Menge über die Figur des Sherlock Holmes verrät – was für ein Kerl muss das sein, der nicht nur so eine Fähigkeit besitzt, sondern diese auch noch mt der Kaltblütigkeit eines Psychopathen einsetzt? Das Problem ist nur, dass der Zuschauer dann auch noch die Ausführung zu sehen bekommt. Der Vorgang findet also zweimal statt und das ist schlicht und einfach unnötig wie Kropf und langweilig. Gut, beim ersten Mal trägt es wenigstens inhaltlich noch etwas bei, weil wir Holmes selbstverliebte Reaktion beim Gelingen seiner Aktion beobachten können, aber beim zweiten Mal ist es einfach nur noch eine sinnlose Spielerei. Und gerade dann, wenn diese Spielerei richtig interessant werden könnte – nämlich dann wenn Holmes es mit einem ihm überlegenen Gegner zu tun bekommt – verzichtet Ritchie auf ihren Einsatz! Sorry, aber genau da wäre es doch interessant zu erfahren, was der Figur durch den Kopf geht.

Die CSI typischen wir-ermitteln-und-sehen-Flashbacks-Szenen sind auch nicht gerade originell. Originalität ist grundsätzlich ein überraschend großes Problem des Drehbuchs. Wer heutzutage immer noch seinen Detektiv den Ort des nächsten Mords durch das Aufzeichnen eines Pentagramms auf einer Stadtkarte ermitteln lässt, gehört selbst rituell geopfert. Auch Logikfehler weißt das Drehbuch zuhauf auf (Offensichtlichste Logikfehler! Und das bei Sherlock Holmes…das ist ja an Ironie nicht mehr zu überbieten). Da springen Menschen ins Wasser und sind in der nächsten Einstellung wie durch ein Wunder von der Nässe befreit und eine Verfolgungsjagd, bei der es immer tiefer hinab geht, endet auf einem der höchsten Punkte der Stadt (wenigsten wird das selbstironisch mit einem “Du bist wohl irgendwo falsch abgebogen!” kommentiert), um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Egal, im Prinzip lohnt sich der Kinobesuch nämlich schon allein wegen des großartigen Soundtracks und der überragend animierten Credits (!). Und der Film selbst ist ja trotz seiner Schwächen wirklich sehr unterhaltsam geraten. Witz, Action und spielfreudige Schauspieler…der Daumen geht klar nach oben.


7/10

Warum hasse ich…Das Kabinett des Dr. Parnassus!?

Januar 17, 2010

Eine Kritik über “Das Kabinett des Dr. Parnassus” zu schreiben gestaltet sich ungewöhnlich kompliziert…zumindest in meinem speziellen Fall. Zuerst wollte ich nur ein paar Zeilen schreiben, dann wurde daraus ein Plädoyer für “schlecht” geschriebene/geschnittene Filme, das ich komplett löschte weil es prätentiöser Mist war (also in einem noch größeren Umfang, als das in der Regel ohnehin bei mir der Fall ist) und nun versuche ich mich erneut an einer kürzeren Kritik. Woran liegt das? Nun, Parnassus ist ein etwas ungewöhnlicher Film – inhaltlich wie formal.

Die Story des unsterblichen Dr. Parnassus, der mit seiner heruntergekommen Gauklertruppe durch die Welt tingelt, ist – typisch für einen Film von Terry Gilliam – skurill und verquer. Zentrales Handlungselement ist dabei der Spiegel des Dr. Parnassus. Wer durch diesen hindurch tritt findet sich in der Gedankenwelt des Doktors wieder, die den Besucher mit dessen eigenen Phantasien in surrealen Traumwelten konfrontiert. Um diesen Spiegel herum entwickeln sich mehrere mteinander verwobene Handlungsstränge: ein Wettstreit mit dem Teufel, eine Dreiecksbeziehung innerhalb der Gauklertruppe und die Frage nach der Identität des dubiosen Fremden, der die Gauklertruppe zu neuem Erfolg führt.

Die Resonanz im Kinosaal fiel recht negativ aus. Eine jüngere Zuschauerin, die wohl wegen des massiven Aufgebots männlicher Stars (die Hauptrolle wird episodenweise von Heath Ledger, Johnny Depp, Jude Law und Colin Farell gespielt!) ins Kino gefunden hatte, meinte gar lautstark: “Da is’ denen wohl mal wieder garnix eingefallen.” Dabei dürfte das Problem eher gewesen sein, das “die” zu viele Einfälle hatten. So viele Einfälle, dass der durchschnittlichen Kinogänger, der sein Glück im zur Dauerberieselung geeigneten Mainstreamkino findet (und das meine ich jetzt keineswegs abwertend) einfach “zu” macht. Quasi nebenher macht der Film Aussagen über Liebe, Religion, Medien, Institutionalisierung, Kommerzialisierung, Träume, Glück und so weiter (oder wie es Douglas Adams einmal treffend ausdrückte: “Das Leben, das Universum und der ganze Rest”). Diese Masse an Ideen und Aussagen, die der Film zum Ausdruck bringt, zeigen sich in der Konsequenz aber eben als konfuses und holprig erzähltes Filmkonstrukt – das Teile des Films aufgrund dessen, das Ledger während der Dreharbeiten verstarb, umgeschrieben werden mussten, hatte sicherlich seinen Anteil an dieser Misere.

Das Problem besteht aber nicht nur aus einem überfrachteten Drehbuch und dem chaotischen Schnitt, sondern es ist auch der Umstand, das bei Gilliam Genie und Unsinn (nein, nicht wahnsinn ;-) ) dicht beieinander liegen. In einem Moment überrascht uns der Film z.B. mit subtilen, intelligenten Überlegungen zur menschlichen Existenz und im nächsten Moment kriegt man eine Holzhammermetaphorik um die Ohren gehauen, dass man sich für den Regisseur fremdschämt. So ist Gilliam halt. Trotz allem ist der Film meiner Meinung nach absolut sehenswert. Parnassus gleicht einem wundervollen Gemälde, das bekritzelt, zerknüllt, zerissen und mit Tesafilm wieder zusammengesetzt wurde. Es mag auf den ersten Blick hässlich und keines weiteren Blickes würdig zu sein, aber wer sich die Mühe macht sich etwas länger damit zu beschäftigen kann immer die Schönheit des ursprünglichen Bilds erkenne. Der Film ist letzten Endes ein großartiges Werk über die Auseinandersetzung mit dem inneren Schweinehund, das sich leider selbst ein Bein stellt.


8/10

TiK Artwork

Januar 3, 2010

Der erste Post im neuen Jahr! Ich hoffe ihr seit alle gut über die Feiertage gekommen… :-)

Okay, zur Sache: nach all dem Gerede über die geplante Webserie dachte ich mir ich nutze die wenigen Photoshopkenntnisse, die ich mir in den letzten Monaten angeeignet habe, um zur Abwechslung etwas Sinnvolles zu kreieren – ein paar Artworks für TiK! (ich handle also tatsächlich nach meinen “guten Vorsätzen” ;-) ) Es werden also in nächster Zeit ein paar Bilder entstehen, die den Look und das Feeling einiger Schlüsselszenen und der Serie insgesamt vorwegnehmen sollen. Außerdem hilft mir diese Vorgehensweise, um mich besser in die Story und die Figuren “einzuarbeiten”.

Das erste Bild ist heute fertig geworden. Es zeigt die Eröffnungseinstellung der ersten Episode (zumindest ist sie das beim jetzigen Stand der Dinge). Zum Inhalt will ich nichts weiter sagen, da das Bild eigentlich für sich spricht und ich keine Details der Handlung spoilern will. Nur eines sei klargestellt: die Serie wird nicht durchgehend diesen schmutzigen, dunklen Look haben und auch keinswegs so bösartig werden, wie es das Bild vermuten lässt ;-) . Requisiten, Darsteller etc. sind natürlich auch nicht “final” ;D

TiK1 Für die volle Größe anklicken!

Weitere Bilder folgen im Lauf der nächsten Wochen…

‘nen guten Rutsch!

Dezember 31, 2009

Meine Vorsätze für’s nächste Jahr sind schon ausformuliert:

1. Diesen Blog am Leben halten ;-)
2. Die Qualität meiner Beiträge steigern (so tief wie das Niveau zwischenzeitlich abgesunken ist, sollte das möglich sein :-D )
3. TiK auf die Reihe kriegen, damit ich endgültig von der Rolle des Kritikers in die Rolle des (hoffentlich reichlich) Kritisierten wechsle! :-)

Und da sich zum Ende des Jahres eine Art Jahresrückblick immer anbietet:

2009
Der beste Film: Inglourious Basterds
Der schlechteste Film: The Spirit (eigentlich von 2008, aber da er bei uns erst 2009 gestartet ist…aber Crank II war ihm dicht auf den Fersen)
Die größte Überraschung: Star Trek (wer hätte gedacht, dass dieser Film das Franchise tatsächlich wiederbeleben würde?)
Die größte Enttäuschung: Terminator – Salvation (Ganze dreißig Sekunden wirklich gut ;-) )

Der verlässlichste Regisseur: Michael Bay (wo Bay draufsteht ist Mist drin…immer! Wenigstens etwas auf das man sich in dieser schnelllebigen Zeit verlassen kann…sorry, aber ich kann das Jahr nicht ohne einen Seitenhieb gegen Bay beenden. Ich bin ein verbitterter Mensch ;-) )

Okay, diese Aufzählung ist jetzt sehr spontan erfolgt und ich habe auch nur große Produktionen berücksichtigt. Ist also sehr wahrscheinlich das ich, wenn ich länger darüber nachdenken würde, eine andere Liste erstellen würde, aber was solls…jetzt ist es in Stein gemeiselt.

Ich wünsche euch heute Abend ‘nen guten Rutsch.

Martin

Wo der Hass hinfällt 30.12.2009

Dezember 30, 2009

Avatar
Der teuerste Film aller Zeiten und ich widme ihm nur eine Kurzkritik – ich denke, das sagt schon einiges darüber aus, was ich von dem Film halte. Tatsächlich koche ich gerade noch nebenher, während ich diese Zeilen schreibe. Ihr seht die Auseinadersetzung mit diesem Film ist mir ungemein wichtig.

Okay, das hat jetzt bei euch vermutlich doch ein falsches Bild von meinem Kinoerlebnis erzeugt, denn Avatar ist keineswegs ein mieser Film. Technisch ist er brillant umgesetzt und über weite Strecken auch durchaus unterhaltsam inszeniert, aber ich finde einfach, dass das insgesamt ein bißchen wenig ist, für einen Film mit einem solchen Budget. Abseits der Effektorgie bleibt nämlich nicht viel Beeindruckendes übrig. Da wäre die naive, kitschige und wenig originelle Öko-Thriller Story, die in erster Linie die Entdeckung Südamerikas und die damit einhergehende Ausrottung der Ureinwohner verarbeitet. Weshalb der Film zweieinhalb Stunden Laufzeit benötigt, um diese platte Verneinung des westlichen Lebensstils (Gott sei dank bin ich als Deutscher in Sachen Selbsthass vorzüglich ausgebildet worden) zu zelebrieren, bleibt ein Rätsel…das Ganze hätte nämlich, so wie es hier dargestellt wird, auch in 60 Minuten abgehandelt werden können. Und ausgerechnet der Part des Handlung, der durchaus interessante Ansätze hat – die Auswirkungen des “Rollenspiels” auf den Spieler – kommt viel zu kurz. Auch “schauspielerisch” ist der Film nicht überzeugend. Die computergenerierten “Indianer” zeichnen sich nicht gerade durch subtiles Minenspiel aus, aber gut, da stehen ihnen einige ihrer menschlichen Kollegen in nichts nach.

Egal, machen wir es kurz. Avatar lohnt sich nur in der 3D Version und dann auch nur für diejenigen, die noch nie einen 3D Film im Kino erlebt haben. Allen anderen empfehle ich auf die DVD/Blu-Ray zu warten. Generell gilt: muss man nicht gesehen haben.


6/10

Gamer
Wir befinden uns mal wieder in der nahen Zukunft und natürlich wird die Menschheit auch wieder durch eine böse Macht (in diesem Fall ein Medienkonzern) korrumpiert und bedroht. “Gamer” ist die x-te Auflage der bekannten orwellschen “Big Brother”-Story und bedient sich dabei bei so ziemlich allem was Sci-Fi Kino zu bieten hat (ein bißchen “Running Man“, ein Schuss “Blade Runner“, und so weiter). In dieser Version geht es dann – ganz im Trend unserer Zeit – um eine Gesellschaft in der Computerspiele mit echten Menschen, in die sich der Spieler “einlinkt”, umgesetzt werden.

Allerdings muss ich zugeben, dass der Film seine Sache, trotz des konfusen Drehbuchs (oder vielleicht sogar deswegen !?), gar nicht mal so schlecht macht. Im Prinzip sind es nämliche gerade die Dinge, die der Film objektiv betrachtet schlecht macht, die ihm ein gewissen Charme verleihen. So ist die Action fürchterlich langweilig inszeniert, löst beim Zuschauer also genau das gleiche Gefühl aus, das er auch hätte, wenn er jemandem tatsächlich beim Spielen eines Videospiels zuschauen würde. Auch das Kostümbild und das Set-Design sind nicht das Gelbe vom Ei, aber genau das erweckt überhaupt erst ein klein wenig den Eindruck einer tatsächlich möglichen Version der Zukunft. Die Realität zeichnet sich eben vor allem durch die Geschmacklosigkeit ihrer Bewohner aus ;-) . Wirklich schade, das der Film seinen sozialkritischen Ansatz völlig gegen den Baum fährt und den Zuschauer dann auch noch mit einem ziemlich sinnfreien Ende quält, das genau auf die Gesellschaft zugeschnitten ist, die der Film eigentlich kritisieren wollte. Hätten die Filmemacher sich da ein wenig zusammengerissen hätte “Gamer” das Potenzial zur Kult-Trashperle gehabt.

Hat aus seinen “Schwächen” leider nicht genug gemacht ;-)


5/10

Was macht eigentlich TiK?

Dezember 16, 2009

Ich habe seit einiger Zeit nichts mehr zu meinen eigenen Projekten (insbesondere das als “nächstes” geplante TiK) geschrieben. Das hat einen einfachen Grund: bei all der Arbeit an den Videos für’s Stylebook, dem Cafecube und dem Prüfungsstress an der Uni hab’ ich meine eigenen Ideen praktisch vergessen. Im Prinzip wäre das jetzt auch so weiter gegangen (im Januar/Februar soll ich ein paar Expertenpodcasts drehen und im Februar/März kommt kommt das nächste Stylebook), hätte mich das näherrückende Weihnachten nicht daran erinnert, das ich mit meinem ursprünglichen Zeitplan ein ganzes Stück im Verzug bin. Aber wie das halt so ist, wenn man etwas “altes” ausgräbt – man stört sich plötzlich an der einen oder anderen Ecke oder Kante, die das Projekt hat.

Jetzt sitze ich also wieder an der Story für die ersten Episoden von TiK (zur Erinnerung: es soll eine Webserie werden) und fertige die, glaube ich, vierte oder fünfte Version der Geschichte aus. Die alte Version hatte einfach nicht genug Biss und war zu klischeehaft. So wie es aussieht wird der Überarbeitung auch die grundlegende Struktur der Serie zum Opfer fallen. Die Story, die mir vorschwebt, in eine halbe Stunde Video zu quetschen (länger darf die Serie insgesamt mangels Budget nicht werden) würde die Serie vermutlich ungeniesbar machen. Manche Szenen brauchen einfach etwas Zeit um sich “zu entfalten”. Beim ursprünglichen Konzept müsste ich beim Schneiden des Materials mit der Stoppuhr in der Hand von einer Szene zu nächsten hetzen oder Auslassungen von einem Ausmaß in die Geschichte einbauen, das sie nicht mehr nachvollziehbar ist. Also werde ich die Story jetzt vermutlich halbieren – also nur die erste Hälfte der Geschichte auf Video bannen. Sollte diese “erste Staffel” von TiK genug Interesse im Netz wecken, kommt dann eben irgendwann eine zweite hinterher…bleibt das Interesse aus, handelt es sich halt um ein weiteres Stück “verkanntes” Genie, das sich im Netz tummelt ;-) .

Ich gehe davon aus, dass ich mit der Überarbeitung Anfang Januar fertig bin. Der Dreh würde dann aller Voraussicht April/Mai stattfinden…

Offtopic: Polaroidism.com

Dezember 15, 2009

Ein Kumpel von mir – seines Zeichens ein Polaroidfreak – hat heute sein Polaroidism Projekt gestartet und da dachte ich mir, ich mache an dieser Stelle darauf aufmerksam (bevor sich jetzt jemand beschwert – morgen oder übermorgen gibt es wieder Filmkritiken ;-) ) Das Konzept werden einige sicherlich schon kennen: es handelt sich um eine Million-Dollar-Homepage, allerdings sollen mehr als die Hälfte der Einnahmen an das Impossible Project, das die Wiederaufnahme der Produktion von Polaroidfilmen anstrebt (die letzten Polaroidfilme haben vor kurzem ihr Verfallsdatum überschritten) und an Greenpeace gespendet werden.

Wenn ihr also ebenfalls Polaroid verrückt seit und nicht wisst was ihr mit eurem Geld machen sollt… ;-)

Wolfgang gibt sich die Ehre

Dezember 1, 2009

In letzter Zeit gab es ja immer wieder Beschwerden, dass ich zu wenig Kritiken veröffentliche. Tja, sorry, aber was soll ich machen? Vielleicht meinen “Kritikern” die Chance geben es besser zu machen!? Also, hier kommt Wolfgang: ein alter Kumpel von der Uni und treuer Blogleser, der mich gerne daran erinnert, dass ich mal wieder eine Kritik schreiben könnte ;-) Die folgenden beiden Kritiken stammen also NICHT aus meiner Feder, sondern sind allein das Produkt von Wolfgangs Gehirnwindungen. Er ist übrigens solo, mag Philosophie, Filme und Ruinen (das leite ich zumindest davon ab, dass er in Duisburg lebt ;D )…also Mädels, falls euch seine Kritiken umhauen leite ich euch gerne seine Emailadresse weiter ;-D.

Das soll übrigens nur ein Gastspiel bleiben…

500 Days of Summer

Alle Jahre wieder, Herbstzeit ist Chickflick-Zeit. Dieses Mal gibt es „500 Days of Summer“. Ein Film der gleich am Anfang damit prahlt, dass er keine Liebesgeschichte ist. Aber er will noch mehr. Mit einem Anspruch auf Realismus kommt er daher, indem er gleich damit einsteigt uns eine psychische Analyse der beiden Hauptdarsteller vorzusetzen. ER (Tom) ist dem Glauben an die große Liebe verfallen, hervorgerufen durch britische Popmusik und einem falschen Verständnis des Filmes „The Graduate“. SIE (Summer) ist desillusioniert und glaubt nicht an die große Liebe bzw. dass man ohne die große Liebe glücklich sein kann. Durch die Scheidung ihrer Eltern ist sie seit der Kindheit traumatisiert und hat ein gestörtes Empfindungsleben beim Haareschneiden.

Er trifft sie am Arbeitsplatz und es ist für ihn die Liebe auf den ersten Blick. Fade out und die Stimme aus dem Off verspricht uns, dass keine Liebesgeschichte gezeigt wird. Nach diesen viel versprechenden 2:10 Minuten, geht der Film los und das Unheil nimmt seinen Lauf. Die Erwartungen sind hoch, denn etwas überrascht und neugierig war ich schon, denn ich habe damit gerechnet einen Film vorgesetzt zu bekommen vom Kaliber würdig eines Aston Kutcher und einer Cameron Diaz. Um es kurz zu machen: Der Film ist am Ende genau das was er ausgibt nicht zu sein, aber etwas anders. Zwei bemerkenswerte Sachen des Filmes:
1.Die Rollen von Mann und Frau sind in diesem Film verkehrt. ER glaubt an die große Liebe des Lebens und sie gibt sich realitätsgebunden und desillusioniert. Das hält der Film nicht durch, denn sowas wollte man dem 08/15 Zuschauer, dem Konsumenten solcher Filme wohl doch nicht vorsetzen. Im Filmverlauf wird dem Zuschauer vorgegaukelt, dass eine Charakterentwicklung der beiden Stattfinde was nicht der Fall ist. SIE gibt sich den ganzen Film über als Mann, der keine feste Bindung und emotionale Verpflichtung will. ER gibt die anhänglich Frau, von Liebe beflügelt und schließlich tief stürzend. Gegen Ende könnte der Eindruck entstehen, die Rollen tauschen sich wieder in den normal Zustand: Er desillusioniert, sie Liebesprophetin. Aber nein! Sie heiratet jemanden anderen und es stellt sich raus sie hat eigentlich die ganze Zeit nur desillusioniert getan, ließ sich von der Liebe leiten und fand einfach Mister Right. Er scheint nur seine Liebesvorstellung aufgegeben zu haben, denn am Ende glaubt er stark genug an die Liebe und findet doch noch seine Aphrodite.
2.Ein cooles Element die „Split-Screen-Szene“. Er besucht Ihre Feier, will noch mal anbandeln. Das Bild teilt sich beim Eintritt in das Treppenhaus, in links „Erwartung“ und rechts „Realität“. Beide Teilbilder zeigen den Ablauf des Besuches der Party, nur eben einmal seiner Vorstellung nach und einmal wie es tatsächlich abläuft. Hab ich so noch nicht gesehen in einem Chick-Flick und die Darstellung war schon recht realitätsgetreu.

Absolut grauenhaft und mies, sind die Interview-Szenen in denen der Film unterbrochen wird durch (fiktive?) Interviews mit Charakteren des Filmes, die Ihre Einstellung und Haltung zum Thema Liebe wiedergeben. Warum so plump um Identifizierung mit einem Charakter gebuhlt wird, hat sich mir nicht erschlossen. Dass diese Interviews den „Fluß“ des Filmes stören kann man nicht sagen, denn einen kontinuierlichen Film bekommt man nicht geboten, sondern nur eine Abfolge von Vor- und Rückblenden die immer mit einem Tages-Zähler angekündigt werden. Das KANN man sich noch gefallen lassen, aber die Interviews sind einfach zu viel des Guten. Aber einen richtigen Vorwurf kann man dem Film daraus auch nicht machen, denn er springt nur auf den neusten Hollywoodtrend auf. Den Film durch Interviews mit der Kamera bzw. dem Zuschauer aufzubrechen ist In, so macht es auch Woody Allen in „Whatever Works“. (Solange die sich nicht zu Hopkins Slipstream Exzess hinreißen lassen, muss man diese neue Art wohl zähneknirschend über sich ergehen lassen.)
Ach ja, 500 Days of Summer will eine dieser typischen Comdedy-Drama-Romance Filme sein. Falls mir einer die Szene sagen kann, die lustig ist oder den Film als Komödie durchgehen lässt, der kann sich bitte bei mir melden.

Der Film ist weder Komödie, noch Drama, noch Romanze. Eigentlich ist der Film Nichts, denn Marc Webb war so nett einen Stoff zu verfilmen, der nüchtern betrachtet total belanglos ist, nämlich die verflossene Liebe. (Mal ehrlich, früher haben sie wenigstens die große Liebe verfilmt. Klar, davon sind wir satt, aber mir jetzt die Liebe „zwischen“ der großen Liebe zu verfilmen ist irgendwie armselig. Das ist so als ob ich Indiana Jones beim Unterrichten und Müllrausbringen filme und am Ende andeute dass er sich jetzt bald auf die Suche nach der Bundeslade macht.) Mit viel Wohlwollen kann der Film solide 6 Stern kriegen, obwohl nur 4 verdient hätte wegen der frechen Story, der nichtvorhanden Charakterentwicklung und dem Interviewstyle.) Die Bewertung auf IMDB von 8,1und die Aufnahme in die Top250 ist ein müder Witz… Im Anbetracht der traurigen Wahrheit, dass diese Filmrubrik wirklich nahe dem Boden ist was Niveau und Stil angeht, muss er aber 7 Troststerne bekommen.

The Final Destination – 180 abgestürzt

Der vierte Teil einer Triologie. Immer wenn es mehrere Sequels eines Filmes gibt, sollte der geschulte Zuschauer nicht mehr fragen „Und wie war der Film?“, sondern „Wie schlimm ist es?“ – Es ist sehr schlimm.
Noch bevor richtig in den Film eingestiegen wird, macht sich eine schaurige Vorahnung breit. Warum zeigen sie mir während der Intro Credits (?) ein Best-Of der Unfälle der ersten drei Teile? Schon wieder so eine Art Serienfetisch: „Was bisher geschah“. Eigentlich müsste ich jetzt was zum Inhalt oder Story des Filmes sagen. Die ist aber so dünn, das ich hier mal drauf verzichte. Viel interessanter ist, auf die Merkmale der Serie einzugehen, die auch im vierten Teil stereotypisch sind.

1.Der Tod ist unpersönlich. Die Leben der Opfer sind nicht a la Scream in den Händen eines maskierten Killers, sondern in denen des Schicksals. Das Schicksal tritt als anonyme Kraft auf, als Wind, als unsichtbarer Schraubenschlüssel und bringt Alle um die Ecke die dran sind.
2.Es gibt immer einen „Seher“. Er hat eine Vision des Schlüsselereignisses und setzt die Rangfolge der Sterbenden zusammen. Hat er die Rangfolge der Sterbenden ausgeknobelt, versucht er das Schicksal auszutricksen und in den Unfall – das Werk des Schicksals – einzugreifen. Scheinbar funktioniert dies, doch am Ende kommt der Twist, dass eh Alle sterben müssen und das Schicksal allmächtig ist.
3.Nach all den Teenie-Horror B-Movies weiß jeder, dass der Farbige als erstes – zumindest auf jeden Fall – sterben muss. Im vierten Teil der Saga will der sogar dem Schicksal entkommen, indem er einen misslungenen Selbstmord versucht.

Die drei Punkte summieren die gesamte Story des Filmes. (Klingt komisch, ist aber so.)
Der Film ist das Resultat eines Dranges zum Ausschlachten. Mehr Todesfälle, mehr Action und weniger Story!, so scheint die Forderung gewesen sein und das wird auch abgeliefert. Von Story lässt sich gar nicht sprechen. Der vierte Teil von Final Destination benutzt Story wie ein Pornofilm, nämlich nur um eine kurze Pause zwischen der Action zu entschuldigen. Die Schauspieler sind mies, das Script ist noch mieser und die „Unfälle“ sind ganz nett, aber entweder so ähnlich schon in den vorherigen Teilen gezeigt worden oder nichts Besonderes. Insgesamt scheint Final Destination in die gleiche Rubrik wie die Alien Reihe zu gehören: man tut sich selbst einen Gefallen wenn man die letzten Teile nicht ansieht. Die Idee, der vom Schicksal in Szene gesetzten Unfällen mit Todesfolge für die schäbigen Schauspieler ist ganz nett, aber dass der vierte (und hoffentlich letzte) Teil nur noch freche Geldabzocke ist verdient nicht mehr als 3 Sterne.

Coffee Dog – Nachtrag

November 30, 2009

Wie versprochen werde ich hier noch ein bißchen was zu Entstehung des Clips sagen. Fangen wir mit dem Look an, der ja bereits kritisiert wurde.

Der Look

Da der Clip inhaltlich überzeichnet daher kommt, dachte ich mir, dass es eigentlich ganz passend wäre, wenn sich das auch in seinem Look wiederspiegelt. Nachdem ich ein wenig herumexperimentiert hatte, bin ich dann bei den “Pinselstrichen” hängen geblieben, die mich wegen ihrer Unruhe an alte Animation aus dem Ostblock erinnerten (ich meine jene Trickfilme, bei denen das Filmbild immer in “Bewegung” bleibt…z.B. wie in diesem Test ). Dumm nur, dass der Effekt durch die Kompression auf Youtube nicht mehr richtig zu erkennen ist. Man erkennt ihn jetzt fast nur noch an den kontrastreichen “Kanten” im Bild. Besonders in den hellen Bildbereichen, wie z.B. dem Boden, geht er völlig verloren. Dieser Qualitätsverlust ist mir erst bewusst geworden, nachdem Moritz und Seasonfree in ihrer Kritik von einem “Unschärfeeffekt” sprachen. Schade, aber da kann ich leider nichts dran ändern (HD wird angeboten, aber normale Pal-Auflösung stellt man nicht voll dar!? Willkommen bei Youtube).

Verzögerungen

Der Look ist auch nicht ganz unschuldig daran, dass sich die Arbeit am Clip in die Länge zog. Ursprünglich hatte ich nämlich den Hintergrund wesentlich dunkler gestaltet. Nachdem diese Version aber wenig anklang fand, musste ich die Helligkeit noch mal ein ganzes Stück nach oben korrigieren. Was wiederum zur Folge hatte, dass der Hund nun eine dunkle “Aura” aufwies, weil es mir der dunklere Hintergrund ermöglicht hatte etwas unsauberer beim “Ausschneiden” des Hundes (um ihn vom Hintergrund zu trennen – der Effekt sollte den Hund ja nicht betreffen) zu arbeiten. Also musste ich auch da wieder Anpassungen vornehmen…egal, im Endeffekt war die Entscheidung den Hintergrund aufzuhellen richtig – wirkt einfach viel besser – auch wenn es ‘ne Menge zusätzlichen Stress ausgelöst hat.

Musik

Auch die Musik hat mir dieses Mal ziemliches Kopfzerbrechen bereitet. Ich hab’ feststellen müssen, dass es alles andere als einfach ist die Musik für einen “lustigen” Clip zu designen(ich spreche mal vom designen, weil es ‘ne Beleidigung für alle richtigen Musiker wäre, wenn ich behaupten würde, ich hätte da etwas “komponiert”). Bei “coolen” Sachen wie den Stylebook Videos reicht im Prinzip etwas rhythmisches mit halbwegs schnellem Beat, das auf den Schnitt abgestimmt ist und gut is’…die Musik soll das Geschehen ja nur untermalen. Bei einem lustigen Clip funktioniert diese Vorgensweise aber nur unzureichend. Die Musik muss schon selbst etwas amüsantes haben, um den Zuschauer davon zu “überzeugen”, dass das was er da sieht auch wirklich lustig ist. Die verwendete Musik war dann auch das Ergebnis von zwei Tagen voller unbefriedigender Versuche etwas brauchbares zu generieren (den ersten zehn Versionen hat man besonders deutlich angehört, dass ich zuviel Industrial höre ;-) ). Die Musik entspricht jetzt zwar eigentlich immer noch nicht so ganz dem, was ich mir vorgestellt hatte, aber ich denke sie funktioniert. Insofern bin ich zufrieden – auch weil es diesmal noch gar keine Beschwerden ihretwegen gab ;-) (aber das kann sich ja noch ändern).

Okay, das war ‘ne recht oberflächliche Abhandlung, aber ich will euch auch nicht mit unwichtigen Details langweilen. Falls es irgendwelche Fragen gibt, haltet euch nicht zurück…

Intern: Fehler über Fehler…

November 26, 2009

Großartig, ausgerechnet jetzt wo ich mich nicht darum kümmern kann spinnt der Blog und zeigt die Überschriften nicht mehr an.

Wundert euch nicht, wenn es etwas länger dauern wird, bis ich das behoben habe.

//Nachtrag
Okay, das Plugin, dass für die Überschriften zuständig ist, habe ich jetzt erst mal deaktiviert, weil sich der Fehler einfach nicht beheben lässt. Werde schauen, ob ich einen adäquaten Ersatz finde…ansonsten müsst ihr leider mit den hässlichen Standardüberschriften vorlieb nehmen. 8-(

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