Archiv für März 2009

Ein Clip um die Zeit zu vertreiben

Da ich im Moment nicht allzuviel Zeit zum Schreiben habe, dachte ich mir ich verweise stattdessen auf einen Trickfilm, der mir in letzter Zeit im Netz über den Weg gelaufen ist.

The Animator” von Nick Hiligoss bringt uns die wahre Schöpfungsgeschichte näher. Eine echte Perle unter den Stop-Motion Trickfilmen.

Doku: The Pervert’s Guide To Cinema

Copyright P GUIDE LTD

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Der Philosoph und Psychologe Slavoj Žižek führt uns in die Welt des Kinos ein. Der Film stammt zwar von 2006, aber ich will ihm hier trotzdem ein wenig Platz einräumen, denn es handelt sich um einen echten Geheimtipp für alle perversen Cineasten.

Žižek

Žižek ist das Enfant terrible der Philosophie. Er liebt es zu provozieren (und schlägt daher auch mal gerne vor Bücher zu verbrennen), erklärt die europäische Kultur anhand der Bauweise ihrer Toiletten (und wirkt dabei wie ein koksender Wahnsinniger) und hat eine ausgeprägte Liebe zum Film, den er für die ultimative perverse Kunst hält. Entsprechend unterhaltsam fallen dann auch Žižeks Ausführungen in „The Pervert’s Guide to Cinema“ aus.

Neo trifft Groucho

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Die Doku will nicht erklären wie Film gemacht wird, vielmehr geht es darum aufzuzeigen was Film mit uns macht, wenn wir ihn konsumieren. Žižek analysiert Klassiker der Filmgeschichte – von den Marx Brothers bis Matrix – und zeigt uns dabei nicht nur die verschiedenen Ebenen auf denen Film funktioniert, sondern erzählt uns vor allem etwas über unser eigenes Innenleben. Man sollte allerdings nicht den Fehler machen und den Film oder Žižek zu ernst zu nehmen. Ironische, übersteigerte Behauptungen sind eines der am meisten verwendeten Stilmittel in dieser Dokumentation (so z.B. wenn erklärt wird, warum Blumen eigentlich verboten gehören).

Ich nix verstehen

Wer mit Untertiteln nichts anfangen kann, sollte jedoch gute Englischkenntnisse besitzen, da es von dem Film leider keine Fassung mit deutscher Synchronisation gibt. Hinzu kommt, dass Žižeks slowenischer Akzent manch einem zusätzlich Verständnisprobleme bereiten könnte. Andererseits muss man sagen, dass der Film nur im Original seine volle Stärke entfaltet, gerade weil Žižeks Akzent den Gesamteindruck abrundet.

The Pervert’s Guide to Cinema“ ist unterhaltsam und intelligent zugleich. Wer Filme nicht nur konsumieren will, sondern sich wirklich für das Medium (oder Psychologie) interessiert, sollte unbedingt einen Blick riskieren.

8/10

Trailer

Intern: (Gr)Avatare auf Filmhass anzeigen lassen

Da ich heute eine Email zumThema Avatare (das sind die kleinen Bildchen neben den Kommentaren) erhalten habe, dachte ich mir, ich erkläre mal kurz wie ihr auf Filmhass Avatare anzeigen lassen könnt.

Auf Filmhass werden nur Gravatare unterstützt:

http://en.gravatar.com/

Wer einen Avatar anzeigen lassen will, muss dort einen Account erstellen und das entsprechende Bild hoch laden. Dieses Bild wird dann automatisch auf jeder Seite, die Gravatare unterstützt, angezeigt.

Who watches the Watchmen

Es heißt es sei schwer aus einem schlechten Drehbuch einen guten Film zu machen, aber einfach aus einem guten Drehbuch einen schlechten Film. Die gute Nachricht ist, dass es Regisseur Zack Snyder nicht geschafft hat aus der intelligenten Comicvorlage von Alan Moore einen schlechten Film zu machen. Die schlechte Nachricht ist, dass er nahe dran war.

Alternative Realität

Es ist 1985, die USA haben den Vietnamkrieg gewonnen, Richard Nixon wurde fünf Mal zum Präsidenten gewählt und Edward Blake, der früher einmal der Superheld Comedian war, wird durch das Fenster seiner Wohnung aus dem dreißigsten Stock geworfen. Willkommen in Watchmen, einer Geschichte die sich zentral um die Frage dreht, wie sich die Menschheitsgeschichte entwickelt hätte, wenn es tatsächlich maskierte Rächer geben würde. Überraschender Weise gelingt es Snyder sogar die epischen Ausmaße des Comics auf 162 Minuten Film herunter zu destillieren. Der Preis den er dafür zahlt ist jedoch hoch – vielleicht zu hoch.

Aufgepasst?

Comickenner sind ausreichend bedient, wer aber noch nie etwas von den Watchmen gehört hat und nicht zu den aufmerksamsten Kinogängern zählt, wird sich an der einen oder anderen Stelle Fragen stellen, deren Antworten er einfach verpasst, weil sie nur kurz am Rande zur Sprache kommen. Oder schlimmer noch, er zieht die falschen Schlüsse aus der Handlung, was gerade bei dem sehr kontroversen Ende von Watchmen katastrophal wäre. Es liegt die Vermutung nahe, dass Snyder den Comic zwar gelesen, aber nicht verstanden hat. Diesen Eindruck vermittelt der Film zumindest immer wieder, so zum Beispiel wenn man feststellt, dass die eigentlich Identifikationsfigur innerhalb der Geschichte, Rohrschach, in Snyders Version zu einer Nebenrolle verkommt.

Snyder bleibt Snyder

Überhaupt bestätigt dieser Film, das Snyder zu den derzeit am meisten überschätzten Regisseuren Hollywoods gehört. Seine Filme sind zwar visuell auf der Höhe, so auch Watchmen, strotzen aber von Entscheidungen, die auf ein fast vollends fehlendes Einfühlungsvermögen seitens des Regisseurs schließen lassen. Snyder ist wohl ein Autist. Anders lassen sich gewisse Abläufe im Film nicht erklären. Welcher halbwegs zur Empathie befähigte Mensch würde denn direkt auf eine äußerst tragische Sterbeszene eine Hollywood-Bubblegum-Kussszene folgen lassen? Snyder weiß es einfach nicht besser.

Auch die Wahl der musikalischen Untermalung bereitet Kopfschmerzen. Im brillanten Intro freuen wir uns noch über den wirklich stimmigen Einsatz eines Dylan Songs, doch dann folgt ein Klischee auf das andere. Die Songs sind zwar gut, aber so unglaublich bekannt oder so oft in anderen Filmen gespielt worden, dass sie in Watchmen einfach nicht mehr funktionieren und einige Szenen durch ihren Einsatz schon richtiggehend sabotiert werden.

Es lebe die DVD

Versteht mich nicht falsch. Watchmen ist ein guter Film: Er sieht gut aus, die Schauspieler machen anständige Arbeit und die Story ist immer noch angenehm ansprechend im Vergleich zu den meisten anderen Comicfilmmachwerken der letzten Jahre. Er weißt nur viele Mängel auf. Dass der Film trotz Snyder etwas geworden ist, kann ich mir nur so erklären, dass jeder Beteiligte eine Ausgabe des Comics, mit der Anmerkung, dass das Endprodukt dieser Vorgabe entsprechen soll, erhalten hat.

Trotzdem empfehle ich nur den Comicfans den Kinobesuch. Alle anderen sollten warten bis der dreistündige Director’s Cut oder die noch längere Version, die den Subplot „The Black Freighter“ enthält, auf DVD erscheinen. Die Chancen stehen gut, dass der Film in diesen Versionen für den Otto-Normal-Filmschauer an notwendiger Substanz gewinnt.

P.S.

Eine Warnung noch an die Actionfans: Macht einen Bogen um diesen Film. Es wird zwar – teils sehr blutig – Action geboten, doch ist sie nur selten packend inszeniert, wirkt oft aufgesetzt und insgesamt im Film deplaziert.

7/10

Weitere Kritiken zu dem Film finden sich hier und hier.

Trailer

Wie funktioniert die Welt?

Seien wir ehrlich: Wir haben den Überblick schon lange verloren. Wer kennt denn noch die Mechanismen, die unserer Welt zu Grunde liegen? Mancher mag vielleicht gewisse Teilaspekte erfassen, aber das große Ganze liegt im Dunkeln. Zum Glück gibt es aber immer noch Filmemacher und begabte Animatoren, die unsere Konsumgeilheit nicht vollends für sich ausnutzen und uns stattdessen ein wenig von unserer verloren gegangenen Übersicht zurückgeben wollen.

Die beiden folgenden Filme sind nicht mehr taufrisch, aber immer wieder mal einen Blick wert (ein Dankeschön geht an Andy und Wolfgang, die mich auf die Clips aufmerksam gemacht haben). Fangen wir mit meinem Favoriten an:

Wie Funktioniert Geld10 Punkte Plan zur effizienten Ausbeutung eines Planeten mit halbintelligenten Lebensformen

Teil 1, Teil 2, Teil 3

und dann

Unsere kleine Welt - Der Klimafilm

Die Filme sind natürlich gnadenlos überspitzt und manipulativ, aber sie treffen den Kern des jeweiligen Problemfelds. Auf’s Einbetten der Filme habe ich dieses Mal verzichtet, damit der Blog nicht zu Clip lastig wird. Außerdem scheint einer der Autoren nicht zu wollen, dass man seine Clips einbettet und diesen Wunsch will ich respektieren.

Doku: Heavy Metal in Baghdad

Photo Courtesy of VBS.TV/VICE Films

Photo Courtesy of VBS.TV/VICE Films

Irak, wie ist es da so? Eine Frage die sich in Deutschland eigentlich niemanden mehr stellt, sind wir doch der immergleichen Nachrichtenbilder aus dem Kriegsgebiet schon längst überdrüssig. Umso erstaunlicher ist es wie schnell die Dokumentation „Heavy Metal in Baghdad“ dieses verloren gegangene Interesse wieder weckt.

Surreale Realität

Im Zeitraum zwischen 2003 und 2006 besuchten die Dokumentarfilmer hinter HMiB mehrmals die Bandmitglieder von Acrassicauda, der ersten irakischen Heavy Metal Band. Dabei ist nicht nur ein Portrait der kleinen irakischen Metalszene entstanden, sondern auch ein eindringlicher Einblick in die Lebenssituation der Iraker. Es mutet surreal an, wenn man feststellt wie sehr die Jungs aus der Band den Metalheads aus dem Westen ähneln und wie stark sich gleichzeitig die Realität in der sie leben von der unseren unterscheidet (da kommt es schon mal vor, dass jemand ein paar Bahnen im Hotelswimmingpool schwimmt, während in der Nähe mehrere Feuergefechte stattfinden). Die „schmutzigen“ Bilder der Handkamera unterstreichen diesen Eindruck und vermitteln zugleich die Paranoia, die die Filmer während der Dreharbeiten erfasste.

Manipulation ?

Photo Courtesy of VBS.TV/VICE Films

Photo Courtesy of VBS.TV/VICE Films

Zugegeben manchmal will Regisseur Moretti zuviel, dann fragt man sich, ob man dem Gezeigten wirklich trauen kann. Diese Zweifel an der Authentizität verfliegen jedoch spätestens, wenn eines der Bandmitglieder auf die Frage, ob das eben gehörte Explosionsgeräusch eine Autobombe gewesen sei, gelassen antwortet, dass es sich um Mörserbeschuss handelt. Der irakische Alltag fördert das perfekte Gehör eben auf seine ganz eigene Art.

Wer etwas für Dokus oder Metal übrig hat, sollte sich den Film anschauen.

7/10

Uwe Boll wird unrecht getan

Uwe Boll ist ein Phänomen. Er ist der wohl am meisten gehasste Filmemacher seit bestehen des Mediums. Seine Filme erhalten unterirdische Bewertungen auf imdb.com bevor sie überhaupt veröffentlicht werden und die Internetforen laufen vor Hasstiraden geradezu über. Hasstiraden, die zu den berüchtigten Boxkämpfen zwischen Boll und seinen Kritikern geführt haben. Erreicht hat er diesen einmaligen Zustand indes nicht indem er einen kritischen Film über das Christentum oder den Koran gedreht hat, wie man es in so einem Fall vermuten würde, sondern durch schwache Computer-/Videospielverfilmungen.

Die Fans

Unmengen von pubertierenden Stubenhockern und nostalgischen Nerds lassen ihren Emotionen freien lauf, wenn es um ihre liebsten Spiele geht. Da wird jegliche Rationalität ausgeschaltet und gegenüber einem Film eine Erwartungshaltung aufgebaut, die gar nicht erfüllt werden kann, was schon allein daran liegt, dass die Erfahrung beim Spielen nicht die geringste Ähnlichkeit mit der Filmerfahrung hat und nicht übertragbar ist. Diese Diskrepanz zwischen den beiden Erfahrungswelten hat zum Teil kuriose Auswirkungen. So kann es z.B. durchaus vorkommen, dass ein weinerlicher Fan des Spiels Far Cry sich darüber beschwert, dass Bolls Version der Story des Spiels nicht gerecht wurde. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass das Spiel Far Cry praktisch keine Handlung hat.

Warum Boll doch ein Genie ist

Aber lassen wir das Thema Fans, denn Bolls Filme sind tatsächlich unterdurchschnittlich, ganz unabhängig von der Wahrnehmung der Spielfans. Weshalb vertrete ich dann aber hier die Meinung, dass Boll unrecht getan wird? Nun weil man ihn in der Regel nur als Uwe Boll, den Regisseur, aber nie als Uwe Boll, den Produzenten, betrachtet. Boll mag als Regisseur nichts taugen, als Filmproduzent ist er hingegen ein Genie. Er hat mit nichts angefangen und es schließlich geschafft aus eigener Kraft Millionenprojekte zu stemmen. Was die meisten schlichtweg nicht wissen oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen ist, dass Boll ein Independent Filmer ist. Er hat kein Studio im Rücken, und wie viele Independentfilmer haben ohne die Unterstützung eines Studios vergleichbare Summen aufgebracht, um ihre Filme zu realisieren? Vermutlich keine. Mir fallen jetzt zumindest keine ein. Man kann von Bolls Filmen also halten was man will, aber einen gewissen Respekt für seine Arbeit sollte man trotzdem aufbringen.

Und hier noch das letzte Lebenszeichen von Boll, dass mich zum Schreiben dieses Artikels inspirierte:

Eigene Projekte

Wie einige von euch schon wissen, will ich diesen Blog nicht nur dazu nutzen, um über die Arbeit anderer zu meckern, sondern auch um meine eigenen Projekte vorzustellen. Das wären aktuell zwei: Stylebook und TiK.

Die Stylebook Clips

Es ist natürlich nicht richtig, wenn ich Stylebook als mein eigenes Projekt vorstelle, denn tatsächlich handelt es sich um eine Auftragsarbeit für das kleine Fashion&Style Magazin meines Bruders. Allerdings hab’ ich, da meine Videos nur Komplementärwerk sind, kreativ freie Hand. Ich kann mich also austoben, zumindest soweit es die Umstände und das Eqipment zulassen. Meine zukünftigen Stylebook Posts werden also versuchen die Arbeit bei den Fotoshootings zu bleuchten.

TiK

TiK ist mein eigenes Baby. Ich kann jedoch im Moment noch nicht allzu viel dazu sagen, da sich alles noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase befindet. Soviel sei aber bereits verraten: es handelt sich um eine No-Budget Web Serie, die innerhalb der nächsten 8 -15 Monate das Licht der Welt erblicken soll (also nachdem ich meinen Abschluss endlich in der Tasche habe). Die TiK Posts werden sich mit der Konzeptentwicklung und, wenn es dann mal soweit ist, mit der eigentlichen Produktion beschäftigen.

Joaquin Phoenix: Absturz oder Genie?

Tratsch wollte ich auf diesem Blog eigentlich nicht verbreiten, aber was derzeit mit Phoenix abgeht ist wirklich interessant. Erst fällt er bei einem Auftritt als Rapper von der Bühne:

Dann folgt ein sehr “spezieller” Auftritt bei David Letterman, der übrigens Ben Stiller zu seiner Oscarnummer inspirierte:

Der Gute ist also mal wieder der Buhmann der Boulevardpresse, die natürlich von Absturz und ähnlichem schreibt. Doch möglicherweise könnte sich das alles in Wahrheit als geniale Performance erweisen, dieses Gerücht verbreitet zumindest das Rolling Stone Online. Ein geheimes Filmprojekt, indem Phoenix eine Art Borat spielt, soll der wahre Grund für sein Auftreten sein. Das hört sich so dermaßen irre an, dass es stimmen könnte.

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