Ferner liefen 1
Da ich heute gesundheitlich angeschlagen bin (Symptome deuten laut Google Recherche auf Herzinfarkt…lol), dachte ich mir, ich nutze die Zeit, um mehrere Filme, die ich in den letzten Wochen gesehen habe, die aber eine längere Kritik nicht wert wären, kurz abzuhandeln.
Underworld III
Werwolf Romeo trifft auf Vampir Julia in mittelalterlicher Underworld. Eine nennenswerte Story gibt es nicht, die Hauptdarstellerin spielt unterirdisch – vermutlich um dem Filmtitel ihre Referenz zu erweisen – und spätestens ab der zweiten Hälfte des Films sollte man das fehlen jeglicher Logik einfach akzeptieren. Trotzdem fand ich den Film überraschend unterhaltsam. Vielleicht liegt es daran, dass ich nach dem desaströsen zweiten Teil meine Erwartungshaltung ganz nach unten geschraubt hatte, aber im Prinzip liefert der Film das was er liefern soll: schnörkellose Fantasy Action mit einem guten Schuss Atmosphäre. Fantasy ist halt einfach kein Genre, das einen Citizen Kane nach dem anderen liefert (das war „Der Herr der Ringe“ übrigens auch nicht).
6/10
Slumdog Millionär
Okay, ihr werdet euch jetzt fragen, weshalb ich ausgerechnet diesem Film keine längere Kritik gönne. Nun, ich denke in den letzten Wochen wurde so viel über Danny Boyles Oscarabräumer geschrieben – positiv wie negativ – das es mittlerweile einfach uninteressant wäre, mehr als einen kurzen Abriss der eigenen Meinung zu liefern. Machen wir es kurz und schmerzlos: der Film ist gut. Es handelt sich um klassisches Hollywoodkino vom feinsten (lustige Sache, wenn man bedenkt, dass es eigentlich sich um einen Independentfilm handelt). Es kommt also eigentlich ganz darauf an, ob man Hollywoodkino mag. Fragt euch also selber: will ich einen Film sehen, der mir das Gefühl gibt, dass jeder seinen Weg gehen kann, egal, wie steinig er sein mag(Boyle hat die Geschichte im Nachhinein als eine Art Rocky Story bezeichnet)? Will ich einen Film sehen, der mir das Gefühl gibt, dass die Liebe am Ende siegt? Falls ihr diese Fragen mit ja beantwortet, dann ist Slumdog Millionär euer Film des Jahres.
8/10
Punisher Warzone
Frank Castle ist angepisst, weil böse Buben seiner Familie schlimme Dinge angetan haben. Es werden Menschen sterben – sehr viele Menschen. Das quasi Sequel zum äußerst lahmen Punisher von 2004 versucht alles besser als der Vorgänger zu machen und macht stattdessen alles schlechter. Diesmal spielt Ray Stevenson den Punisher, d.h. eigentlich scheint er Steven Segal zu spielen, der versucht den Punisher zu spielen – zumindest lässt Stevensons ausgefeilte Mimik diesen Schluss zu. Der Grad der Gewaltverherrlichung ist dabei nicht mehr zu steigern. Da schmeißt der Punisher schon mal einen Wehrlosen von einem Hochhaus, um ihn auf einem Zaunpfahl aufzuspießen und springt dann hinterher(!) um ihn auch noch das Genick zu brechen. Sehr schön ist auch die Bestrafung eines fetten, glatzköpfigen Rockers, der einfach nur auf dem Boden eines Fahrstuhls sitzt – vermutlich hatte er den Kopfschuss wegen seines Übergewichts verdient. Ich glaube es erübrigt sich, darauf hinzuweisen, dass das Skript, die Inszenierung usw, allesamt nicht gerade berauschend sind.
3/10
The International
Clive Owen packt die böseste Bank der Welt an ihren Eiern. Die Story hat zugegebenermaßen einen naiven Touch, aber das gleicht der Film relativ gut aus. Die Darsteller machen ordentliche Arbeit (bei Owen reicht allein die Leinwandpräsenz), Regisseur Tykwer hat den Film einwandfrei in Szene gesetzt und das Ergebnis unterhält. Was will man mehr. Wer mal wieder einen halbwegs guten Thriller sehen will, bitteschön. Naja, andererseits fehlt dem Film dann doch der letzte Biss und das Thema hätte sicherlich auch wesentlich mehr hergegeben, als der Film daraus gemacht hat.
7/10
Genug…sollte das mein letzter Eintrag in diesem Blog sein, war es wohl doch ein Herzinfarkt.




Exellente Reviews, danke sehr.
Ich glaube aber das Castle das Genick lediglich zum Abbremsen des Sprunges benutzt und es nur “nebenher” noch bricht.
Warum der nette Slumdog wie Rocky sein soll hat sich mir nicht erschlossen…
The International war ganz nett, aber ehrlich gesagt war die Story so originell dass sie schon wieder fade war…
…Ich hätte mir eher eine Review für den Film “The Spirit” gewünsch, da der Streifen den “Filmhass” alle Ehre macht
@bored2death
Du hast Recht, er “nutzt” den Kopf des Kerls tatsächlich dazu seinen eigenen Sprung abzubremsen, aber ich denke, dass der Genickbruch trotzdem gezielt erfolgt. Entspricht einfach der Figur, wie sie im Film dargestellt wird.
Was Slumdog Rocky angeht: Boyle ging es einfach nur um diese typisch amerikanische vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Story(der amerikanische Traum halt), die Rocky parademäßig durchexerziert.
“The Spirit”, uff, weiß nicht, ob ich das meinem Herzen zumuten will.
Aber gut, bei Gelegenheit wird es wohl auch zu dem Film eine Kritik geben. Hmm, vielleicht auch ein Fall für die “Provokation der Woche”: Frank Miller ist eine Pfeife…anderseits wäre das wohl nicht wirklich provokativ.
Also ich hab bei Punisher Warzone genau gekriegt was, ich haben wollte
Dein Vergleich Stevenson/Seagal Vergleich ist sehr treffend. Vielleicht hatte ich deshalb meinen Spass!
Ein “Vergleich” ist zuviel….sucht euch aus, welches
@Spectah
Tja, wenn ich die Filme nach ihrem Trash Fun-Faktor bewerten würde, dann wäre Warzone wirklich eine 8 vielleicht sogar eine 9 wert.
Aber hallo! Alleine diese göttliche Szene, als die Typen zu “fetziger” Technomucke und komplett in Zeitlupe Parcour über die Dächer machen…und dann kommt der Raketenwerfer
…..Edel-Trash!
Zu “Warzone”: Eine kleine Ehrenrettung der Figur Frank Castle.
Die Fragen nach wahrer Gerechtigkeit, wie weit man gehen kann und wie zivilisiert wir wirklich sind, stellen viele fiktionale Werke.
Das reizvolle an der Figur Frank Castle ist, dass er diese Fragen alle eindeutig beantwortet und seinen Entschluss ohne wenn-und-aber und vor allem ohne die sonst übliche Reue durchsetzt.
Vor ihm sind alle gleich: Ob du bei Rot über die Ampel gehst oder kleine Kinder frisst – Castle wird dich umlegen, da hilft kein teurer Anwalt.
Es gibt keine Szene, die am Ende darauf hindeutet, das Castle in den Schoß der Gesellschaft zurück kehrt. Für den Punisher gibt es kein Happy End.
Von allen Selbstjusitz übenden (Kino-)Helden ist Frank Castle der konsequenteste.
Ich mag den Kerle
@Moritz
Stellt sich immer noch die Frage, ob Übergewicht ein Verbrechen ist. Wäre eigentlich ganz lustig gewesen, wenn er auch noch ein paar Raucher, die in öffentlichen Gebäuden ihrem Laster nachgehen, umgelegt hätte.
Wie ich letztens zu einem Kumpel meinte: Die gute Nachricht ist, dass der Film ganz nah an der Comicvorlage dran ist – die schlechte Nachricht ist, dass die Vorlage Mist ist.
(Okay, es gibt auch ein paar gute Comics über den Punisher)
@admin: MIST?!
Na warte, Alder, isch weiß wo deine E-Mail wohnt und Spam dich jetzt mit Fanboy-Mails!
@Moritz
Okay okay, ich schau mir auf jeden Fall die Comics an und sollten sie mich überzeugen, geb’ hier dann ‘ne Richtigstellung zum Besten.
Richtigstellung? Bitte nicht…die Wahrheit kann man nicht justieren!
Wenn für den Punisher Alle gleich schuldig sind, egal ob sie bei Rot über die Ampel gehen, im Nichtraucherbereich rauchen oder übergewichtig sind, dann ist Frank Castle ein Faschist! (Stichwort: Amoklauf..)
Woran der Totenkopf erinnert in Deutschland brauch ich dann wohl nicht extra erwähnen…. ;(
@bored2death
Eine Richtigstellung gebe es natürlich nur in Bezug auf meine Aussage, dass die Punisher Comics Mist sind. Das der Film gravierende Mängel aufweißt, lässt sich ja durch den Konsum des Comics auch nicht ändern…wobei ein Fan des Comics natürlich wohlwollender mit dem Film umgeht.
Beim Thema Faschismus halte ich mich raus. Das macht mal unter euch aus. Aber wie hat es ein Freund mal ausgedrückt: “Spätestens wenn der Vergleich zum Dritten Reich aufkommt, ist jede Internetdiskussion im Arsch.”
Vergleiche zum Dritten Reich (siehe auch: Godwin’s Law)
1990 stellte Mike Godwin ein “Gesetz” auf, das besagt, dass mit zunehmender Länge einer Usenet-Diskussion die Wahrscheinlichkeit eines Nazivergleichs zu 1 tendiert. Eine Erweiterung des Gesetzes besagt, dass mit dem Nazivergleich die Diskussion automatisch beendet ist, und derjenige der den Nazivergleich einbringt verloren hat.
Allerdings ist dies mehr dem amerikanischen Sprachgebrauch geschuldet, wo man auch mal schnell zum spelling oder grammar nazi werden kann, wenn man anderer Leute Rechtschreibfehler korrigiert. Ach ja, admin, aufweist, nicht aufweißt. Ich verbleibe in freudiger Erwartung auf den Hinweis, dass der vorhegehende Satz rein grammatisch betrachtet kein Satz ist. =P
Lol, es kann nur einen Menschen gebebn, der sich dazu herablässt uns zu erklären, was ein Spelling Nazi ist und sich dann selbst im nächsten Satz als solcher outet.
[...] ein paar Wochen ließ ich mich in meiner Kurzkritik zu Punisher Warzone zu der Aussage hinreißen, dass die Comics, die dem Film als Vorlage dienten, Mist seien. Eine [...]
Just cause it’s splime doesn’t mean it’s not super helpful.
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OaINSU psrqlggxwncj