Archiv für April 2009

Durchgedreht: Pierce Brosnan

Okay, dieser Clip von Pierce Brosnan tanzt ein wenig aus der Reihe. In diesem speziellen Fall zeigt sich unser „Hauptdarsteller“ mal nicht von seiner primitiven Seite, sondern dreht aus einem durchaus nachvollziehbaren Grund durch. Der arme Kerl kriegt fast einen Herzkasper:

Clip

Die Aufnahmen stammen vom Dreh zu After The Sunset (muss man nicht kennen). Wem die „Durchgedreht“ Clips langsam zum Halse heraus hängen, kann ich beruhigen. Morgen oder übermorgen werde ich zur Abwechslung die nächste „Provokation der Woche“ verfassen. Das Thema wird Filmpiraterie sein.

Durchgedreht: Quentin Tarantino

Es wird immer noch viel über Tarantinos Filme debattiert: Sind sie Kunst? Sind sie gewaltverherrlichender Müll? Sollte man Tarantino wirklich als Künstler feiern, wenn doch sein gesamtes Werk auf dem Kopieren alter B-Movies basiert? Und was ist überhaupt los mit dem Mann, das er solche Filme dreht? Nun ich bin kein Fan der Idee, dass man im Werk den Autor suchen soll, um beide besser zu verstehen, allerdings muss ich zugeben, dass das bei Tarantino keine so schlechte Herangehensweise zu sein scheint – zumindest lassen das die folgenden Clips vermuten.

Fangen wir „harmlos“ an…Tarantino spuckt auf dem roten Teppich einen Reporter an:

Clip

Äh ja, man könnte jetzt natürlich annehmen, das hier einfach zwei Menschen aufeinander getroffen sind, die ein ernsthaftes Problem miteinander haben. Der nächste Clip lässt aber die Vermutung aufkommen, dass Tarantino ein Mensch ist, der, sagen wir mal, noch nicht seine harmonische Mitte gefunden hat:

Clip

Ich muss sagen, das hat schon etwas beängstigend Psychotisches. Denjenigen Kritikern, die der Meinung sind, das seine Filme zu gewalttätig sind, spielt er damit auf jeden Fall in die Hände.

Durchgedreht: David O’Russell

Da ich hier schon dem einen oder anderen Höhepunkt in Sachen sozialer Kompetenz eine Plattform geboten habe(Christian Bale/Joaquin Phoenix), scheint es mir nur konsequent zu sein, daraus eine eigene Reihe zu machen.

Fangen wir heute mit meinem persönlichen Favoriten an: David O’Russell. Dieser hat sich über die Jahre eine Reputation als Regisseur aufgebaut, die seines gleichen sucht – im negativen Sinn versteht sich. Am Set von Three Kings soll er George Clooney im wahrsten Sinne des Wortes an die Gurgel gegangen sein und James Caan verließ bereits nach einem Drehtag die Dreharbeiten zu Nailed, weil es „difficult“ sei mit O’Russel zu arbeiten. Berühmt berüchtigt ist er aber letzen Endes wegen der folgenden Aufnahmen, die bei den Arbeiten zu I Heart Huckabees (guter Film übrigens) entstanden sind, geworden:

Der interessante Teil beginnt ab 01:06, falls jemand „vorspulen“ will. Und keine Angst wegen der Sprachbarriere, man braucht wirklich keine Englischkenntnisse, um diesen Part zu verstehen.

Clip

Für alle die sich schon immer gefragt haben, wie professionelle Regieanweisungen aussehen. ;)

Ferner liefen 1

Da ich heute gesundheitlich angeschlagen bin (Symptome deuten laut Google Recherche auf Herzinfarkt…lol), dachte ich mir, ich nutze die Zeit, um mehrere Filme, die ich in den letzten Wochen gesehen habe, die aber eine längere Kritik nicht wert wären, kurz abzuhandeln.

Underworld III

Werwolf Romeo trifft auf Vampir Julia in mittelalterlicher Underworld. Eine nennenswerte Story gibt es nicht, die Hauptdarstellerin spielt unterirdisch – vermutlich um dem Filmtitel ihre Referenz zu erweisen – und spätestens ab der zweiten Hälfte des Films sollte man das fehlen jeglicher Logik einfach akzeptieren. Trotzdem fand ich den Film überraschend unterhaltsam. Vielleicht liegt es daran, dass ich nach dem desaströsen zweiten Teil meine Erwartungshaltung ganz nach unten geschraubt hatte, aber im Prinzip liefert der Film das was er liefern soll: schnörkellose Fantasy Action mit einem guten Schuss Atmosphäre. Fantasy ist halt einfach kein Genre, das einen Citizen Kane nach dem anderen liefert (das war „Der Herr der Ringe“ übrigens auch nicht).


6/10

Slumdog Millionär

Okay, ihr werdet euch jetzt fragen, weshalb ich ausgerechnet diesem Film keine längere Kritik gönne. Nun, ich denke in den letzten Wochen wurde so viel über Danny Boyles Oscarabräumer geschrieben – positiv wie negativ – das es mittlerweile einfach uninteressant wäre, mehr als einen kurzen Abriss der eigenen Meinung zu liefern. Machen wir es kurz und schmerzlos: der Film ist gut. Es handelt sich um klassisches Hollywoodkino vom feinsten (lustige Sache, wenn man bedenkt, dass es eigentlich sich um einen Independentfilm handelt). Es kommt also eigentlich ganz darauf an, ob man Hollywoodkino mag. Fragt euch also selber: will ich einen Film sehen, der mir das Gefühl gibt, dass jeder seinen Weg gehen kann, egal, wie steinig er sein mag(Boyle hat die Geschichte im Nachhinein als eine Art Rocky Story bezeichnet)? Will ich einen Film sehen, der mir das Gefühl gibt, dass die Liebe am Ende siegt? Falls ihr diese Fragen mit ja beantwortet, dann ist Slumdog Millionär euer Film des Jahres.


8/10

Punisher Warzone

Frank Castle ist angepisst, weil böse Buben seiner Familie schlimme Dinge angetan haben. Es werden Menschen sterben – sehr viele Menschen. Das quasi Sequel zum äußerst lahmen Punisher von 2004 versucht alles besser als der Vorgänger zu machen und macht stattdessen alles schlechter. Diesmal spielt Ray Stevenson den Punisher, d.h. eigentlich scheint er Steven Segal zu spielen, der versucht den Punisher zu spielen – zumindest lässt Stevensons ausgefeilte Mimik diesen Schluss zu. Der Grad der Gewaltverherrlichung ist dabei nicht mehr zu steigern. Da schmeißt der Punisher schon mal einen Wehrlosen von einem Hochhaus, um ihn auf einem Zaunpfahl aufzuspießen und springt dann hinterher(!) um ihn auch noch das Genick zu brechen. Sehr schön ist auch die Bestrafung eines fetten, glatzköpfigen Rockers, der einfach nur auf dem Boden eines Fahrstuhls sitzt – vermutlich hatte er den Kopfschuss wegen seines Übergewichts verdient. Ich glaube es erübrigt sich, darauf hinzuweisen, dass das Skript, die Inszenierung usw, allesamt nicht gerade berauschend sind.


3/10

The International

Clive Owen packt die böseste Bank der Welt an ihren Eiern. Die Story hat zugegebenermaßen einen naiven Touch, aber das gleicht der Film relativ gut aus. Die Darsteller machen ordentliche Arbeit (bei Owen reicht allein die Leinwandpräsenz), Regisseur Tykwer hat den Film einwandfrei in Szene gesetzt und das Ergebnis unterhält. Was will man mehr. Wer mal wieder einen halbwegs guten Thriller sehen will, bitteschön. Naja, andererseits fehlt dem Film dann doch der letzte Biss und das Thema hätte sicherlich auch wesentlich mehr hergegeben, als der Film daraus gemacht hat.


7/10

Genug…sollte das mein letzter Eintrag in diesem Blog sein, war es wohl doch ein Herzinfarkt. ;)

Buch: Grammatik der Filmsprache

Da mir keine Blogs bekannt sind, die sich mit Büchern zum Thema Filmherstellung beschäftigen, habe ich beschlossen in regelmäßigen Abständen eben genau das zu tun.

Grammatik der Filmsprache

Ich muss die Akademiker unter euch enttäuschen, die Grammatik der Filmsprache ist keine philosophische Abhandlung über Film – auch wenn sich der Titel gewaltig danach anhört. Das Buch stellt vielmehr eine Art Anleitung zum Auflösen von Szenen dar. Auf etwa 700 Seiten versucht der Autor, Daniel Arijon, unter Verwendung von über 1500 Zeichnungen, alle Varianten aufzuzählen, die in Frage kommen, um aus einzelnen Einstellungen eine überzeugende Szene zusammenzufügen. Nun ist Arijon nicht gerade ein begnadeter Autor (die ersten dreißig Seiten des Buches könnte man getrost herausreißen), aber das macht nichts, denn Arijons Talent reicht vollkommen aus, um kurz und sachlich darzustellen, was in der jeweiligen Konstellation von Kamera und Darsteller zu beachten ist.

Bilder

Im Prinzip ist ja auch nur die Bebilderung von Bedeutung. In der Regel zeigt uns Arijon jeweils eine schematische Übersicht „über das Set“, in der die Bewegungen der Darsteller und Kameras eingezeichnet sind, und einige Skizzen, die die Kameraperspektiven wiedergeben sollen. Zusammen mit Arijons knappen Bemerkungen ergibt sich dann in fast allen Fällen ein klares Bild für den Leser. Die Qualität der Zeichnungen ist dabei völlig ausreichend, wenn auch nicht berauschend. Schräge Beobachtung am Rande: Die Zeichnungen haben eine sexistische Tendenz. So sind Frauen in vielen Zeichnungen leicht oder gar nicht bekleidet, während Männer im gleichen Bild voll angezogen dargestellt werden. Das Buch ist also nicht unbedingt für den feministischen Filmkreis Unterföhringen geeignet.

Allumfassend?

Viel wichtiger ist der Inhalt und der überzeugt durchaus. Den Rechercheaufwand für dieses Buch will ich mir gar nicht vorstellen. Egal ob Bewegung im Bild, Kamerabewegung, Bildaufteilung, Dialoge usw., dieses Buch scheint zu allem mehr als nur etwas beitragen zu können. Das macht es gerade für Anfänger oder Filmschaffende, die sich einfach nur ein bisschen inspirieren lassen wollen, interessant. Andererseits muss man aber auch sagen, dass der Sinn dieses Buchs durchaus in Zweifel gezogen werden kann. Zum einen entsteht beim Lesen des Buchs der Eindruck, dass man Szenen nur so auflösen kann, wie es Arijon beschreibt, was schlichtweg falsch ist und zum anderen hat sich doch der eine oder andere kleine Fehler in die Bilder und Beschreibungen eingeschlichen, was gerade für diejenigen, die sich blindlings auf dieses Werk verlassen, unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen könnte.

Fazit

Für Filmschaffende eine durchaus lohnende Anschaffung(zumindest für die, die sich mit der Auflösung von Szenen herumschlagen müssen):

Bewertung für Filmschaffende
8/10

Für Filmbegeisterte dürfte das Buch hingegen weit weniger interessant sein. Ich kann mir zwar durchaus vorstellen, dass auch ein Filmfan Arijons Ausführungen zumindest etwas interessant finden könnte, aber das er dafür 34 € zahlen würde, scheint mir nun wirklich ein Ding der Unmöglichkeit zu sein:

Bewertung für Filmfans
2/10

Szenen nach dem Abspann

Cinekie hat auf seinem Blog ein Projekt gestartet, das Szenen, die nach dem Abspann eines Filmes laufen, sammelt. Keine schlechte Idee, wie ich finde. Ich hab mich deshalb in diesem Zusammenhang ein wenig schlau gemacht und bin dabei auf die englischsprachige Seite Moviestinger gestoßen. Neben Szenen nach dem Abspann sammelt diese Seite auch Szenen die während des Abspanns laufen, aber auch z.B. Videospiele werden berücksichtigt.

Die Seite ist so aktuell, das sie immerhin schon die Abspannszene von X-Men Origins: Wolverine auflistet…nicht schlecht bei einem Film den es bisher nur als illegalen Workprint zu sehen gibt ;)

Stylebook Update 03.04.2009

Kleines Update:

Das nächste Stylebook Fotoshooting steht an.

Datum: Ende April/Anfang Mai.

Ort: Diesmal in Karlsruhe.

Thema: Geht in Richtung „schnelle Autos – schöne Frauen“.

Konzept: Die Clips werden sich wieder durch ein hohes Schnitttempo auszeichnen (war ja klar), allerdings werden sie nicht ganz so schnell geschnitten sein, wie beim letzten Dreh. Ich werde stattdessen vermutlich ein bisschen an der Effektschraube drehen (Time Ramps, Animationen, etc.). Im Gegensatz zum letzten Mal sind nun auch ein paar Weitwinkelaufnahmen vorgesehen, aber wie ihr sicher schon gemerkt habt, ist das alles im Moment noch sehr vage…

Für diejenigen, die nicht wissen was es mit Stylebook auf sich hat: siehe hier und hier.

Michael Bay Youtube Special

Okay, ihr habt es so gewollt. Hier ist es: das große Michael Bay Filmhass Special. Da ich immer noch keine Zeit zum schreiben habe, lasse ich die Arbeit einfach von all den tapferen Youtubern da draußen machen.

Wir fangen mit dem Thema Originalität an:

Clip

Man beachte dabei, dass hier auch ganz dezent Michael Bays Lieblingsfarbfilter zum Einsatz kommt.

Und weiter geht’s in der gleichen Sparte. Ich präsentiere den coolsten, epischsten und mittlerweile nervigsten Signature Shot der Filmgeschichte:

Clip

Das muss ich unbedingt mal in einen meiner Clips einbauen.

Es folgt ein ganz nettes Portrait des Meisters (besonders gefällt mir der „On the Lot“ Teil ab Minute vier), bei dem sich die Macher ein wenig künstlerische Freiheit genommen haben:

Clip

Fehlen darf natürlich auch nicht die berüchtigte Imaginationland Episode von South Park. Der Bay Part beginnt etwa nach einer Minute(Shyamalan ist aber auch ganz nett):

Clip
Parker und Stone bringen Bays Schaffen einfach auf den Punkt.
Aber eines muss man Bay zu Gute halten: Selbstironie ist kein Fremdwort für ihn.

Clip

Es gibt natürlich noch viel mehr zu Bay, aber jetzt reichts. Das soll hier ja kein Videoportal werden…ich danke den verantwortlichen Youtubern und natürlich auch Trey Parker und Matt Stone ;-)

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