Archiv für Mai 2009
Stylebook Update 25.05.2009
Ein kurzes Fazit zum Wochenende: Ich bin Platt. In der Nacht auf den Dreh hab‘ ich wegen der letzten Vorbereitungen nur zwei Stunden geschlafen. In der Nacht darauf immerhin vier, allerdings mit Unterbrechungen (es gab einen kurzen Augenblick während des Wochenendes, wo allein der Gedanke an Red Bull Brechreiz auslöste). Hinzu kam ein richtig übler Sonnenbrand gepaart mit einem kleinen Sonnenstich – mir ist seit zwei Tagen schlecht und mein Kopf fühlt sich an, als wollte er explodieren. Wie gesagt, ich bin platt…entnervt…hinüber.
Der Dreh selbst war aber eigentlich ganz spaßig, allerdings war ich ziemlich angespannt – und bin es noch – weil ich vieles, was ich im Vorfeld geplant hatte, aus organisatorischen und zeitlichen Gründen über Bord schmeißen musste. Gut 70% der Videoaufnahmen wurden improvisiert…was nicht immer überzeugend gelaufen ist, weil allen Beteiligten, inklusive mir, wegen des Schlafmangels einiges an Konzentration fehlte. Aber ich denke, das Ergebnis wird sich sehen lassen können.
Stress Stress Stress
Wie ihr sicher bemerkt habt, gab es in letzter Zeit recht wenig Updates auf Filmhass. Das liegt nicht daran, dass ich nichts mitzuteilen hätte (mein Sendungsbewusstsein ist so groß wie eh und je
) Zurzeit habe ich einfach nur viel zu viel um die Ohren, als das ich hier noch meine üblichen Belanglosigkeiten zum Besten geben könnte. Neben einigen privaten Verpflichtungen und dem üblichen Ärger mit der Uni, bin ich vor allem noch mit den letzten Vorbereitungen für die Stylebook Clips beschäftigt, die jetzt am 23. und 24. Mai gedreht werden.
Die nächsten Tage wird also weiterhin nur wenig passieren. Damit euch nicht zu langweilig wird hänge ich hier noch einen kleinen Animationstest an. Ist noch nicht fertig, zeigt aber in welche Richtung der Einsatz von Schrift im Intro gehen wird.
Der Effekt ist simpel, aber hübsch und passt noch dazu gut zum Street Race Thema…
Filmpiraterie: Die Industrie kriegt was sie verdient 3
Teil 1 und 2 dieses Artikels finden sich hier und hier.
Vertrieb
Einen schlechten Film auf einer obszön großen Anzahl von Kinoleinwänden zu starten, hat – trotz der steigenden Unkosten – einige Vorteile. Von grundlegender Bedeutung ist natürlich die Tatsache, dass wir durch das extreme Überangebot unseres Films überhaupt erst die Grundlage dafür schaffen, dass das Hauptgeschäft am ersten Wochenende nach Filmstart stattfinden kann. Der enorme Werbeaufwand im Vorfeld sollte ja eine entsprechend große Nachfrage erzeugt haben, die natürlich nur befriedigt werden kann, wenn ausreichend Angebot vorhanden ist. Damit ihr euch besser vorstellen könnt weshalb ich von einer Verlagerung des Hauptgeschäfts spreche, vergleichen wir doch mal einfach Star Wars (1977) und Transformers (2007). Transformers spielte am ersten Wochenende in den USA $70.502.384 ein (insgesamt $319.246.193). Um diese Summe zu erreichen brauchte Star Wars (insgesamt $307.263.857) fast zwei Monate!
Eine „nette“ Folge des Überangebots unseres Films ist weiterhin, dass jeder belegte Kinosaal automatisch ein Saal ist, in dem keine Konkurrenz läuft. Wir verknappen also das Filmangebot im Kino und steigern dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass sich unentschlossene Kinobesucher für unser Produkt entscheiden. Was uns aber besonders am Herzen liegt, ist die Beschleunigung der Filmverwertungskette. Logische Konsequenz der Verlagerung des Hauptgeschäfts auf das erste Wochenende ist schließlich, dass der Film relativ schnell wieder aus den Kinos verschwinden wird. Es mag paradox klingen, aber wir wünschen uns, dass unser Film nicht allzu lang in den Kinos läuft. Nur so können wir ihn möglichst schnell auf den äußerst lukrativen DVD-Markt schmeißen(man denke an die berüchtigten Querelen, die den Sin City Start umgaben).
Interessant an diesem Vorgehen ist aber der psychologische „Kollateralschaden“ der beim Kinobesucher entsteht. Adaptieren nämlich die konkurrierenden Verleihe unser Konzept – und das tun sie – so beschleunigt sich die Filmverwertungskette aller Filme. Das Ergebnis ist eine Veränderung der Kinolandschaft und ihrer Wahrnehmung durch den Kinobesucher. Dieser bemerkt natürlich, dass die Filme immer schneller aus dem Programm genommen werden und schließt daraus, dass er Filme, die ihn interessieren, zukünftig möglichst schnell sehen muss, will er sich nicht den Kinogenuss entgehen lassen. Auf diese Weise verstärkt die Industrie die Konditionierung des Zuschauers, die durch das Marketing begonnen wurde: sieh den Film jetzt oder nie!
Weiter geht’s in den nächsten Tagen…
Vorsicht vor dem Fan
Bin gerade über einen Clip auf cinematical.com gestolpert, den ich als faszinierend, kurios und irgendwie beängstigend beschreiben würde. Mein Fazit: das öffentliche Kritisieren des Wolverine Films sollte mit größter Vorsicht betrieben werden…man kann nie wissen, ob einem nicht ein psychotischer Fan mit überragenden Heimwerkerqualitäten gegenüber steht.
Der Kerl macht sich in diesem Clip gelinde gesagt lächerlich, aber wer würde ihm das ins Gesicht sagen?
Ferner Liefen 3
Crank 2
Chev Chelios rennt seinem Herz hinterher (nein, das ist keine Metapher) und legt dabei die halbe Stadt um.
Crank war ein dämlicher, doch unterhaltsamer Film. Bei Crank 2 hatten sich die Macher nun offensichtlich vorgenommen, den ersten Teil in allen Belangen zu übertreffen. Das ist ihnen auch zum Teil „gelungen“. Crank 2 ist nämlich tatsächlich wesentlich dämlicher als der erste Teil geraten. Leider hat sich das nicht gerade positiv auf den Unterhaltungswert ausgewirkt. Kurz gesagt: der Film ist infantil und langweilig. Ja, langweilig! Sicher, es wird im Sekundentakt geprügelt, geschossen und gevögelt, doch ohne den Hauch einer Story, und der Film hat nun mal keine, packen einen die Geschehnisse einfach nicht. Da müssen sich Kinobesucher mit schwacher Blase keine Sorgen machen, wenn sie mal kurz das Örtchen aufsuchen: sie verpassen garantiert nichts, weil sich der Film im Prinzip die ganze Zeit wiederholt. Crank 2 hat insofern viel Ähnlichkeit mit einem Porno (auf die er ja auch ständig verweist), denn irgendwie wünscht man sich die ganze Zeit vorspulen zu können, um schneller zu den „interessanten“ Szenen zu gelangen. Wenn ich 14 und Jungfrau wäre (das dürfte wohl die Zielgruppe von Crank 2 sein), würde ich diesen Film vielleicht amüsant finden, aber so…
Pluspunkte kann der Film nur bei der Montage sammeln. Deren Konzept ist zwar mittlerweile auch nicht mehr originell, dafür aber wenigstens sauber und stimmig umgesetzt.
2/10
X-Men Origins: Wolverine
Wie kam der Mann mit dem Backenbart zu seinen glänzenden Klingen? X-Men Origins: Wolverine klärt uns auf.
Eigentlich gibt es über den Film nicht viel zu sagen. Die Inszenierung von Regisseur Gavin Hood schlingert zwischen Mittelmaß und Kitsch (Jetzt mal im Ernst: wie viele Einstellungen, in denen der Held, ob seiner Trauer, schreiend die Fäuste gen Himmel reckt, kann man dem Publikum heutzutage noch aufdrücken?) und das Drehbuch erweckt mit seiner Einfallslosigkeit und den schwachen Twists den Eindruck, dass der Autorenstreik noch anhält. Trotzdem hat der Film einen überraschend hohen Unterhaltungswert. Die Chemie zwischen Hugh Jackman und Liev Schreiber stimmt einfach. Was Drehbuch und Inszenierung dem Zuschauer vorenthalten, erschaffen die Beiden durch Leinwandpräsenz. Der Film wird deswegen zwar noch nicht zu einem Meisterwerk, aber immerhin vor dem Absturz gerettet.
Zwischenzeitlich hat sich übrigens geklärt, weswegen der Verleiher der Presse im Vorfeld einen Maulkorb verpasst hatte…die Kinoversion unterscheidet sich scheinbar nicht – sieht man mal von Effekten und Musik ab – von dem im Netz zirkulierenden Workprint.
6/10
Heimwerker King 3
Habe heute etwas Zeit gefunden das Dollysystem weiter zu bauen. Aber ich hatte euch Bilder versprochen:

8m Schienen
Der Dolly läuft einwandfrei, aber die “Schienen” machen Probleme. Die Schläuche sind nicht wirklich rund(andere gab’ es nicht), daher musste ich Halter bauen, die dafür sorgen, dass die Schläuche “hochkant” stehen. Leider erzeugen diese Halter einen unangenehmen Ich-bin-besoffen-und-schunkele-Effekt. Daher verzichte ich erst mal darauf hier eine Kamerafahrt online zu stellen. Muss mir erst etwas ausdenken, um das Ganze zu stabilisieren. Falls alle Stränge reissen, muss ich halt doch zusehen, ob ich ein Stecksystem aus PVC Rohren hinbekomme. Die Schläuche sind übrigens mit Sand gefüllt. Wie man unschwer erkennen kann, sind sie auch etwas “störrisch” in ihrem Verlauf.

Der Dolly
Am Dolly fehlen noch die Halter für das Stativ. Eventuell nehme ich auch die Bodenspinne ab und bohre ein paar Löcher, um das Stativ direkt mit seinen Spikes in das Brett zu stellen.

Die Rollen
Kurzfilmvorgänger von District 9
Bin gerade bei Equlibrium auf den Trailer zu Neill Blomkamps (ein Protege von Peter Jackson) District 9 gestoßen. Das Ganze kam mir ziemlich bekannt vor und siehe da, die Science-Fiction Pseudo-Doku ist offensichtlich ein Remake von einem von Blomkamps Kurzfilmen, den ich vor einiger Zeit auf Youtube gesehen hatte. Da der Film recht gut ist, dachte ich mir, dass ich ihn euch nicht vorenthalten sollte.
Leider gibt es keine deutsche Version des Films.
Richtigstellung: Punisher Comics
Vor ein paar Wochen ließ ich mich in meiner Kurzkritik zu Punisher Warzone zu der Aussage hinreißen, dass die Comics, die dem Film als Vorlage dienten, Mist seien. Eine Aussage die einen Sturm der Entrüstung auslöste (okay, ich bekam eine einzige Email von Moritz), weswegen ich versprach mir eben jene Comics anzuschauen und gegebenenfalls meine Aussage zu korrigieren. Ich hab‘ mir also einige Ausgaben von Garth Ennis Version des Punishers besorgt und gelesen. Mein Fazit:
Die Comics, die unter dem Label „MAX“ veröffentlicht wurden, sind tatsächlich überraschend unterhaltsam und entbehren nicht eines gewissen Anspruchs (nein, es ist nicht mit Jane Austen zu vergleichen). Von einem Autor wie Garth Ennis hätte ich auch nicht weniger erwartet. Allerdings muss ich sagen, dass auch Ennis Version keineswegs kohärent die Motivation des Punishers erklärt. In einigen Ausgaben wird der Punisher als Person dargestellt, die aus einem höheren Prinzip heraus tötet. In anderen wiederum muss Vietnam als Auslöser herhalten – eine Variante die Ennis aber selbst in „The Tyger“ in Frage stellt und stattdessen auf die traumatische Kindheit von Frank Castle verweist. Aber alle diese Erklärungen werden dann in dem in der Zukunft spielenden „The End“ über Bord geworfen: hier ist der Punisher ein Massenmörder, der zwar etwas von Prinzipien brabbeln mag, aber tatsächlich einfach nur seelisch gestört ist. Der verantwortliche Zeichner Richard Corben geht sogar soweit, dass er Castles Gesicht in einem der letzten Bilder zu der Fratze von Horrorfilm Ikone Michael Myers verzerrt. Aber gut, das ändert nicht wirklich etwas an der Qualität der Comics, denen ich, je nach Ausgabe, fünf bis acht von zehn möglichen Punkten geben würde.
Eines sei aber klargestellt: an meiner Bewertung des Films ändern die Comics nichts. Der Film bleibt in meinen Augen Schrott. Es gibt zwar Überschneidungen zwischen Comic und Film, doch der Comic ist dem Film in allen Belangen überlegen und wo der Comic hart an der Grenze des Vertretbaren ist, scheitert der Film sang und klanglos.



