Archiv für Juni 2009
Schlechte Besprechung – Gute Bewertung !?
Okay, da sich einige darüber wundern, weshalb Filme die ich „heruntermache“ zum Teil gute Bewertungen erhalten, muss ich wohl noch einmal näher erklären, wie meine Bewertungen zustande kommen. Meine letzten Ausführungen zu dem Thema sind wohl doch zu knapp ausgefallen. Das hätte mir aber klar sein müssen, wundern sich doch auch die meisten Leute, die mich persönlich kennen darüber, wenn ich einen Film niedermache und im Anschluss daran erkläre, dass er gut gewesen sei. Der erste Impuls ist bei mir eben (fast) immer die Frage: „Wie hätte man es besser machen können?“
1. Alle Kritiken fangen mit der Phrase „Warum hasse ich…“ an, völlig unabhängig davon, ob ich den Film tatsächlich hasse, schlecht oder genial finde. Es geht einzig darum den Leser auf meinen „Stil“ einzustimmen. Kurzkritiken, die ich früher unter „Ferner liefen“ zusammenfasste, heißen jetzt „Wo der Hass hinfällt“.
2. Ich konzentriere mich in den Kritiken vor allem auf die negativen Aspekte einer Produktion. Schließlich heißt dieser Blog Filmhass. Da würde es wenig Sinn machen darüber zu schreiben wie sehr ich diesen und jenen Film liebe…das kommt eh selten vor. In solchen Fällen werde ich euch aber informieren
Dieses Vorgehen mag zugegebenermaßen die Gefahr beherbergen eintönig zu werden, aber dieses Risiko gehe ich ein, in der Hoffnung diesem Blog auch tatsächlich eine Daseinsberechtigung zu geben. Es gibt einfach zu viele Portale und Blogs zum Thema Film, die kein wirkliches Profil haben. Dann doch lieber ein schlechtes, als gar keins
3. Es geht nicht um Belanglosigkeiten. Soll heißen, dass ich nicht vorhabe auf unwichtigen Details herumzureiten, um aus Prinzip einen Film schlecht zu machen. Ich rede über die Dinge, die mich wirklich gestört haben. Das ist natürlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber gut…
4. Es geht um den Unterhaltungswert! Das ist das wichtigste Kriterium für meine abschließende Bewertung. Das bedeutet, dass ein Film eine gute Bewertung einheimsen kann, auch wenn mir vieles an ihm übel aufgestoßen ist. Er muss es nur geschafft haben mich einigermaßen zu unterhalten. Wie ich es das letzte Mal schon ausdrückte: „Auf diese Weise verleihe ich dem 10-Punkte Rating auch einen größeren Sinn…es gibt dann sozusagen, die objektive Einstufung abseits meiner Hasstiraden wieder.“
Damit das in Zukunft für jeden ersichtlich ist, verlinke ich diesen Artikel ab sofort immer am Anfang jeder Kritik.
Warum hasse ich…Illuminati?
Ich weiß nicht mehr welcher schlaue Kopf diese Feststellung zuerst machte, aber nachdem ich nun (nach „Da Vinci Code“ auch) Illuminati gesehen habe, kann ich ihm nur zustimmen: Autor Dan Brown ist der neue Marco Polo, soll heißen er schreibt unterhaltsame Reiseführer (zumindest erwecken die Filme diesen Anschein…die Bücher hab‘ ich nicht gelesen). Im Falle von Angels&Demons, so der Originaltitel, geht Protagonist Robert Langdon auf Sightseeing Tour in Rom, um die katholische Kirche vor den Machenschaften des Illuminati Geheimbunds zu retten.
Müsste ich den Film mit einem Wort beschreiben, würde meine Wahl wohl auf „schwankend“ fallen. Schwankend in seiner Qualität. „Engel und Dämonen“ scheinen so ziemlich auf jeden Aspekt des Films Einfluss genommen zu haben. Entsprechend könnte man über jedes Department getrost sagen: „X schwankt in seiner Qualität zwischen gut/interessant und schwach/uninteressant.“
Da wäre die Kamera, die in einigen „ruhigen“ Momenten mit ihrem expressionistischen Licht-Schatten Spiel faszinieren kann, aber schon kurz darauf mit belanglosen Bildern langweilt oder mit fürchterlich unnötigen, computergenerierten Kamerafahrten nervt. Sehr schlecht generierte Kamerafahrten übrigens, denen man ihren künstlichen Ursprung ansehen kann. Und das sind nicht die einzigen schwachen Effekte, die der Film aufweist. Die Darstellung der Antimaterie fand ich beispielsweise niedlich – im Netz gibt es vermutlich mehr als einen begabten Zwölfjährigen, der diesen Effekt nachbauen könnte. Und wieso erinnert der Vorgang der Teilchenbeschleunigung audiovisuell an ein Silvesterfeuerwerk? Da hat sich auch jemand aus der Tonabteilung eine Ohrfeige verdient. Aber lassen wir mal die Technik beiseite. Wie sieht es denn mit dem Drehbuch und der Inszenierung aus? Tja, nicht viel anders. Die Schnitzeljagd auf die sich Professor Langdon begibt, ist mal überraschend, dann wieder vorhersehbar, teilweise clever und doch irgendwie dämlich. Kostprobe gefällig? (Vorsicht Spoiler – wer nichts verraten bekommen will, überspringt einfach den nächsten Absatz)
Im Verlauf des Films muss eine Bombe entschärft werden, die den gesamten Vatikanstaat und halb Rom vernichten könnte. Als festgestellt wird, dass hierfür vermutlich(!) nur noch weniger als fünf Minuten zur Verfügung stehen – was aus Gründen, die ich hier nicht näher erklären will, eine Entschärfung der Bombe unmöglich machen würde – hat die Heldin des Films ernsthaft die Idee, dass man sich doch lieber innerhalb dieser fünf Minuten evakuieren solle, als das Risiko einzugehen, die Bombe zu entschärfen – also Rom verlassen…in fünf Minuten…wtf?! Die Auflösung dieses Problems ist übrigens kein Stück glaubwürdiger ausgefallen (dafür aber hübsch dramatisch inszeniert).
Hoch anrechnen muss man Regisseur Ron Howard jedoch, dass er sich alle Mühe gegeben hat den eigentlich recht offensichtlichen Twist der Story zu verschleiern (ob ihm das wirklich gelungen ist, steht natürlich wieder auf einem anderen Blatt). Bliebe nur noch die völlig unmotivierte Gewaltdarstellung anzukreiden, die so gar nicht in den Film passen will. Ich mag mich da auch nicht entscheiden was schlimmer ist: das unbegründete Darstellen einer Leiche, die von Ratten gefressen wird, oder der offensichtliche Ich-bin-aus-Kunststoff-Look eben jener Leiche.
Alles in allem ist der Film aber okay. Die Probleme sind im Endeffekt nicht so gravierend, dass der Film nicht mehr unterhalten würde. Da gibt es wahrlich schlimmeres. Fazit: Ein Film den man ansehen kann, aber nicht muss.
6/10
Intern: Mal neues Make-Up auflegen…
Ich hab’ die Bannergrafik geändert, wie ihr unschwer erkennen könnt. Der Schrei hat sich einfach abgenutzt gehabt. Eventuell verändere ich das neue Banner noch etwas…so richtig zufrieden bin ich noch nicht damit. Hab’ aber im Moment nicht die Zeit, um daran herumzuspielen. [Solltet ihr immer noch die alte Grafik sehen, müsst ihr wohl den Cache eures Browsers leeren.]
Stylebook Stills 18.06.2009
Dachte mir ich gebe euch mal einen kurzen Vorgeschmack auf das was euch erwartet. Hier also ein paar Stills der Animationen, die im Making-Of Clip als “Zwischensequenzen” Verwendung finden werden. Die Animationen selbst will ich nicht posten, weil sonst “der Gag” am Clip verloren ginge – nicht wahr?






Wie ihr auf einen Blick sehen könnt, habe ich mich dazu entschieden Geschwindigkeit auf einer abstrakteren Ebene zu thematisieren. Der Look ist noch nicht endgültig…inwieweit ich hier noch Veränderungen vornehmen werde hängt aber letztlich von der zur Verfügung stehenden Zeit ab. Irgendwann müssen die Clips schließlich fertig werden.
Das Motto lautet HASS…
Ich hatte heute mit Philipp ein aufschlussreiches Gespräch über das Userverhalten auf Blogs. Im Detail ging es um Höflichkeit gegenüber dem Admin. Dabei hat er mir eröffnet, dass er meine Kritik zu Terminator – Salvation zwar unterirdisch fand, das aber nicht posten wollte, um mich nicht vor den Kopf zu stoßen. Das „gehört sich ja nicht“ in der schillernden Welt der Weblogs. Da ich doch schwer vermute, dass es vielen Lesern meines Blogs ähnlich geht, will ich hier für alle etwas klarstellen:
Ihr findet eine meiner Kritiken schlecht…sagt es!
Ihr findet meine Clips mies…schreit es heraus!
Ihr hasst meinen Stil…flüstert mir davon!
Ich bin an negativem Feedback ebenso interessiert, wie an positivem. Dieser Blog hat den Hass schließlich im Namen und im Programm. Kritik ist absolut erwünscht und sie muss auch keineswegs konstruktiv sein…solange es nicht in sinnlosen Beschimpfungen endet, ist alles erlaubt. Dieser Blog ist nicht zur Selbstbeweihräucherung gedacht – davon betreibe ich genug in der Realität – sondern soll eine offene und ehrliche Kommunikation ermöglichen.
Ihr müsst euch halt darauf gefasst machen, dass ich eine andere Meinung vertrete…oder wie eine beleidigte Leberwurst schmolle
Filmpiraterie: Die Industrie kriegt was sie verdient 4
Okay, das Thema Filmpiraterie als „Provokation der Woche“ weitet sich so langsam zur „Provokation des Jahres“ aus…wird Zeit das ich wenig voran komme. Meine bisherigen Ergüsse zum Thema finden sich hier, hier und hier.
Einmal die Raubkopie, bitte!
Okay, aus welchen Gründen greift der Durchschnittsmensch eigentlich zu einer Raubkopie?
Nun da wäre zum einen der Sammeltrieb – wenn es etwas gibt, dass man horten und katalogisieren kann, gibt es auch immer jemanden, der genau das macht, auch wenn es noch so sinnlos ist. Jeder kennt sicherlich dieses seltsame Phänomen: ein Bekannter erzählt, dass er sich mehr oder weniger das gesamte Kinoprogramm des letzten Quartals „gezogen“ hat. Auf die Frage hin, was denn gut gewesen sei, stellt sich dann aber heraus, dass er praktisch keinen dieser Filme angesehen hat. Hier geht es einzig um Triebbefriedigung, das Gesammelte selbst hat keinerlei Bedeutung. An solchen Fällen sieht man auch sehr schön wie unsinnig diejenigen Verluststatistiken der Filmindustrie sind, die einfach das illegale Downloadaufkommen eines Films auf Kino- und DVD-Preise umlegen. Es wird so getan als bestünde ein realer Verlust, obwohl es in Wahrheit nie zu Einnahmen gekommen wäre, denn kein Sammelwütiger würde all diese Filme kaufen oder im Kino sehen, wenn er sie nicht mehr illegal downloaden könnte.
Der zweite Grund für den Griff zur Raubkopie besteht in der Geltungssucht. Wir alle wollen Anerkennung und dafür müssen wir „mitreden“ können. Das können wir aber natürlich nur, wenn wir halbwegs informiert sind, d.h. wir müssen den Film sehen. Am besten wäre es natürlich, wenn wir noch dazu zu den ersten gehören, die den Film gesehen haben, damit wir noch etwas mehr mit unserem „kostbaren Wissen“ glänzen können. Und siehe da, im Netz kriegt man manchen Film schon vor dem Kinostart – wie soll der Durchschnittsmensch, dessen Geltungssucht von der Industrie ja begrüßt und gefördert wird (siehe letzter Teil), dieser Versuchung widerstehen?
Der letzte Grund ist der simpelste, aber nachvollziehbarste: Geldmangel. Bei einem Kinokartenpreis der zwischen € 7,50 und € 9,90 liegt, überlegt man sich schon zwei Mal, ob man sich einen Film ansieht (vor allem, wenn man ihn ein paar Monate später zum gleichen Preis auf DVD bekommen kann). Und an dieser Stelle setzt das eigentliche Problem der Filmindustrie ein: die mangelnde Qualität des Produkts. Wenn man für einen miesen Film nach dem anderen horrende Eintrittspreise bezahlt hat, denkt man sich halt irgendwann einfach: „Warum nicht einfach ziehen?“
Was es mit der mangelnden Qualität auf sich hat, sehen wir dann beim nächsten Mal…ja, sorry, ich bin immer noch nicht fertig
Warum hasse ich…Terminator – Salvation ?
Man könnte wohl sagen, dass ein guter Film nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt, vielleicht sogar eine Art Botschaft besitzt, die er dem Zuschauer näher bringt. Nun Salvation bedeutet Erlösung und über Erlösung habe ich tatsächlich intensiv nachgedacht, während ich im Kino saß. Ja, eigentlich habe ich mich sogar richtig nach Erlösung gesehnt, insofern hat der neue Terminator seine Mission erfolgreich ausgeführt.
Ich wollte erlöst werden von der katastrophalen Schauspielerführung. Wieso hatte ich im Vorfeld überhaupt geglaubt, dass Regisseur McG zur Abwechslung mal anständige Arbeit leistet? Und man muss schon ein richtig dämlicher Regisseur sein, um aus einer Darstellerin wie Helena Bonham Carter eine derart miese Performance herauszuholen (Die Frau könnte ein Holzbrett spielen und man würde im Regelfall denken: „Wow, dieses Brett…was für ein Brett! Ich will daraus ein Haus bauen.“). Neben Carter bietet auch der Großteil der anderen Darsteller eine fragwürdige Leistung. Ein eindeutiger Beweis dafür, dass die Schuld beim Regisseur zu suchen ist, denn eine einzelne schwache Performance kann schon mal vorkommen, aber wenn sie so gehäuft auftreten, wie in Terminator – Salvation, sollte sich der Regisseur einsacken lassen. (Auch Bale liefert nur Alibiarbeit, indem er den ganzen Film über „tiefsinnig“ vor sich hin starrt. Gott sei dank ist zumindest Sam Worthington zu ertragen.)
Ich wollte erlöst werden von den Brechreiz auslösenden Dialogen. Meine Ohren fangen immer noch zu bluten an, wenn ich mich nur an diese verbalen Krampfadern zurückerinnere. Schon in der ersten Szene des Films wird man schonungslos mit der Unfähigkeit des Drehbuchautors konfrontiert – ich sage nur: „So schmeckt also der Tod“. Zusammen mit McG’s absolutem Mangel an Einfühlungsvermögen ergibt sich dann das cineastische Äquivalent zu Tschernobyl. Das die Story völlig belanglos ist und in einem an Schwachsinnigkeit nicht mehr zu überbietenden Ende gipfelt, macht den Bock dann auch nicht mehr Fett, wie man so schön sagt. Von den fürchterlich erzwungenen Referenzen auf die früheren Filme fange ich lieber erst gar nicht an…
Salvation heißt aber auch Seelenheil und um mein Seelenheil habe ich gefürchtet, als ich feststellen musste, dass diese 200 Millionen Dollar Produktion den Zuschauer tatsächlich mit teils halbgaren Effekten abspeist. So zum Beispiel in der besten Szene des Films…Schwarzeneggers Auftritt. Man zeigt uns Roland Kickingers Body und Arnolds hübsches Gesicht, dass per Computereffekt über Kickingers Visage gelegt wurde. Der Effekt ist okay, aber für einen Hollywood Blockbuster unter aller Sau. Ich kann mir richtig vorstellen wie sich McG und die Effektfuzzis darauf geeinigt haben, das Ganze als absichtliche Hommage an die Prothesenszenen aus dem ersten Teil zu verkaufen, um die offensichtliche Künstlichkeit zu erklären Trotzdem, wie kann es sein, dass in einer solchen Riesenproduktion Effekte auftauchen, auch wenn es nur einige wenige sind, die man als gerade noch ausreichend bezeichnen kann? Auch die Second Unit(das sind die Jungs die das “langweilige” Zeugs aufnehmen) Aufnahmen haben mich schockiert. Da sind ja manche Serien überzeugender ausgeleuchtet.
Ich würde diesem Machwerk eigentlich nur 2 Punkte geben, aber das wäre wohl etwas ungerecht, denn es handelt sich schließlich um einen Popcorn-Actionfilm und bei diesen kommt es nun mal vor allem auf die Action an. Davon gibt es dann auch reichlich und nett inszeniert ist sie noch dazu. Actionfans werden also bestens unterhalten – solange niemand spricht.
4/10
Intern: Kleine Änderungen…
Wolfgang hat mich letztens darauf hingewiesen – richtigerweise, wie ich finde – dass meinen Reviews etwas die Filmhass Note abgeht. Deswegen werde ich mich in Zukunft stärker auf die Schwächen der besprochenen Filme beziehen, auch wenn es sich eigentlich um durchaus akzeptable Filme handelt. Das soll natürlich nicht heißen, dass ich ab sofort aus Prinzip auf den unsinnigsten Belanglosigkeiten herumreiten werde, zumindest will ich versuchen diesen „Zustand“ zu vermeiden, aber ich werde definitiv die (eklatanten) Schwächen stärker herausarbeiten.
Auf diese Weise verleihe ich dem 10-Punkte Rating auch einen größeren Sinn…es gibt dann sozusagen, die „objektive“ Einstufung abseits meiner Hasstiraden wieder.
PS.
Ja, ich poste jetzt wieder regelmäßiger…hoffe ich



