Filmpiraterie: Die Industrie kriegt was sie verdient 4
Okay, das Thema Filmpiraterie als „Provokation der Woche“ weitet sich so langsam zur „Provokation des Jahres“ aus…wird Zeit das ich wenig voran komme. Meine bisherigen Ergüsse zum Thema finden sich hier, hier und hier.
Einmal die Raubkopie, bitte!
Okay, aus welchen Gründen greift der Durchschnittsmensch eigentlich zu einer Raubkopie?
Nun da wäre zum einen der Sammeltrieb – wenn es etwas gibt, dass man horten und katalogisieren kann, gibt es auch immer jemanden, der genau das macht, auch wenn es noch so sinnlos ist. Jeder kennt sicherlich dieses seltsame Phänomen: ein Bekannter erzählt, dass er sich mehr oder weniger das gesamte Kinoprogramm des letzten Quartals „gezogen“ hat. Auf die Frage hin, was denn gut gewesen sei, stellt sich dann aber heraus, dass er praktisch keinen dieser Filme angesehen hat. Hier geht es einzig um Triebbefriedigung, das Gesammelte selbst hat keinerlei Bedeutung. An solchen Fällen sieht man auch sehr schön wie unsinnig diejenigen Verluststatistiken der Filmindustrie sind, die einfach das illegale Downloadaufkommen eines Films auf Kino- und DVD-Preise umlegen. Es wird so getan als bestünde ein realer Verlust, obwohl es in Wahrheit nie zu Einnahmen gekommen wäre, denn kein Sammelwütiger würde all diese Filme kaufen oder im Kino sehen, wenn er sie nicht mehr illegal downloaden könnte.
Der zweite Grund für den Griff zur Raubkopie besteht in der Geltungssucht. Wir alle wollen Anerkennung und dafür müssen wir „mitreden“ können. Das können wir aber natürlich nur, wenn wir halbwegs informiert sind, d.h. wir müssen den Film sehen. Am besten wäre es natürlich, wenn wir noch dazu zu den ersten gehören, die den Film gesehen haben, damit wir noch etwas mehr mit unserem „kostbaren Wissen“ glänzen können. Und siehe da, im Netz kriegt man manchen Film schon vor dem Kinostart – wie soll der Durchschnittsmensch, dessen Geltungssucht von der Industrie ja begrüßt und gefördert wird (siehe letzter Teil), dieser Versuchung widerstehen?
Der letzte Grund ist der simpelste, aber nachvollziehbarste: Geldmangel. Bei einem Kinokartenpreis der zwischen € 7,50 und € 9,90 liegt, überlegt man sich schon zwei Mal, ob man sich einen Film ansieht (vor allem, wenn man ihn ein paar Monate später zum gleichen Preis auf DVD bekommen kann). Und an dieser Stelle setzt das eigentliche Problem der Filmindustrie ein: die mangelnde Qualität des Produkts. Wenn man für einen miesen Film nach dem anderen horrende Eintrittspreise bezahlt hat, denkt man sich halt irgendwann einfach: „Warum nicht einfach ziehen?“
Was es mit der mangelnden Qualität auf sich hat, sehen wir dann beim nächsten Mal…ja, sorry, ich bin immer noch nicht fertig



