Warum hasse ich…The Spirit?

Okay, mir brummt gerade der Schädel und ausnahmsweise ist daran nicht der Film schuld, den ich hier besprechen werde. Egal, es wird wirklich Zeit, dass ich mal wieder etwas poste, also schieben wir die Kopfschmerzen mal beiseite.

Einige von euch werden sich jetzt fragen, weshalb ich „The Spirit“ überhaupt noch bespreche, schließlich lief der Film bereits im Februar im Kino. Die Antwort ist relativ simpel: Die Nachfrage bestimmt das Angebot (ja, ich hab‘ auch mal ein paar Semester VWL studiert…lol). Die Anfragen bezüglich einer Kritik von Frank Millers Comicverfilmung hatten sich mittlerweile einfach derart gehäuft (ähem, es waren drei Anfragen ;-) ), dass ich die Stimme des Pöbels…äh…des Volkes nicht mehr ignorieren konnte. Ausschlaggebend war aber letztendlich eine Anfrage von Moritz, ob ich denn nicht seine Rezension veröffentlichen könnte – quasi als Gastkritik. Dem möchte ich auch umgehend nachkommen:

“Warum hasse ich… The Spirit

Der Film ist einfach schwer dämlich”.

Moritz D. aka Moe

Nachdem das geklärt ist wenden wir uns jetzt aber endlich dem Film zu – zumindest solange wir es aushalten, denn nach gut zwei Minuten (oder wie lange es auch immer gedauert hat, bis das erste Wort gesprochen wurde) will man sich wieder voller Abscheu von der Leinwand abwenden. Es lässt sich dabei sehr präzise festmachen woran der Film scheitert: an allem! Ich bin mir nicht mal sicher, ob „The Spirit“ überhaupt ein Film ist. Nach einer halben Stunde überkam mich zumindest der Verdacht, dass es sich bei der Behauptung, dass „The Spirit“ ein Spielfilm sei, um ein Missverständnis handelt, das bei der Vermarktung des Produkts entstanden sein muss. Der Spirit scheint nämlich vielmehr ein Werkzeug der Zen-Meditation zu sein. Und als solches funktioniert er perfekt. Lasst mich das illustrieren:

Nach 5 Minuten ärgert man sich wegen der dümmlichen Dialoge, die dem Gehirn eines Zwölfjährigen entsprungen zu sein scheinen. Nach 20 Minuten fühlt man sich schlecht, weil sich die anfangs interessante Kameraführung als Foltermaschine für das Auge entpuppt (Wenn „Sin City“ ein Rembrandt wäre, dann wäre “The Spirit” Malen-nach-Zahlen mit einer Bohrmaschine). Nach 35 Minuten fühlt man dann wie sich der Kopf langsam leert. Die „High Scool Musical“ Rückblende gibt unseren Synapsen einfach den Rest. Eine Stimme sagt: “Wehre dich nicht. Lass’ es einfach geschehen.” Gedanken ziehen vorbei und kommen nicht wieder, bis man nach gut 70 Minuten nicht einfach nur jegliches Denken eingestellt hat. Da macht es im Nachhinein absolut Sinn, dass all die verdienten Schauspieler wie Knallchargen agieren. Man will uns eben nicht aus unserer Meditation reißen, schließlich befindet man sich auf einer anderen Bewusstseinsebene. Man ist die Leinwand, sozusagen…wer’s braucht.

Um “The Spirit” etwas Gutes abzugewinnen müsste man nicht beide Augen zudrücken…man müsste sie schon zunähen. Selbst die immer wieder anklingende Selbstironie kann den Film nicht vor dem Totalausfall bewahren. Ach und falls sich jemand wundert, dass ich nichts zum Inhalt der Story gesagt habe: es gibt nun mal keine, sorry. Positive Aspekte? Irgendwann ist der Film zu Ende…


1/10

7 Kommentare zu „Warum hasse ich…The Spirit?“

  • Moritz:

    Hey, und ich dachte, mit meiner Kritik sei schon alles abgedeckt! ;)

    “Malen nach Zahlen mit der Bohrmaschine” triffts sehr gut! Tut mir leid, dass ich dazu gebracht habe, den Film zu gucken.

    Eine gute Sache gibt es dann aber trotz allem anzumerken: Irgendwo in der Mitte sieht man Eva Mendes’ nackten Po. Aber so weit muss man erstmal kommen…

  • admin:

    “Hey, und ich dachte, mit meiner Kritik sei schon alles abgedeckt!”

    Stimmt, aber mein Ego hätte es nicht ertragen, wenn ich nicht noch meinen Senf dazu gegeben hätte. Und irgendwie musste ich dieses traumatische Erlebnis ja auch verarbeiten. ;)

    Was den Po anbetrifft: sieht zwar gut aus, aber wer weiß wieviel davon tatsächlich real ist und nicht aus der digitalen Retorte stammt.

  • bored2death:

    Na ja… also ich weiß nicht warum der The Spirit hier eine extrem niedrige Wertung bekommt und The Watchmen als gerade noch passabel durchgeht.
    Nur weil The Watchmen auf Selbstironie weitestgehend verzichtet (obwohl er die bitter nötig hat)?

  • admin:

    @bored2death

    Hmm, ich denke Watchmen lebt von seiner intelligenten Story. Snyders “Vision” mag einige Mängel haben (auch gerade im Hinblick auf die Umsetzung der Story), aber letztlich wird sie durch Moores Gedankenkonstrukt gerettet. Bei “The Spirit” steckt dagegen gar nichts dahinter…

    Des Weiteren bin ich der Meinung dass Watchmen stilistisch nie diesen unglaublich unerträglichen Grad erreicht(höchstens in einigen wenigen Augenblicken), den “The Spirit” permanent aufrecht erhält.

  • bored2death:

    Mit “unglaublich unerträglichen Grad” meinst du Samuel L. Jackson`? ;)

  • admin:

    @bored2death
    Unter anderem…aber eigentlich meine ich alles. Die Dialoge sind nicht auszuhalten, die Kamera nervt und die Schauspieler spielen als hätten sie gemerkt, dass der Regisseur eh einen Scheiß auf ihre Performance gibt. Die “Handlung” löst auch nur Kopfschütteln aus…ernsthaft, dieser Film macht wirklich alles falsch. (okay, der Schnitt geht in Ordnung)

  • [...] Der beste Film: Inglourious Basterds Der schlechteste Film: The Spirit (eigentlich von 2008, aber da er bei uns erst 2009 gestartet ist…aber Crank II war ihm dicht [...]

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