Archiv für November 2009
Coffee Dog – Nachtrag
Wie versprochen werde ich hier noch ein bißchen was zu Entstehung des Clips sagen. Fangen wir mit dem Look an, der ja bereits kritisiert wurde.
Der Look
Da der Clip inhaltlich überzeichnet daher kommt, dachte ich mir, dass es eigentlich ganz passend wäre, wenn sich das auch in seinem Look wiederspiegelt. Nachdem ich ein wenig herumexperimentiert hatte, bin ich dann bei den “Pinselstrichen” hängen geblieben, die mich wegen ihrer Unruhe an alte Animation aus dem Ostblock erinnerten (ich meine jene Trickfilme, bei denen das Filmbild immer in “Bewegung” bleibt…z.B. wie in diesem Test ). Dumm nur, dass der Effekt durch die Kompression auf Youtube nicht mehr richtig zu erkennen ist. Man erkennt ihn jetzt fast nur noch an den kontrastreichen “Kanten” im Bild. Besonders in den hellen Bildbereichen, wie z.B. dem Boden, geht er völlig verloren. Dieser Qualitätsverlust ist mir erst bewusst geworden, nachdem Moritz und Seasonfree in ihrer Kritik von einem “Unschärfeeffekt” sprachen. Schade, aber da kann ich leider nichts dran ändern (HD wird angeboten, aber normale Pal-Auflösung stellt man nicht voll dar!? Willkommen bei Youtube).
Verzögerungen
Der Look ist auch nicht ganz unschuldig daran, dass sich die Arbeit am Clip in die Länge zog. Ursprünglich hatte ich nämlich den Hintergrund wesentlich dunkler gestaltet. Nachdem diese Version aber wenig anklang fand, musste ich die Helligkeit noch mal ein ganzes Stück nach oben korrigieren. Was wiederum zur Folge hatte, dass der Hund nun eine dunkle “Aura” aufwies, weil es mir der dunklere Hintergrund ermöglicht hatte etwas unsauberer beim “Ausschneiden” des Hundes (um ihn vom Hintergrund zu trennen – der Effekt sollte den Hund ja nicht betreffen) zu arbeiten. Also musste ich auch da wieder Anpassungen vornehmen…egal, im Endeffekt war die Entscheidung den Hintergrund aufzuhellen richtig – wirkt einfach viel besser – auch wenn es ‘ne Menge zusätzlichen Stress ausgelöst hat.
Musik
Auch die Musik hat mir dieses Mal ziemliches Kopfzerbrechen bereitet. Ich hab’ feststellen müssen, dass es alles andere als einfach ist die Musik für einen “lustigen” Clip zu designen(ich spreche mal vom designen, weil es ‘ne Beleidigung für alle richtigen Musiker wäre, wenn ich behaupten würde, ich hätte da etwas “komponiert”). Bei “coolen” Sachen wie den Stylebook Videos reicht im Prinzip etwas rhythmisches mit halbwegs schnellem Beat, das auf den Schnitt abgestimmt ist und gut is’…die Musik soll das Geschehen ja nur untermalen. Bei einem lustigen Clip funktioniert diese Vorgensweise aber nur unzureichend. Die Musik muss schon selbst etwas amüsantes haben, um den Zuschauer davon zu “überzeugen”, dass das was er da sieht auch wirklich lustig ist. Die verwendete Musik war dann auch das Ergebnis von zwei Tagen voller unbefriedigender Versuche etwas brauchbares zu generieren (den ersten zehn Versionen hat man besonders deutlich angehört, dass ich zuviel Industrial höre
). Die Musik entspricht jetzt zwar eigentlich immer noch nicht so ganz dem, was ich mir vorgestellt hatte, aber ich denke sie funktioniert. Insofern bin ich zufrieden – auch weil es diesmal noch gar keine Beschwerden ihretwegen gab
(aber das kann sich ja noch ändern).
Okay, das war ‘ne recht oberflächliche Abhandlung, aber ich will euch auch nicht mit unwichtigen Details langweilen. Falls es irgendwelche Fragen gibt, haltet euch nicht zurück…
Intern: Fehler über Fehler…
Großartig, ausgerechnet jetzt wo ich mich nicht darum kümmern kann spinnt der Blog und zeigt die Überschriften nicht mehr an.
Wundert euch nicht, wenn es etwas länger dauern wird, bis ich das behoben habe.
//Nachtrag
Okay, das Plugin, dass für die Überschriften zuständig ist, habe ich jetzt erst mal deaktiviert, weil sich der Fehler einfach nicht beheben lässt. Werde schauen, ob ich einen adäquaten Ersatz finde…ansonsten müsst ihr leider mit den hässlichen Standardüberschriften vorlieb nehmen. 8-(
“Coffee Dog” ist endlich fertig…
Okay, der Clip ist endlich fertig und steht jetzt online.
Ich hab’ mal wieder kein Internetzugang (und poste das hier deshalb von meinem bevorzugten Café aus
) daher gibt es jetzt erst mal nur den Clip. Morgen oder Übermorgen – wenn ich hoffentlich wieder Zugang habe – schreibe ich dann ein bißchen mehr dazu…
Cafecubevideoclip Update 20.11.2009
Okay, was hat sich in letzter Zeit getan? Die Entscheidung den Pinselstrichlook für den Hintegrund zu verwenden wurde gefällt. Darauf hin habe ich zehn Tage lang einen hüpfenden Hund “per Hand ausschneiden” dürfen, um den gewünschten Effekt in brauchbarer Qualität zu erzielen. Für die erste Sekunde habe ich gechlagene 4 Stunden gebraucht (da is’ er aber auch wie blöd gehüpft). Glücklicherweise konnte ich im weiteren Verlauf meine Arbeitsgeschwindigkeit drastisch erhöhen…trotzdem, sollte eine innere Stimme euch jemals fragen, “Hey, warum bearbeiten wir nicht 491 Bilder eines hüpfenden Hunds per Hand?”, dann haut euren Kopf einfach gegen die nächste Wand. Das ist weniger schmerzhaft und macht wesentlich mehr Spaß. Egal, bin ja selbst schuld. So ist das halt, wenn man einen Clip völlig improvisiert…dem Hund haben wir ja schlecht sagen können was er machen soll
.
Außerdem hab’ ich mich von den knalligen Farben verabschiedet, da der Clip vermutlich auch als Werbung im Regionalfernsehen laufen wird und da würden die Farben zusammen mit den unruhigen “Pinselstrichen” zum sensorischen Overkill bei Zuschauer führen. Eine kleine Effektpointe, ähnlich dem Smileygesicht im Kaffeclip, habe ich natürlich auch wieder eingebaut. Ansonsten werde ich jetzt noch ein paar Titeleinblendungen basteln müssen, die den Clip unterbrechen werden. Am Montag wird der Clip wohl fertig sein…
Der nervigste Film 2009?
Auf moviepilot.de wird zurzeit über den nervigsten Film des Jahres abgestimmt und da Janos angefragt hat, ob ich das hier nicht unterstützen könnte…bitte sehr, wer Lust hat kann sich die Sache ja mal anschauen und seine Stimme abgeben. Im Moment führt mit großem Vorsprung Twilight (ihr wisst schon, der Film über eine junge Frau, die einen Homosexuellen solange stalkt bis er Hetero wird…oder so ähnlich – danke Philipp
).
Warum hasse ich…Pandorum?
Stellt euch vor ihr erwacht auf einem Raumschiff – ihr erinnert euch nicht an eure Vergangenheit, ihr wisst nicht weshalb ihr euch übehaupt an Bord befindet und ihr seit allein…oder lauert da etwas in der Dunkelheit auf euch? So ergeht es der Hauptfigur in “Pandorum“, Bower, der wir in Christian Alvarts Science-Fiction-Thriller durch die Story folgen.
Der Film beginnt auch entsprechend wie ein Kammerspiel-Psycho-Thriller. Was tun wenn man allein in der Dunkelheit ist, an einem Ort den man nicht kennt – nur mit der eigenen Angst bewaffnet. Leider gibt der Film diese durchaus interessante Ausgangsituation sehr schnell zugunsten einer 08/15-Actionstory auf. Die “Elysium”, so der Name des Raumschiffes, ist nämlich alles andere als unbewohnt und Bowers “Weg zu sich selbst” entwickelt sich alsbald zum simplen Kampf ums nackte Überleben, wie man ihn schon tausend Mal zuvor gezeigt bekommen hat. Generell hat man das Gefühl, dass alles schon mal gesehen zu haben. Ein bißchen “Event Horizon“, eine Touch “Sunshine” und austauschbarer Horror alá “Silent Hill” – von den verschieden Videospielen, bei denen sich die Macher für’s Design bedient haben, ganz zu schweigen. Wenn der Film diese Vorbilder dann wenigstens halbwegs erreichen würde, aber…das ist nun mal leider nicht der Fall (kein gutes Zeichen, wenn man mit Event Horizon oder Silent Hill nicht wirklich mithalten kann
).
Ich würde sagen “Pandorum” ist wieder einmal ein typisches Beispiel für einen Film, der mehr sein will, als er kann. Da wird hochtrabend die Frage nach dem moralfreien Raum gestellt und die einzige Antwort die uns der Film liefert, lautet: irgendeiner wird dich schon bestrafen, wenn du sündigst. Nein, welch’ tiefgründige Auseinandersetzung hat sich der Autor da mit den grundlegenden Problemen der Moralphilosophie geliefert. Ich bin beeindruckt. Dann will Alvart auch noch schnell die Grenzen von geistiger Gesundheit und Wahnsinn ausloten und kratzt dabei nicht mal an der Oberfläche der menschlichen Psyche, aber hey, wofür soll man sich ernsthaft Gedanken zu so einem Thema machen, wenn man auch einfach ein paar gängige Klischees auspacken kann und dann das Ganze mit ein paar Standardeffekten garniert. (Der VFX-Supervisor zum Regisseur: “Ey, ich hab’ ‘ne brillante Idee. Wie wäre es wenn wir die Geisteskrankheit mit Überblendungen, Wackelkamera, und kamerablitzartigen Gloweffekten darstellen. Das hat die Welt noch nicht gesehen…außer bei so ziemlich jedem Film der letzten 15 Jahre, der sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat.” Der Regisseur: “Spitze, das machen wir. Da kommt mir auch ‘ne klasse Idee. Wie wäre es wenn es sich bei der Geisteskrankheit um eine dissoziative Identitätsstörung handelt. Das hat die Welt noch nie gesehen…außer bei so ziemlich jedem Film der letzten 15 Jahre, der sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat.” Da setzt der Kameramann ein und sagt: “Super, das bringt mich auf ‘ne Idee…” Und wenn sie nicht gestorben sind, dann klopfen sie sich immer noch gegenseitig auf die Schulter.)
Was den Film dann endgültig in die Hölle für schmutzige, kleine B-Movies schickt, sind die handwerklichen Unzulänglichkeiten. Immer wieder mal gibt es die obligatorische, völlig unnütze Rückblende, die uns nichts wichtiges erzählt, dafür aber völlig deplatziert wirkt und den Rhythmus des Films stört. Entsprechend wenig überzeugt auch der Schnitt, der, sagen wir mal, uninspiriert ist. Die Kameraarbeit ist eigentlich okay, verfährt aber nach dem “Wir-halten-halt-mal-drauf”-Prinzip. Und so weiter und so fort…
Ich freue mich jedes Mal, wenn ein deutscher Regisseur den Sprung ins internationale Geschäft schafft und ich halte Alvart auch für durchaus talentiert (sein “Antikörper” mag Längen gehabt haben, hat aber deutlich gezeigt, dass der Mann einiges drauf hat), aber “Pandorum” ist ein großer Schritt in die falsche Richtung. Für Fans des Genres taugt der Film sicherlich zur Unterhaltung, aber selbst die werden das eine oder andere Mal den Kopf schütteln. Beispielsweise, wenn Bower praktisch aus dem Nichts immer wieder ein Knick-Licht hervorzaubert…früher ging den Helden nie die Munition aus, heute haben sie immer ein “Streichholz” bei sich…
4/10
Ein paar Testclips für das neue Video…
Da ich immer wieder mal gefragt werde, ob ich meine Clips nicht auch während des Entstehungsprozesses zeigen könnte, poste ich jetzt mal ein paar kurze Testclips. Das Zeug ist alles andere als spektakulär, aber zumindest könnt ihr euch dann ein Bild davon machen, wie ich mich an den neuen Cafecube Clip “herantaste”.
Der Clip soll etwas expressiver werden, daher hab’ ich ein wenig mit Farben und Pinselstrichen experimentiert. Das Ganze ist in wenigen Minuten entstanden, den Effekten fehlt also jegliches Feintuning.
Nehmen werde ich davon vermutlich aber gar nichts.
Falls doch, dann in einer anderen Form…



