Wo der Hass hinfällt 30.12.2009

Avatar
Der teuerste Film aller Zeiten und ich widme ihm nur eine Kurzkritik – ich denke, das sagt schon einiges darüber aus, was ich von dem Film halte. Tatsächlich koche ich gerade noch nebenher, während ich diese Zeilen schreibe. Ihr seht die Auseinadersetzung mit diesem Film ist mir ungemein wichtig.

Okay, das hat jetzt bei euch vermutlich doch ein falsches Bild von meinem Kinoerlebnis erzeugt, denn Avatar ist keineswegs ein mieser Film. Technisch ist er brillant umgesetzt und über weite Strecken auch durchaus unterhaltsam inszeniert, aber ich finde einfach, dass das insgesamt ein bißchen wenig ist, für einen Film mit einem solchen Budget. Abseits der Effektorgie bleibt nämlich nicht viel Beeindruckendes übrig. Da wäre die naive, kitschige und wenig originelle Öko-Thriller Story, die in erster Linie die Entdeckung Südamerikas und die damit einhergehende Ausrottung der Ureinwohner verarbeitet. Weshalb der Film zweieinhalb Stunden Laufzeit benötigt, um diese platte Verneinung des westlichen Lebensstils (Gott sei dank bin ich als Deutscher in Sachen Selbsthass vorzüglich ausgebildet worden) zu zelebrieren, bleibt ein Rätsel…das Ganze hätte nämlich, so wie es hier dargestellt wird, auch in 60 Minuten abgehandelt werden können. Und ausgerechnet der Part des Handlung, der durchaus interessante Ansätze hat – die Auswirkungen des “Rollenspiels” auf den Spieler – kommt viel zu kurz. Auch “schauspielerisch” ist der Film nicht überzeugend. Die computergenerierten “Indianer” zeichnen sich nicht gerade durch subtiles Minenspiel aus, aber gut, da stehen ihnen einige ihrer menschlichen Kollegen in nichts nach.

Egal, machen wir es kurz. Avatar lohnt sich nur in der 3D Version und dann auch nur für diejenigen, die noch nie einen 3D Film im Kino erlebt haben. Allen anderen empfehle ich auf die DVD/Blu-Ray zu warten. Generell gilt: muss man nicht gesehen haben.


6/10

Gamer
Wir befinden uns mal wieder in der nahen Zukunft und natürlich wird die Menschheit auch wieder durch eine böse Macht (in diesem Fall ein Medienkonzern) korrumpiert und bedroht. “Gamer” ist die x-te Auflage der bekannten orwellschen “Big Brother”-Story und bedient sich dabei bei so ziemlich allem was Sci-Fi Kino zu bieten hat (ein bißchen “Running Man“, ein Schuss “Blade Runner“, und so weiter). In dieser Version geht es dann – ganz im Trend unserer Zeit – um eine Gesellschaft in der Computerspiele mit echten Menschen, in die sich der Spieler “einlinkt”, umgesetzt werden.

Allerdings muss ich zugeben, dass der Film seine Sache, trotz des konfusen Drehbuchs (oder vielleicht sogar deswegen !?), gar nicht mal so schlecht macht. Im Prinzip sind es nämliche gerade die Dinge, die der Film objektiv betrachtet schlecht macht, die ihm ein gewissen Charme verleihen. So ist die Action fürchterlich langweilig inszeniert, löst beim Zuschauer also genau das gleiche Gefühl aus, das er auch hätte, wenn er jemandem tatsächlich beim Spielen eines Videospiels zuschauen würde. Auch das Kostümbild und das Set-Design sind nicht das Gelbe vom Ei, aber genau das erweckt überhaupt erst ein klein wenig den Eindruck einer tatsächlich möglichen Version der Zukunft. Die Realität zeichnet sich eben vor allem durch die Geschmacklosigkeit ihrer Bewohner aus ;-) . Wirklich schade, das der Film seinen sozialkritischen Ansatz völlig gegen den Baum fährt und den Zuschauer dann auch noch mit einem ziemlich sinnfreien Ende quält, das genau auf die Gesellschaft zugeschnitten ist, die der Film eigentlich kritisieren wollte. Hätten die Filmemacher sich da ein wenig zusammengerissen hätte “Gamer” das Potenzial zur Kult-Trashperle gehabt.

Hat aus seinen “Schwächen” leider nicht genug gemacht ;-)


5/10

5 Kommentare zu „Wo der Hass hinfällt 30.12.2009“

  • hm 6/10 ist bisschen happig bei avatar, ich würde 7 geben und gamer nur 4 davon 3 weil Michael C. Hall so durch ist wie immer;)

  • admin:

    Naja, mit Avatar gehe ich halt etwas härter ins Gericht, weil er mit dem Prädikat “teuerster Film aller Zeiten” Werbung macht…Gerüchten zufolge soll der Film fast 500 Millionen Dollar gekostet haben! Sorry, aber dafür ist der Film recht dürftig geraten. Meine (weibliche) Begleitung ist übrigens mehrmals während des Films weggedöst. Außerdem denke ich, wie gesagt, dass der Film in seiner 2D Version sogar noch uninteressanter wäre…

    Bei Gamer hab’ ich auch erst über vier oder sogar drei Punkte nachgedacht, weil der Film halt wirklich trashig ist…aber manche Filme sind halt gerade “gut”, weil sie mies sind ;-) Wobei 5 Punkte ja noch lange nicht gut sind…

  • Endlich mal ne Avatar Kritik, die wirklich sagt, was Sache ist. Ich habe schon viele Kritiken zu diesem Film gelesen, aber deine deine spiegelt nicht nur meine wider, sondern hat nicht zu viel Respekt davor, dass der Film von Cameron gedreht wurde und der teuerste Film aller Zeiten ist. Ein so großer Hype hat wohl doch Einfluss… Schade eigentlich :-(

  • admin:

    @indiefreak
    Danke, ist immer gut zu hören, dass es Leute gibt, die meinen grundlegenden Umgang mit Filmen zu schätzen wissen. ;-)

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