Wo der Hass hinfällt 26.02.2010
Freitag, Februar 26, 2010A Serious Man
Der neue Film der Coen Brüder hat mich ehrlich gesagt etwas gelangweilt. Ich vermute das liegt darin begründet – und das mag sich jetzt paradox anhören – das der Film einfach zu gut gemacht ist. Der Film führt uns das “normale” Leben mit all seinen kleinen Problemchen und Absurditäten vor Augen. Und das macht er eben zu gut. Das normale Leben plätschert nunmal nur vor sich hin, wenn man es von aussen betrachtet. Selbst die größten Schicksalschläge sind nicht mehr als eine Randnotiz bei einem Kaffeekränzchen, wenn man nicht selbst betroffen ist und genau diesen Effekt erzielt auch “A Serious Man”. Nach dem Film denkt man sich kurz, das das Leben halt so sei, seufzt, und dann vergisst man den Film wieder.
Ja ich weiß, als Pseudo-Intellektueller sollte ich diesen Film über einen Uni-Dozenten und sein aus dem Ruder laufendes Leben klasse finden…tue ich aber nicht, auch wenn ich zugegebenermaßen ab und zu schmunzeln musste. Es ist ja auch großartig, dass es der Film versteht in jeglicher Hinsicht seine “Botschaft” zu transportieren – das schaffen schließlich die wenigsten Filme – aber was bringt mir das als Zuschauer, wenn mich das Gezeigt gerade deshalb nie so wirklich mitreißt?
4/10
Wolfman
Der Stab von Wolfman liest sich wie ein kleines Who-is-Who der jüngeren Filmgeschichte. Gleich vier Oscarpreisträger (Anthony Hopkins, Benicio Del Toro, Walter Murch und Joe Johnston) haben an diesem Film mitgewirkt (und mit Danny Elfman ein Komponist, der immerhin vier Mal für den Oscar nominiert war). Da sollte doch ein interessanter Film zustande kommen, oder? Die Antwort ist ein klares „Jein“. Die gebotene „Qualität“ schwankt einfach zu sehr, um zu einem anderen Schluss kommen zu können. Man wird einfach nicht das Gefühl los, dass sich der eine oder andere große Namen nur des Geldes wegen auf Wolfman eingelassen hat.
Da wäre Hopkins, der seine Rolle zwar routiniert herunterspielt, aber zugleich den Eindruck hinterlässt, als ob er sich für diesen Film nicht unnötig überanstrengen wolle. Elfman scheint es Hopkins gleich tun zu wollen. Sein Soundtrack ist durchaus stimmungsvoll geraten, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen das große Teile aus Sleepy Hollow (gut, hier kopiert er sich wenigstens selbst) und Bram Stokers Dracula „entlehnt“ wurden. Die Arbeit der Drehbuchautoren scheint ebenfalls diesem Arbeitsprinzip entsprungen und nicht allzu fordernd gewesen zu sein, denn die Story des Originals (The Wolf Man) wurde fast eins zu eins übernommen. Nur um einen klischeehaften Vater-Sohn Zwist und das viktorianische Setting wurde die Story ergänzt (halt das stimmt nicht, es wurden auch noch einige Motive aus anderen Horrorfilmen übernommen, aber darauf will ich nicht näher eingehen, um nicht Gefahr zu laufen die Story zu spoilern). Bequemlichkeit scheint hierfür die einzige Erklärung zu sein…naja, zumindest wird es die Fans des Originals freuen.
Das soll nicht heißen, dass das alles schlecht gemacht wäre, nein, Wolfman ist ein durchaus stimmiges Schauermärchen, es ist nur vielmehr so, dass der Film doch etwas altbacken daher kommt und sich dabei so ernst nimmt, dass man nur verwundert den Kopf schütteln kann.
5/10


