Archiv für August 2010

Die perfekte Einstellung – oder roll it like Donnie Darko.

Gestern sprach ich vom “Rollen” des Filmbilds mittels einer Steadicam. Wolfgang hat mich nun darauf aufmerksam gemacht, dass sich der eine oder andere Leser darunter vermutlich recht wenig vorstellen kann. Tatsächlich handelt es sich hierbei auch um eine Kamerabewegung, die oft in der einschlägigen Literatur vernachlässigt wird. Als ich nach “Kamerabewegungen” gegoogelt habe, bin ich auf jeden Fall erst auf der vierten oder fünften Seite zu dem Thema fündig geworden. Daher dachte ich mir ich erkläre das Rollen noch mal anhand einer kleinen Einstellung aus Donnie Darko. Eine Einstellung die ich als eine der genialsten der Filmgeschichte bezeichnen würde. Nicht weil sie technisch oder ästhetisch revolutionär gewesen wäre, sondern schlicht und einfach weil sie die surreale Grundstimmung des Films mittels einer simplen, aber absolut treffenden Mischung aus Komposition, Ton, Brennweite, Kamerabewegung und Zeitlupe perfekt auf den Punkt bringt. In dieser einen Einstellung steckt sozusagen der ganze Film (etwas überspitzt gesagt).

Es handelt sich um die erste Einstellung in diesem Clip:

Die Kamera liegt auf der Seite und dreht sich dann in den “korrekten” Blickwinkel während sie leicht zur Seite und nach hinten gleitet. Dieses “Drehen” der Kamera ist das Rollen von dem ich sprach. So einfach ist das. Der Einsatz eines Weitwinkelobjektivs, das Geräusch der Glocken (und die darauf folgende Musik) und die Zeitlupe sind dann nur noch das I-Tüpfelchen auf dem Sahneberg…oder so ähnlich ;-)

Filmhass hat husten und die “Steadicam” für TiK steht…


So langsam nervt mich WordPress ein wenig. In den letzten Tagen kam es gehäuft zum Auftreten der berüchtigten “weißen Seite des Todes“, und das obwohl ich nichts am System geändert hatte. Als ich heute dann das Upgrade auf WordPress 3.01 durchgeführt hatte, ging stellenweise gar nichts mehr. WordPress 3.x scheint ein Speicherfresser wie er im Buche steht zu sein…gut, nachdem ich nun auch das letzte nicht wirklich benötigte Plugin über Bord geschmissen habe und die Sprachdatei gepatcht habe scheint der Blog wieder einigermaßen stabil zu laufen. Sorry, falls ihr hin und wieder doch vor einer weißen Wand stehen solltet, wenn ihr Filmhass besucht. Ich werde versuchen eine dauerhafte Lösung für dieses Problem zu finden.

Aber immerhin gibt es auch etwas Erfreuliches zu berichten. Vor ein paar Tagen bloggte ich, dass ich für TiK gerne exzessiven angemessenen Gebrauch von der Steadicam-Technologie machen würde, um das ziellose umhergleiten der Hauptfigur zu unterstreichen. Glücklicherweise habe ich bereits ein kleines Glidecam System auftreiben können und nachdem ich es jetzt zwei Tage lang getestet habe, bin ich schlichtweg begeistert. Es handelt sich um meine erste Begegnung mit einem Schwebestativ und die “Testfahrten” erinnern teilweise noch an das Flugverhalten einer besoffenen Mücke – ein richtiger Steadicam Operator braucht wohl mehrere Jahre um die Technologie zu meistern – aber alles in allem bin ich ziemlich baff, was sich bereits als ungeübter Nutzer aus diesen Dingern herausholen lässt. Mit intensivem Training sollte sich da bis Drehbeginn noch einiges machen lassen. Mir schweben nun auch keineswegs mehr nur noch einfache Fahrten vor. Beim experimentieren ist mir nämlich aufgefallen, dass man mit der Glidecam das Bild auch großartig “rollen” kann, was einen sehr coolen surrealen Eindruck hinterlässt. Ein Effekt den ich eigentlich komplett am Rechner entstehen lassen wollte…

TiK: Equipment, Technik und Equipment…

Ich hatte ein paar Leuten versprochen etwas zu Inception zu schreiben, aber ich fürchte das wird noch eine Weile auf sich warten lassen müssen (wenn ich überhaupt die Muse dafür finde). Ich bin zurzeit zu sehr durch TiK und einige andere Arbeiten eingespannt. Aktuell zerbreche ich mir den Kopf über’s Equipment für den Dreh zu TiK und dessen letztendlichen “LooK”.

Gedreht wird auf einem Spiegelreflexsystem – soviel steht fest – und diese Systeme haben einfach etwas schizophrenes: Auf der einen Seite steht einem was die ästhetische Gestaltung anbetrifft der Himmel offen: freie Wahl der Brennweite, ungalubliche Lichtempfindlichkeit, Sensoren die in ihrer Größe an 35mm Film und die damit verbundenen Vorteile heranreichen, kinotaugliche Auflösung, usw…auf der anderen Seite kriegt man in der Nachbearbeitung sofort die Flügel gestutzt, weil das Material nur komprimiert aus der Cam kommt. Wer auf extremere Farbkorrekturen steht und die Aufnahme nicht perfekt darauf abgestimmt hat, wird umgehend mit Bildfehlern bestraft (von den ohnehin bestehenden Problemchen wie Moire, Rolling Shutter, Banding etc. ganz zu schweigen).

Die nächsten Wochen werden also aus 1. Testaufnahmen 2. Testaufnahmen und 3. Aufnahmen zu Testzwecken bestehen… :D

Abgesehen davon sieht der Plan im Moment folgendes vor: um den zeitlich sehr engen Drehplan einhalten zu können werden nur Szenen die in Innenräumen spielen aufwändig ausgeleuchtet. Bei Außenaufnahmen wird in erster Linie auf natürliches Licht und Reflektoren gesetzt. Der Rest “passiert” in der Nachbearbeitung (also so ähnlich wie ich es auch bei den Stylebook Clips gehalten habe). Das spart eine Menge Zeit und ermöglicht es flexibler auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren (und die gibt es immer). Da die Hauptfigur der Serie ab einem gewissen Punkt mehr oder weniger durch die Handlung treibt, wie ein Blatt im Wind, bin ich außerdem ein wenig von der Idee besessen, dass große Teile der Serie von Steadicamfahrten durchzogen sein sollten…aber inwieweit das sinnvoll umsetzbar ist, muss ich erst noch einmal eingehender überprüfen.

Je nachdem wie erfolgreich die Tests verlaufen und wie viel Zeit ich dann noch zur Verfügung habe, werde ich einen kleinen abschließenden Clip drehen, um euch schon etwas den Look der Serie einzustimmen… ;D

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