Autorenarchiv
Fehler, mal wieder…
Ókay, posten ist wieder möglich und die Seite aufrufbar. Der Fehler scheint behoben. Hoffentlich bleibt es so…
//Nachtrag
Es lag wohl am Sexy Bookmarks Plugin, daher bleibt dieses Plugin bis auf weiteres deaktiviert.
The Warriors: Wie ein dreißig Jahre alter Film Sin City locker in die Tasche steckt!
Als ich mich gestern ein wenig auf My Life In Reverse umgesehen habe, ist mir mal wieder aufgefallen wie viele kleine (und große) Filmperlen der Mehrheit der Filmenthusiasten unbekannt sind. Also will ich zur Abwechslung darauf verzichten Filme niederzumachen und stattdessen einen meiner Lieblinge anpreisen.
In den USA ist “The Warriors” ein Stück Popkultur. In Europa kennt den Film praktisch niemand (ausgenommen ein paar Kids, die sich das schwache gleichnamige Videospiel reingezogen haben). Nun man muss sicherlich nicht alles kennen was in den USA Ruhm erlangt hat, aber in diesem speziellen Fall entgeht dem Kinofan einiges, denn „The Warriors“ ist aus gutem Grund zum Kultfilm geworden.
Der Erfolg des Films ist dabei nicht in erster Linie das Verdienst von Regisseur Walter Hill, der sich wie viele Regisseure seiner Generation am Werk des brillanten Akira Kurosawa orientierte als er “The Warriors” drehte (was sich besonders deutlich im Showdown – eine offensichtliche Hommage an Yojimbo – wiederspiegelte). Es lag auch nicht allein an dem großartigen Soundtrack, der den Film auf eine andere Ebene katapultiert und ihn streckenweise allein anzutreiben scheint. Ganz sicher lag es auch nicht an der Story. Die ist nämlich – wie bei den meisten Actionfilmen – eher dämlich, stellenweise unfreiwillig komisch und recht pubertär: die Warriors müssen sich eine Nacht lang durch das Gebiet feindlicher Gangs schlagen (im wahrsten Sinne des Wortes). Aus diesem Grund empfehle ich hier auch ausdrücklich den 2005 erschienen Director’s Cut, der sich selbst nicht mehr so ernst nimmt und die Verweise zum Medium des Comics noch stärker herausarbeitet…was die Story auf ein akzeptables Level hebt.
Nein, was “The Warriors” wirklich einzigartig macht, ist sein Look. Einige Szenen wirken derart stilisiert, dass man sie getrost als sich bewegende expressionistische Gemälde bezeichnen darf. Vor allem die Eröffnungssequenz muss in ihrer drastischen Bildästhetik manchem Kinogänger 1979 wie ein Schlag ins Gesicht vorgekommen sein. Was Kamermann Andrew Laszlo hier, wenn auch nur in einigen wenigen Einstellungen, fabrizierte dürfte den heutigen Zuschauer, der das visuelle Extrem gewohnt ist, nicht mehr sonderlich kratzen. Vor dreißig Jahren aber war das schlichtweg unglaublich und nahm im Prinzip eine Optik vorweg, für die Sin City Jahrzehnte später gefeiert werden sollte (und das in Farbe…jeder der etwas Erfahrung mit Fotografie gesammelt hat, weiß das es wesentlich einfacher ist ein stimmungsvolles Schwarzweißbild zu erschaffen).
Und das Beste daran? Der Look war ein “Unfall”. Das verfügbare Filmmaterial war nicht sonderlich lichtempfindlich und das Budget lies kein großes Lichtequipment zu, also filmte Laszlo einfach “auf gut Glück”. Das Ergebnis ist Filmgeschichte…
TiK: Testclip Sturm
Als ich mit dem Schreiben an TiK begonnen hatte, kam mir irgendwann die Idee ein paar Szenen bei Regenwetter spielen zu lassen. Eine Idee, die ich sehr schnell verwarf, denn weder würde ich es mir leisten können mit dem Dreh auf Regen zu warten, noch könnte ich – wegen des begrenzten Budgets – vor Ort Regen “erzeugen”. Was aber wenn das Gegenteil passiert und mir Regen einen Strich durch die Dreharbeiten macht?
Ich musste also eine Möglichkeit finden künstlichen Regen zu generieren. Hier das Ergebnis (mein Dank geht in diesem Zusammenhang an Alex Verlan, der den folgenden Clip mit seinen erstklassigen Tipps überhaupt erst möglich gemacht hat).
Ps.
Leider weist der Clip ein kaum merkliches Zittern auf, nachdem ich ihn bei Youtube eingestellt habe. Ich vermute mal das hängt mit der Kompression zusammen. Egal, ich denke der Clip zeigt trotzdem einigermaßen gut was möglich ist…der letzte Schliff fehlt hier eh noch.
TiK: Ein kleiner Testclip – Explosion
Hab’ gestern einen kleinen Clip gebastelt, um zu testen inwieweit sich halbwegs glaubhafte Explosionen generieren lassen. An sich nix besonderes, aber ich dachte ich poste es, damit ihr seht, dass das Projekt noch lebt.
Weitere Testclips werden folgen…
Ps.
Aufgenommen in Konstanz mit meiner alten Canon XL1 und nachbearbeitet mit Adobe After Effects. Das Stockmaterial stammt aus der “Action Essentials II” Sammlung. Wer etwas genauer hinschaut, wird feststellen, dass ich auch das Logo eines bekannten deutschen Telekommunikationskonzerns wegretuschiert habe.
Big FIFA is watching you!
Ich gebe es zu: manchmal bin ich etwas naiv. Gestern zum Beispiel. Da dachte ich doch tatsächlich ich könnte einen 15 Sekunden langen Ausschnitt eines WM- Spiels auf Youtube stellen, ohne gleich eins mit dem Urheberrechtshammer übergebraten zu bekommen. Denkste!
Versteht mich nicht falsch. Ich kann das Verhalten der FIFA durchaus nachvollziehen. Fußball ist ein Geschäft. Wo kämen wir hin, wenn jeder Ausschnitte online stellen würde? Die Preise der Verwertungsrechte würden in den Keller fallen. Aber andererseits reden wir hier über 15 Sekunden die keine spielentscheidenden Szenen enthalten. Kein Tor, keine spektakuläre Aktion, nicht einmal eine Schiedsrichterentscheidung (okay, genau darum geht es ja in dem Clip). Des Weiteren hat der Clip keinen kommerziellen Hintergrund und dürfte auch sonst keine finanziellen Einbußen für die FIFA bedeuten. Im Gegenteil, die Szene dürfte das Interesse an einem ansonsten eher mäßig interessanten Spiel steigern, was eine nachträgliche Verwertung vereinfachen dürfte.
Aber fangen wir lieber ganz am Anfang an, bevor ich das weiter vertiefe…
14.06.2010 Italien : Paraguay
Wir befinden uns in der 78. Minute der Partie Italien gegen Paraguay. Ein Eckstoß segelt vor das Tor von Paraguay. Der Italiener Iaquinta und der paraguanische Torwart Villar steigen in die Luft, um den Ball zu erreichen. Beide fokussieren den heran rauschenden Ball. Dann passiert es. Iaquinta fährt seinen rechten Arm nach oben (als würde er ein Tor Gottes vorbereiten wollen
), bemerkt das er den Ball niemals erreichen wird, richtet stattdessen seinen Blick auf Villar, der den Ball problemlos aus der Luft pflückt, und versetzt diesem einen Schlag mit der geschlossenen Faust. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, “entschuldigt” sich Iaquinta direkt im Anschluss mit einem Tätscheln für den “Unfall”. Das Wort “Charakterschwein” fällt mir dazu ein.
Die Zeitlupen nach der Szene beweisen eindeutig, dass es sich um eine absichtliche Tätlichkeit handelt. Doch niemand reagiert. Kein Raunen der Fans, kein Protest der Spieler, kein Pfiff des Schiedsrichters, ja, selbst der Kommentator schweigt. Die Fans, Spieler und der Schiri haben es offensichtlich nicht wahrgenommen. Dafür ging alles zu schnell. Der Kommentator wollte es wohl nicht sehen. Auch nach dem Spiel passiert nichts. Die Szene wird nicht wiederholt. Weder im Netz, Fernsehen noch der Presse wird die hinterhältige Attacke zum Thema gemacht (ich habe auf jeden Fall nichts gefunden).
15.06.2010 Auf Youtube?
Am nächsten Tag will ich die Szene ein paar Leuten zeigen und suche natürlich dort, wo man alles findet: Youtube. Fehlanzeige. Nichts. Ich bin verunsichert. Hab’ ich mir den Schlag nur eingebildet. Habe ich etwas gesehen was gar nicht passiert ist? Sonst steht doch immer alles sofort online. Aber diesmal scheine ich der einzige zu sein, der meint etwas gesehen zu haben (ich sag’ doch, das ich manchmal naiv bin
).
16.06.2010 Selbst ist der Mann
Am nächsten Tag wollte ich es dann doch genau wissen. Ich besorge mir eine Kopie des Spiels von einem Freund, der es bei Sky aufgenommen hatte, schneide die Szene heraus und führe sie mehreren Bekannten vor. Alle waren der gleichen Meinung: eine absichtliche Tätlichkeit. Eingebildet habe ich mir also nichts…aber warum gibt es die Szene dann nicht im Netz zu bewundern? Ich sollte es recht schnell herausfinden.
Ich füge dem Clip also hastig ein paar Untertitel (samt Rechtschreibfehlern und mieser englischer Grammatik…so wie es sich gehört) hinzu und verlangsame die Zeitlupen noch etwas mehr, damit auch der Letzte den Geschehnissen folgen kann. Noch schnell einen Youtube Account erstellt und den Clip hochgeladen. Alles läuft einwandfrei. Klar…von wegen. Beim Einbetten in meinen Blog heißt es plötzlich, dass das Einbetten auf Anfrage deaktiviert sei. Auch auf Facebook wird das Video nicht angezeigt. Ich checke also meine Kontoeinstellungen bei Youtube und was lese ich da?
“Bitte überprüfen sie ihr Video. Es könnte urheberrechtlich geschützten Inhalt enthalten.”
Ahh, es dämmert mir. Die Stichworte, die ich für den Clip vergeben habe, scheinen dafür gesorgt zu haben, dass der Clip im Netz eines Urheberrechtsfilters landet. Ich überfliege die eingeblendeten Infos zu einem möglichen Einspruch meinerseits gegen diese Filterung, überlege wie ich weiter verfahre und rufe noch einmal die Youtubeseite des Clips auf, um dann verwundert festzustellen, dass das Video nun bereits endgültig wegen Urheberrechtsverletzung gesperrt wurde. Es hat also gerade mal 5-15 Minuten seit dem Upload gedauert bis das Video von Youtube überprüft und gesperrt wurde. Wow, die Jungs sind fix.
Geradezu grotesk wurde es dann als ich meine Mails checkte. Um 18:26 Uhr und 9 Sekunden erhielt ich eine Email mit folgendem Inhalt:
Your video, WM 2010 – Italienischer Spieler schlägt den Torwart von Paraguay – Italien:Paraguay, may have content that is owned or licensed by FIFA.
Du musst keine Maßnahmen ergreifen. Wenn dich jedoch interessiert, inwiefern sich dies auf dein Video auswirkt, findest du entsprechende Informationen im Abschnitt zu Video-ID-Treffern deines Kontos.
Um 18:26 Uhr und 13 Sekunden (also vier Sekunden nach der Urheberrechtsmail) erhielt ich dann eine Email in der mir Youtube zum Hochladen meines ersten Clips gratulierte. Lol. Die Jungs sind in Sachen Urheberrecht so fix, dass sie sich sogar selbst überholen.
Bei dieser Mordsgeschwindigkeit rechnete ich fest damit in der nächsten halben Stunde Post von einem Abmahnanwalt zu erhalten, um kurz darauf von der Polizei abgeführt zu werden…
17.06.2010 Ich labere euch voll
Okay, was ich hier beschrieben habe ist keine große Sache, aber je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr verfestigt sich bei mir der Eindruck, dass dieser ganze Ablauf eigentlich exemplarisch für die aktuelle Urheberrechtsproblematik ist. Ein Rechteverwerter, der nicht die geringste Ahnung von den Mechanismen des Internet hat (aber wer hat die schon), versucht krampfhaft seine Interessen zu wahren, auch wenn das bedeutet tausende User (denn es gibt sicherlich unzählige Nutzer die FIFA Content hochladen) in eine Grauzone des Rechts zu verschieben. Ernsthaft, da stimmt doch etwas im System ganz und gar nicht, wenn man als Ottonormalverbraucher seine Meinung oder Beobachtung mittels eines kleinen Clips unterstreichen will und sich plötzlich kriminalisiert sieht. Dabei könnte die FIFA doch gut anhand dieser Clips verdienen. Warum nicht beispielsweise einen Deal mit Youtube & Co aushandeln, der den Musikvideodeals gleicht? Längere Clips oder besondere Szenen könnten schließlich trotzdem noch gesperrt werden, um die herkömmlichen Verwertungskanäle nicht zu verwässern. Außerdem kann es der FIFA eigentlich auch nicht recht sein, dass Szenen wie Iaquintas Tätlichkeit unter den Tisch fallen. Die FIFA will offensichtlich, dass es bei (und vor allem nach) Spielen zu kontroversen Debatten kommt, sonst wäre der Videobeweis doch längst eingeführt worden. Der Zuschauer soll sich offensichtlich aufregen können, um emotional auf höchster Ebene ins Spiel involviert zu sein. Wer darüber schimpft wird sich wieder eine Karte kaufen/einschalten – sich aufregen gehört ab einem gewissen Punkt eben dazu.
Warum sich auch die Medien eine solche Szene entgehen lassen ist mir ebenfalls ein großes Rätsel. Fürchtet man eine zweite Affäre Frings loszutreten? Will man sich nicht den schwarzen Peter für die Sperrung eines Spielers zuschieben lassen?
Iaquinta traktiert den Torwart von Paraguay mit einem Faustschlag!
In der 78. Minute des Spiels Italien : Paraguay versetzt der Italiener Iaquinta dem Torwart Paraguays einen verdeckten Faustschlag…und kommt damit durch. Niemand hat es gesehen. Nicht der Schiedsrichter, nicht die Fans und scheinbar auch nicht die Fernsehredakteure (oder sie wollten es nicht sehen). Da ich die Szene im Netz (oder den herkömmlichen Medien) nicht gefunden habe, habe ich sie kurzer Hand selbst online gestellt. Ein Einbetten ist im Moment leider nicht möglich (weshalb auch immer…).
[Clip entfernt]
Szenen wie diese beweisen, dass Sportarten wie Fußball niemals zu 100% fair inszeniert werden können, egal was für „Sicherheitsvorkehrungen“ getroffen werden. Da hilft kein zusätzlicher Schiedsrichter hinter dem Tor und auch nicht der immer wieder geforderte Videobeweis, denn was niemand wahrnimmt, ist offensichtlich nie passiert…
//EDIT
Der Clip wurde direkt gesperrt. Vorerst müsst ihr also auf den Clip verzichten…werde ihn aber im Lauf der Nacht irgendwie online kriegen
//EDIT2
Das wird wohl nichts wegen des Urheberrechts. Das man nicht mal einen 15 Sekunden Ausschnitt zeigen darf…was für eine behämmerte Welt. Mal schauen, wie das mit Stills aussieht. Ansonsten schnappt euch eine Kopie des Spiels und zieht euch die 78. Minute rein.
Verblendung – Verdammnis – Vergebung…vergessen.
Seit einigen Tagen läuft der letzte Teil der Millennium-Trilogie, Vergebung, in unseren Kinos. Die ersten beiden Teile waren international ein großer Erfolg – allein der erste Teil hat weltweit fast 100 Millionen Dollar eingespielt – und von allen Seiten wird geflüstert, dass man sich diese Reihe auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Aber ist die Trilogie wirklich so überragend?
Nun eines kann vorweg mit Sicherheit gesagt werden: die deutschen Titel sind Quark. Verblendet war hier nur der für die Titelübersetzung zuständige Lektor/Redakteur des Heyne Verlags. Weshalb man der Millennium Reihe einen pseudo-religiösen Touch verleihen wollte, indem man sich auf die bedeutungsschwangeren Worte “Verblendung”, “Verdammnis” und “Vergebung” verlegte, ist mir schleierhaft. Tatsächlich geht es in allen drei Büchern/Filmen um Männer, die Frauen hassen (so ungefähr heißt der erste Teil im Original). Oder besser: Männer hassen Frauen. Punkt. Stieg Larsson, der verstorbene Autor der Buchreihe, lässt keinen Zweifel daran, dass er dieser Meinung war. Männer, die junge Frauen foltern. Sabbernde Greise, die junge Mädchen vergewaltigen. Ein Vater, der seinem Sohn zeigt wie man Frauen ermordet. Wo man auch hinschaut, in Larssons Romanen scheinen Männer grundsätzlich eine Gefahr für das weibliche Geschlecht zu sein. Ab einem bestimmten Punkt möchte man den weiblichen Charakteren, wenn sie auf der Leinwand mit männlichen Figuren agieren, zurufen: “Lauf weg! Merkst du denn nicht das er ein Mann ist?” Okay, im Kern liegt Larsson ja mit seinem pessimistischen Männerbild richtig. Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der männlichen Gewalt. Kein Zweifel. Doch Larsson verdichtet die negativen Aspekte der männlichen Natur auf eine Weise, dass die Handvoll anständiger Männer in seiner Geschichte wie die Ausnahme, die die Regel bestätigt, erscheint. Wäre ich ein Alien und Larssons Story wäre meine einzige Informationsquelle in Sachen menschlicher Kultur, würde ich vermutlich davon ausgehen, dass ein alltägliches Gespräch unter Männern mit folgendem Satz beginnen würde: “Und wen hast du heute vergewaltigt?” Aber gut, ich schweife ab. Reden wir lieber über die Filme…
Verblendung: Der Journalist Mikael Blomquist und die vom Schicksal (also von den Männern) gebeutelte Hackerin Lisbeth Salander machen Jagd auf einen Serienmörder. Interessanter Weise erweckt der Film gar nicht den Eindruck den Beginn einer Trilogie zu markieren. Bis auf die eine oder andere Frage, die Hauptfiguren betreffend, bleibt die Story dem Zuschauer eigentlich nichts schuldig. Es handelt sich schlicht und einfach um einen Serialkiller-Thriller wie er im Handbuch steht. Spannend, aber nicht ungewöhnlich. Das Genre wird sicherlich nicht neu erfunden. Im Gegenteil, die üblichen Klischees werden auch hier bedient. Dass die Handlung auch noch einige – wenn auch wenige – Längen aufweist verhindert eine überdurchschnittliche Wertung in meinen Augen vollends.
Ein großes Kompliment verdienen die Macher aber allein schon der Optik wegen. Der Film sieht locker zwei bis drei Mal so teuer aus, als er es wohl tatsächlich war (das Budget lag bei etwa 13 Millionen Dollar). Es ist wirklich beeindruckend wie die Schweden mit wenig Mitteln das absolute Maximum erzielen.
6/10
Verdammnis: Hat eigentlich keinen anderen Zweck als die Lücke zum dritten Teil schließen. Erweckt zu Beginn den Anschein das Thema Zwangsprostitution behandeln zu wollen, um dann relativ unmotiviert (um nicht zu sagen schlecht konstruiert) den Fokus auf Lisbeths Hintergrundgeschichte zu verschieben. Von Bedeutung für die die Trilogie umspannende Handlung sind vielleicht 10-15 Minuten. Ansonsten nur mäßig spannend, oftmals banal und vor allem überflüssig. Hier offenbart die Millennium Trilogie das sie tatsächlich „groß“ ist. Großes Fernsehen! Mit Kino hat das nur noch entfernt zu tun. Das grundlegende Problem des Films lässt sich wunderbar an der Figur des Bösewichts Niedermann beschreiben. Im Prinzip handelt es sich um eine clever gezeichnete Figur, die als Spiegelbild für Lisbeth fungieren soll. Lisbeth ist klein und zierlich. Niedermann ist ein muskelbepackter Riese. Lisbeth ist schwarzhaarig. Niedermann fast strohblond. Lisbeth wird von großen seelischer Pein heimgesucht. Niedermann ist unfähig physischen Schmerz wahrzunehmen…und so weiter und so fort. Tja, aber leider bleibt von dieser cleveren Idee auf der Leinwand nichts mehr übrig. Dort sieht der Zuschauer nur einen weiteren Bösewicht aus der Klischeeretorte (eigentlich fast ein klassischer Bondbösewicht – Niedermann ist natürlich Deutscher). Blass inszeniert und in seinem Auftreten fast konturlos. In diesem Sinne versiebt der Film sämtliche seiner (wenigen) guten Ansätze.
Neben dem schwächelnden Drehbuch ist Verdammnis auch auf der visuellen Ebene enttäuschend. Von der Optik des ersten Teils ist dieser Film weit entfernt. Die meisten Kameraeinstellungen wirken nicht gerade als seien sie das Ergebnis eines durchdachten Konzepts (es sei denn das Konzept lautete möglichst mutlos zu agieren). In der einen oder anderen Szene schlägt gar der Videolook durch. Es scheint als hätte sich der Regisseur vorgenommen dem Zuschauer vor Augen zu führen, dass die Trilogie ursprünglich nur als Fernsehproduktion geplant war (die Kinofilme sind übrigens nur gekürzte Fassungen der Fernsehversionen). Für Fernsehmaßstäbe immer noch sehr gut, aber im Kino hat das nichts zu suchen.
3/10
Vergebung: Aufstand der Rentnergang. So hätte mein Vorschlag für die Titelübersetzung an den Heyne Verlag für den dritten Teil gelautet. Eine geheime Altherren-Truppe, deren Mitglieder hohe Staatsämter inne haben (oder hatten), verschwört sich gegen Lisbeth, um zu verhindern, dass die Verwicklungen der Gruppe in kriminelle Geschäfte aufgedeckt werden. Die Serie entwickelt sich nun also zu einer Art Polit-Thriller und macht das wirklich gar nicht so schlecht. Zwar sind auch im dritten Teil fernsehtypische Handlungsbanalitäten zu finden, aber alles in allem ist die Story (vor allem im Vergleich zum zweiten Teil) wieder richtig spannend. Spannend genug auf jeden Fall, um auch über die im dritten Teil vorhandenen visuellen Schwächen hinwegzutrösten. Wer die ersten Teile nicht gesehen hat sei jedoch gewarnt: ohne Vorkenntnisse entfaltet der Film nicht seine volle Wirkung, dürfte Stellenweise sogar richtig langweilig werden.
6/10
Zusammengenommen gebe ich der Trilogie, trotz des sehr schwachen zweiten Teils, noch eine 6/10. Allerdings nur weil ich heute einen guten Tag habe, denn eigentlich müsste man die Filmreihe allein schon deswegen hart abstrafen, weil sie dem Grundthema der Bücher nicht einmal im Ansatz gerecht wird. Ich weiß nicht wie ausführlich die Bücher in ihren Beschreibungen sind, aber es scheint doch recht offensichtlich zu sein, dass Larssons Romane ein Statement gegen die Objektivierung von Frauen durch Männer sind. Die Filme unterliegen aber – wie eigentlich fast alle Kinofilme – genau jenen Mechanismen, die zu einer Objektivierung der Frau führen. Mehr als wie in der Millennium-Trilogie kann man weibliche Darstellerinnen eigentlich nicht ausbeuten. Man hat sich auf jeden Fall sehr viel Mühe gegeben, um die Hauptdarstellerin möglichst oft nackt, beim Sex mit einem Mann, oder einer Frau, inszenieren zu können. Die sehr ausführlich dargestellten Vergewaltigungen würde ich sogar auf eine Ebene mit alten Exploitation Filme stellen. Wer’s braucht…wenigstens im dritten Teil scheint den Machern aber diese Widersprüchlichkeit aufgefallen zu sein. Nackte Haut wurde hier entsprechend auf das notwendige Minimum reduziert.
Fazit: Ein Blick lohnt, aber alles in allem nur guter Durchschnitt, den man nicht zu vergessen braucht, aber vermutlich wird.
Warum hasse ich…Robin Hood!?
Oberflächlich betrachtet ist Robin Hood ein einigermaßen unterhaltsamer und ziemlich durchschnittlicher Hollywoodstreifen. Ein Saubermann als Held, viel Action und eine nicht allzu fordernde Story. Bei näherer Betrachtung fällt aber recht schnell auf, dass sich Ridley Scotts neuer Film in erster Linie durch Widersprüchlichkeiten auszeichnet.
Das fängt schon in der Person des Robin Hood an. Der ist ein netter, aufrichtiger und geradezu ritterlicher Kerl – eben ein Held wie er im Bilderbuch steht. Warum das widersprüchlich sein soll? Nun zu Beginn des Films wird dem Zuschauer erzählt, dass die Kinder Nottinghams “verwildert” im anliegenden Wald hausen und die Gegend terrorisieren, weil sich ihre Väter auf einem Kreuzzug im heiligen Land befinden. Ohne Vorbild kein wohlerzogenes Kind lautet die psychologische Gleichung, die der Drehbuchautor hier heranzieht (er ist offensichtlich Abonnent der „Psychologie Heute“ und der Meinung, dass alleinerziehende Mütter ihre Kinder “verwildern” lassen). Dumm nur, dass auch Robin bereits mit sechs Jahren von seinem Vater “in die Welt der Männer entlassen” wurde. Warum aber wird aus Robin (seine Mutter wird erst gar nicht erwähnt. Da zeichnet sich doch ein Bild ab…vielleicht sollte sich der Drehbuchautor auf ein klärendes Gespräch mit seiner Mutter treffen) ein moralisch einwandfreier Gutmensch, der für das “Richtige” eintritt, während die Kinder Nottinghams am Rad drehen?
Nein, es ist doch ziemlich offensichtlich, dass die Figur des Robin Hoods am Reisbrett entworfen wurde, um die hoffnungslos zerfahrene Story halbwegs glaubhaft beieinander zu halten. Er ist ein bisschen der kämpferische Aufständische alá Spartakus, ein wenig ein Feldherr wie George Washington, noch dazu der Typ der irgendwie die Magna Carta durchgesetzt hat und wenn es hart auf hart kommt auch ein eloquenter Rhetoriker, der es selbst mit Cicero aufgenommen hätte (kein Wunder, ist sein Vater doch ein philosophischer Steinmetz gewesen…lol, das ist eine dermaßen dümmliche Idee, dass ich sie nicht auch noch extra durch den Kakao zu ziehen brauche). Vor allem aber ist der gute Robin ein Mann aus der Mitte des Volks – der Zuschauer muss sich ja identifizieren können – auch wenn das bedeutet, dass man sich völlig von einer glaubwürdigen Charakterzeichnung verabschiedet. Als ob es dem Zuschauer Probleme bereiten könnte sich mit diesem bis zur Unkenntlichkeit glattgeschmirgelten Tausendsassa zu identifizieren.
Widersprüchlichkeit findet sich aber auch auf der visuellen Ebene. Als geradezu legendär daneben würde ich beispielsweise den Showdown bezeichnen. Die bösen Franzosen landen an der Küste Englands und Robin versucht sie mit seinen Mannen zurückzuschlagen. Aus unerfindlichen Gründen hat sich Scott für diese Invasion die Landung der Alliierten in der Normandie im zweiten Weltkrieg zum Vorbild genommen. Die Landungsboote der Franzosen wirken wie mittelalterliche Vorgänger jener Boote, die die Amerikaner verwendeten. Auch werden die französischen Truppen zum großen Teil, noch bevor sie die Boote verlassen können, vom Pfeilhagel der Engländer niedergemetzelt. Genauso wie es damals den armen Schweinen ging, die von deutschen MG-Stellungen niedergemäht wurden. Vollends auf den Gipfel getrieben wird diese Übereinstimmung, wenn Scott dem Zuschauer auch noch Bilder des sich vom Blut Rot färbenden Meereswassers präsentiert. Was aber will uns der Regisseur mit dieser Analogie sagen? Das die Franzosen arm dran sind und Robin Hood eigentlich auch nur ein besserer Nazi ist? Oder bedeutet das alles vielleicht doch nur, das Ridley Scott mit der Zeit zu einem dermaßen ignoranten Stümper mutiert ist, dass er mittlerweile glaubt er könne seine Zuschauer völlig nach Belieben mit Bildern aus dem Fundus des kollektiven Unterbewusstseins füttern, weil sie sowieso nicht in der Lage wären, eins und eins zusammen zu zählen? Aber vielleicht bemerkt der gute Mann einfach generell nicht mehr was er tut.
Nur noch mit dem Kopf schütteln kann ich auch, wenn ich sehe, dass der Film, der ja in gewisser Weise ein „Robin Hood Begins“ sein will, es nicht einmal fertig bringt, dem Zuschauer zu erklären, warum Robin den Beinamen “Hood” verliehen bekommt. Robin heißt in Scotts Version eigentlich Longstride, gibt sich im Verlauf der Geschichte als Sir Loxley aus (dieser Name wird den meisten aus früheren Verfilmungen des Stoffs schon eher bekannt vorkommen), um dann am Ende des Films plötzlich als Robin Hood bezeichnet zu werden. Allein es wird nicht einmal im Ansatz zu erklären versucht, woher dieser Name kommt. Das ist Beispielhaft für die gesamte Handlung, die insgesamt den Eindruck hinterlässt, als würden Handlungselemente wahllos aufgegriffen, fallengelassen, verdreht oder schlichtweg vergessen. Hier zeigt sich aufs deutlichste, was das mehrmalige Umschreiben eines Drehbuchs für negative Konsequenzen haben kann (vielleicht ist der Film aber auch im Schnitt verstümmelt worden). Ich vermute, dass hier in einem Ausmaß am Skript herumgedoktert wurde, dass der Autor, Brian Helgeland, der für die letzte Fassung des Drehbuchs verantwortlich zeichnet, bei einigen Szenen selbst nicht mehr wusste, weshalb sie ursprünglich im Skript standen. Nach dem Motto: „Wofür war das noch mal? Egal, hört sich cool an. Lassen wir drin“.
Aus einigen Szenen lassen sich nämlich noch durchaus gewisse Theorien zur Namensentstehung ableiten. “Hood” was so viel wie Kapuze heißt, könnte man im Zusammenhang mit einem Gesetzesbrecher als Maskierung interpretieren. Siehe da, der Anführer der verwilderten, diebischen Kinder trägt eine Maske (wie aus einem schlechten Horrorfilm). Da liegt die Vermutung nahe, dass in einer früheren Fassung des Drehbuchs aus eben jenem maskierten Anführer Robin Hood werden sollte. Dann wäre auch die erwähnte psychologische Gleichung im Zusammenhang mit Longstrides Vorgeschichte keineswegs mehr widersprüchlich. So aber handelt es sich einfach nur um eine seltsame Figur, die im Prinzip grundlos in die Geschichte eingefügt wurde.
Tja, Robin Hood will originell sein, ist aber nur ein klischeehafter Mix aus einem halben Dutzend anderer Verfilmungen des Stoffs. An sich wäre das ja tolerierbar, würde der Film nicht den Fehler begehen und dem Zuschauer weismachen wollen, dass er die “wahre” Geschichte hinter dem Mythos erzählen würde…wer so anmaßend ist, wird von mir entsprechend hart beurteilt.
4/10
Freeze…!!!
Ich hatte ein paar Leuten versprochen hier eine Kritik zu “Robin Hood” zu posten, aber es ist natürlich mal wieder was dazwischen gekommen: der neue Cafecube Clip.
Eine Stunde Drehzeit, einen Tag lang geschnitten und noch mal einen Tag für die Vertonung. Der Clip zeigt wie einer der typischen Cafecube Freeze’ hergestellt werden. Vielleicht inspiriert euch der Clip, was das versüssen eurer Sommertage anbetrifft (die ja nun endlich zu kommen scheinen).
Lang ist’s her…
Sorry, dass ich so lange nichts mehr von mir hab‘ hören lassen, aber zu Abwechslung habe ich dafür tatsächlich einen triftigen Grund: ich bin in den Stand der Ehe eingetreten. Die Vorbereitungen dafür haben mir in den letzten Wochen einfach keine Zeit für den Blog gelassen. Aber gut, mein Privatleben hat hier nichts zu suchen, also werde ich nicht weiter darauf eingehen. :-p
Den einen oder anderen Film habe ich natürlich in letzter Zeit gesehen, aber ich denke es macht wenig Sinn jetzt noch ein paar richtige Kritiken zu Filmen „rauszuhauen“ , die bereits wieder aus den Kinos verschwunden sind…außerdem fehlt mir dafür ehrlich gesagt im Moment die Muse
. Also werde ich stattdessen einfach nur ein Fazit von zwei drei Sätzen zu jedem Film liefern. Wer es genauer wissen will kann seinem Unmut ja in den Kommentaren Luft machen (beim nächsten Mal gibt es dann wieder ausführlichere Kritiken).
Auftrag Rache
Solider Thriller, der leider zu oft von knallharter Action zu fürchterlich naivem Kitsch wechselt. Mel Gibson ist alt geworden, hat‘s aber noch drauf.
6/10
Das Bildnis des Dorian Gray
Qualitativ betrachtet eine einzige Berg- und Talfahrt und zwar in fast jedem filmischen Aspekt. Vor allem an der schwankenden Leistung der Darsteller und der Effekte (ich sag nur grottige Mystery-Rückblenden) dürfte sich mancher Zuschauer das Cineasten-Herz blutig gerieben haben. Alles in allem aber immer noch passabel und unterhaltsam.
5/10
From Paris with Love
Tja, Jason Statham war nicht zu kriegen, also hat man sich John Travolta gekrallt…wtf? Im Ernst, wer kauft dem dicken Johnny denn die Rolle eines agilen Kung Fu geübten CIA-Agenten ab? Vermutlich sollte dieser Besetzungscoup von der Story ablenken, die den Eindruck hinterlässt, als wäre sie von einem vollautomatischen Computerprogramm zusammengestückelt worden. Allerdings muss ich dem Film zugestehen, dass er zumindest streckenweise ganz amüsant ist.
4/10
Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest
Etwas träge kommt die episodenhafte Erzählung dieses Cop-Dramas daher, aber letzten Endes wird der Zuschauer nicht enttäuscht. Gut besetzt und überzeugend gespielt, aber leider fügt der Film dem Genre nichts hinzu was man nicht schon zig Mal gesehen hat…
6/10
Kampf der Titanen
Macht nicht mal ansatzweise den Versuch die wenigen Lücken zwischen dem Actionsequenzen mit so etwas wie einer Story zu füllen – aber das war ja zu erwarten. Schlimmer ist da schon der fragwürdige Einsatz der 3D Technologie, den man höchstens als „alibimäßig“ umschreiben kann. KdT zeigt wie unzeitgemäß 3D sein kann…
3/10



