Archiv für die Kategorie „Kritiken“
Wo der Hass hinfällt 30.12.2009
Avatar
Der teuerste Film aller Zeiten und ich widme ihm nur eine Kurzkritik – ich denke, das sagt schon einiges darüber aus, was ich von dem Film halte. Tatsächlich koche ich gerade noch nebenher, während ich diese Zeilen schreibe. Ihr seht die Auseinadersetzung mit diesem Film ist mir ungemein wichtig.
Okay, das hat jetzt bei euch vermutlich doch ein falsches Bild von meinem Kinoerlebnis erzeugt, denn Avatar ist keineswegs ein mieser Film. Technisch ist er brillant umgesetzt und über weite Strecken auch durchaus unterhaltsam inszeniert, aber ich finde einfach, dass das insgesamt ein bißchen wenig ist, für einen Film mit einem solchen Budget. Abseits der Effektorgie bleibt nämlich nicht viel Beeindruckendes übrig. Da wäre die naive, kitschige und wenig originelle Öko-Thriller Story, die in erster Linie die Entdeckung Südamerikas und die damit einhergehende Ausrottung der Ureinwohner verarbeitet. Weshalb der Film zweieinhalb Stunden Laufzeit benötigt, um diese platte Verneinung des westlichen Lebensstils (Gott sei dank bin ich als Deutscher in Sachen Selbsthass vorzüglich ausgebildet worden) zu zelebrieren, bleibt ein Rätsel…das Ganze hätte nämlich, so wie es hier dargestellt wird, auch in 60 Minuten abgehandelt werden können. Und ausgerechnet der Part des Handlung, der durchaus interessante Ansätze hat – die Auswirkungen des “Rollenspiels” auf den Spieler – kommt viel zu kurz. Auch “schauspielerisch” ist der Film nicht überzeugend. Die computergenerierten “Indianer” zeichnen sich nicht gerade durch subtiles Minenspiel aus, aber gut, da stehen ihnen einige ihrer menschlichen Kollegen in nichts nach.
Egal, machen wir es kurz. Avatar lohnt sich nur in der 3D Version und dann auch nur für diejenigen, die noch nie einen 3D Film im Kino erlebt haben. Allen anderen empfehle ich auf die DVD/Blu-Ray zu warten. Generell gilt: muss man nicht gesehen haben.
6/10
Gamer
Wir befinden uns mal wieder in der nahen Zukunft und natürlich wird die Menschheit auch wieder durch eine böse Macht (in diesem Fall ein Medienkonzern) korrumpiert und bedroht. “Gamer” ist die x-te Auflage der bekannten orwellschen “Big Brother”-Story und bedient sich dabei bei so ziemlich allem was Sci-Fi Kino zu bieten hat (ein bißchen “Running Man“, ein Schuss “Blade Runner“, und so weiter). In dieser Version geht es dann – ganz im Trend unserer Zeit – um eine Gesellschaft in der Computerspiele mit echten Menschen, in die sich der Spieler “einlinkt”, umgesetzt werden.
Allerdings muss ich zugeben, dass der Film seine Sache, trotz des konfusen Drehbuchs (oder vielleicht sogar deswegen !?), gar nicht mal so schlecht macht. Im Prinzip sind es nämliche gerade die Dinge, die der Film objektiv betrachtet schlecht macht, die ihm ein gewissen Charme verleihen. So ist die Action fürchterlich langweilig inszeniert, löst beim Zuschauer also genau das gleiche Gefühl aus, das er auch hätte, wenn er jemandem tatsächlich beim Spielen eines Videospiels zuschauen würde. Auch das Kostümbild und das Set-Design sind nicht das Gelbe vom Ei, aber genau das erweckt überhaupt erst ein klein wenig den Eindruck einer tatsächlich möglichen Version der Zukunft. Die Realität zeichnet sich eben vor allem durch die Geschmacklosigkeit ihrer Bewohner aus
. Wirklich schade, das der Film seinen sozialkritischen Ansatz völlig gegen den Baum fährt und den Zuschauer dann auch noch mit einem ziemlich sinnfreien Ende quält, das genau auf die Gesellschaft zugeschnitten ist, die der Film eigentlich kritisieren wollte. Hätten die Filmemacher sich da ein wenig zusammengerissen hätte “Gamer” das Potenzial zur Kult-Trashperle gehabt.
Hat aus seinen “Schwächen” leider nicht genug gemacht
5/10
Wolfgang gibt sich die Ehre
In letzter Zeit gab es ja immer wieder Beschwerden, dass ich zu wenig Kritiken veröffentliche. Tja, sorry, aber was soll ich machen? Vielleicht meinen “Kritikern” die Chance geben es besser zu machen!? Also, hier kommt Wolfgang: ein alter Kumpel von der Uni und treuer Blogleser, der mich gerne daran erinnert, dass ich mal wieder eine Kritik schreiben könnte
Die folgenden beiden Kritiken stammen also NICHT aus meiner Feder, sondern sind allein das Produkt von Wolfgangs Gehirnwindungen. Er ist übrigens solo, mag Philosophie, Filme und Ruinen (das leite ich zumindest davon ab, dass er in Duisburg lebt ;D )…also Mädels, falls euch seine Kritiken umhauen leite ich euch gerne seine Emailadresse weiter ;-D.
Das soll übrigens nur ein Gastspiel bleiben…
500 Days of Summer
Alle Jahre wieder, Herbstzeit ist Chickflick-Zeit. Dieses Mal gibt es „500 Days of Summer“. Ein Film der gleich am Anfang damit prahlt, dass er keine Liebesgeschichte ist. Aber er will noch mehr. Mit einem Anspruch auf Realismus kommt er daher, indem er gleich damit einsteigt uns eine psychische Analyse der beiden Hauptdarsteller vorzusetzen. ER (Tom) ist dem Glauben an die große Liebe verfallen, hervorgerufen durch britische Popmusik und einem falschen Verständnis des Filmes „The Graduate“. SIE (Summer) ist desillusioniert und glaubt nicht an die große Liebe bzw. dass man ohne die große Liebe glücklich sein kann. Durch die Scheidung ihrer Eltern ist sie seit der Kindheit traumatisiert und hat ein gestörtes Empfindungsleben beim Haareschneiden.
Er trifft sie am Arbeitsplatz und es ist für ihn die Liebe auf den ersten Blick. Fade out und die Stimme aus dem Off verspricht uns, dass keine Liebesgeschichte gezeigt wird. Nach diesen viel versprechenden 2:10 Minuten, geht der Film los und das Unheil nimmt seinen Lauf. Die Erwartungen sind hoch, denn etwas überrascht und neugierig war ich schon, denn ich habe damit gerechnet einen Film vorgesetzt zu bekommen vom Kaliber würdig eines Aston Kutcher und einer Cameron Diaz. Um es kurz zu machen: Der Film ist am Ende genau das was er ausgibt nicht zu sein, aber etwas anders. Zwei bemerkenswerte Sachen des Filmes:
1.Die Rollen von Mann und Frau sind in diesem Film verkehrt. ER glaubt an die große Liebe des Lebens und sie gibt sich realitätsgebunden und desillusioniert. Das hält der Film nicht durch, denn sowas wollte man dem 08/15 Zuschauer, dem Konsumenten solcher Filme wohl doch nicht vorsetzen. Im Filmverlauf wird dem Zuschauer vorgegaukelt, dass eine Charakterentwicklung der beiden Stattfinde was nicht der Fall ist. SIE gibt sich den ganzen Film über als Mann, der keine feste Bindung und emotionale Verpflichtung will. ER gibt die anhänglich Frau, von Liebe beflügelt und schließlich tief stürzend. Gegen Ende könnte der Eindruck entstehen, die Rollen tauschen sich wieder in den normal Zustand: Er desillusioniert, sie Liebesprophetin. Aber nein! Sie heiratet jemanden anderen und es stellt sich raus sie hat eigentlich die ganze Zeit nur desillusioniert getan, ließ sich von der Liebe leiten und fand einfach Mister Right. Er scheint nur seine Liebesvorstellung aufgegeben zu haben, denn am Ende glaubt er stark genug an die Liebe und findet doch noch seine Aphrodite.
2.Ein cooles Element die „Split-Screen-Szene“. Er besucht Ihre Feier, will noch mal anbandeln. Das Bild teilt sich beim Eintritt in das Treppenhaus, in links „Erwartung“ und rechts „Realität“. Beide Teilbilder zeigen den Ablauf des Besuches der Party, nur eben einmal seiner Vorstellung nach und einmal wie es tatsächlich abläuft. Hab ich so noch nicht gesehen in einem Chick-Flick und die Darstellung war schon recht realitätsgetreu.
Absolut grauenhaft und mies, sind die Interview-Szenen in denen der Film unterbrochen wird durch (fiktive?) Interviews mit Charakteren des Filmes, die Ihre Einstellung und Haltung zum Thema Liebe wiedergeben. Warum so plump um Identifizierung mit einem Charakter gebuhlt wird, hat sich mir nicht erschlossen. Dass diese Interviews den „Fluß“ des Filmes stören kann man nicht sagen, denn einen kontinuierlichen Film bekommt man nicht geboten, sondern nur eine Abfolge von Vor- und Rückblenden die immer mit einem Tages-Zähler angekündigt werden. Das KANN man sich noch gefallen lassen, aber die Interviews sind einfach zu viel des Guten. Aber einen richtigen Vorwurf kann man dem Film daraus auch nicht machen, denn er springt nur auf den neusten Hollywoodtrend auf. Den Film durch Interviews mit der Kamera bzw. dem Zuschauer aufzubrechen ist In, so macht es auch Woody Allen in „Whatever Works“. (Solange die sich nicht zu Hopkins Slipstream Exzess hinreißen lassen, muss man diese neue Art wohl zähneknirschend über sich ergehen lassen.)
Ach ja, 500 Days of Summer will eine dieser typischen Comdedy-Drama-Romance Filme sein. Falls mir einer die Szene sagen kann, die lustig ist oder den Film als Komödie durchgehen lässt, der kann sich bitte bei mir melden.
Der Film ist weder Komödie, noch Drama, noch Romanze. Eigentlich ist der Film Nichts, denn Marc Webb war so nett einen Stoff zu verfilmen, der nüchtern betrachtet total belanglos ist, nämlich die verflossene Liebe. (Mal ehrlich, früher haben sie wenigstens die große Liebe verfilmt. Klar, davon sind wir satt, aber mir jetzt die Liebe „zwischen“ der großen Liebe zu verfilmen ist irgendwie armselig. Das ist so als ob ich Indiana Jones beim Unterrichten und Müllrausbringen filme und am Ende andeute dass er sich jetzt bald auf die Suche nach der Bundeslade macht.) Mit viel Wohlwollen kann der Film solide 6 Stern kriegen, obwohl nur 4 verdient hätte wegen der frechen Story, der nichtvorhanden Charakterentwicklung und dem Interviewstyle.) Die Bewertung auf IMDB von 8,1und die Aufnahme in die Top250 ist ein müder Witz… Im Anbetracht der traurigen Wahrheit, dass diese Filmrubrik wirklich nahe dem Boden ist was Niveau und Stil angeht, muss er aber 7 Troststerne bekommen.
The Final Destination – 180 abgestürzt
Der vierte Teil einer Triologie. Immer wenn es mehrere Sequels eines Filmes gibt, sollte der geschulte Zuschauer nicht mehr fragen „Und wie war der Film?“, sondern „Wie schlimm ist es?“ – Es ist sehr schlimm.
Noch bevor richtig in den Film eingestiegen wird, macht sich eine schaurige Vorahnung breit. Warum zeigen sie mir während der Intro Credits (?) ein Best-Of der Unfälle der ersten drei Teile? Schon wieder so eine Art Serienfetisch: „Was bisher geschah“. Eigentlich müsste ich jetzt was zum Inhalt oder Story des Filmes sagen. Die ist aber so dünn, das ich hier mal drauf verzichte. Viel interessanter ist, auf die Merkmale der Serie einzugehen, die auch im vierten Teil stereotypisch sind.
1.Der Tod ist unpersönlich. Die Leben der Opfer sind nicht a la Scream in den Händen eines maskierten Killers, sondern in denen des Schicksals. Das Schicksal tritt als anonyme Kraft auf, als Wind, als unsichtbarer Schraubenschlüssel und bringt Alle um die Ecke die dran sind.
2.Es gibt immer einen „Seher“. Er hat eine Vision des Schlüsselereignisses und setzt die Rangfolge der Sterbenden zusammen. Hat er die Rangfolge der Sterbenden ausgeknobelt, versucht er das Schicksal auszutricksen und in den Unfall – das Werk des Schicksals – einzugreifen. Scheinbar funktioniert dies, doch am Ende kommt der Twist, dass eh Alle sterben müssen und das Schicksal allmächtig ist.
3.Nach all den Teenie-Horror B-Movies weiß jeder, dass der Farbige als erstes – zumindest auf jeden Fall – sterben muss. Im vierten Teil der Saga will der sogar dem Schicksal entkommen, indem er einen misslungenen Selbstmord versucht.
Die drei Punkte summieren die gesamte Story des Filmes. (Klingt komisch, ist aber so.)
Der Film ist das Resultat eines Dranges zum Ausschlachten. Mehr Todesfälle, mehr Action und weniger Story!, so scheint die Forderung gewesen sein und das wird auch abgeliefert. Von Story lässt sich gar nicht sprechen. Der vierte Teil von Final Destination benutzt Story wie ein Pornofilm, nämlich nur um eine kurze Pause zwischen der Action zu entschuldigen. Die Schauspieler sind mies, das Script ist noch mieser und die „Unfälle“ sind ganz nett, aber entweder so ähnlich schon in den vorherigen Teilen gezeigt worden oder nichts Besonderes. Insgesamt scheint Final Destination in die gleiche Rubrik wie die Alien Reihe zu gehören: man tut sich selbst einen Gefallen wenn man die letzten Teile nicht ansieht. Die Idee, der vom Schicksal in Szene gesetzten Unfällen mit Todesfolge für die schäbigen Schauspieler ist ganz nett, aber dass der vierte (und hoffentlich letzte) Teil nur noch freche Geldabzocke ist verdient nicht mehr als 3 Sterne.
Warum hasse ich…Pandorum?
Stellt euch vor ihr erwacht auf einem Raumschiff – ihr erinnert euch nicht an eure Vergangenheit, ihr wisst nicht weshalb ihr euch übehaupt an Bord befindet und ihr seit allein…oder lauert da etwas in der Dunkelheit auf euch? So ergeht es der Hauptfigur in “Pandorum“, Bower, der wir in Christian Alvarts Science-Fiction-Thriller durch die Story folgen.
Der Film beginnt auch entsprechend wie ein Kammerspiel-Psycho-Thriller. Was tun wenn man allein in der Dunkelheit ist, an einem Ort den man nicht kennt – nur mit der eigenen Angst bewaffnet. Leider gibt der Film diese durchaus interessante Ausgangsituation sehr schnell zugunsten einer 08/15-Actionstory auf. Die “Elysium”, so der Name des Raumschiffes, ist nämlich alles andere als unbewohnt und Bowers “Weg zu sich selbst” entwickelt sich alsbald zum simplen Kampf ums nackte Überleben, wie man ihn schon tausend Mal zuvor gezeigt bekommen hat. Generell hat man das Gefühl, dass alles schon mal gesehen zu haben. Ein bißchen “Event Horizon“, eine Touch “Sunshine” und austauschbarer Horror alá “Silent Hill” – von den verschieden Videospielen, bei denen sich die Macher für’s Design bedient haben, ganz zu schweigen. Wenn der Film diese Vorbilder dann wenigstens halbwegs erreichen würde, aber…das ist nun mal leider nicht der Fall (kein gutes Zeichen, wenn man mit Event Horizon oder Silent Hill nicht wirklich mithalten kann
).
Ich würde sagen “Pandorum” ist wieder einmal ein typisches Beispiel für einen Film, der mehr sein will, als er kann. Da wird hochtrabend die Frage nach dem moralfreien Raum gestellt und die einzige Antwort die uns der Film liefert, lautet: irgendeiner wird dich schon bestrafen, wenn du sündigst. Nein, welch’ tiefgründige Auseinandersetzung hat sich der Autor da mit den grundlegenden Problemen der Moralphilosophie geliefert. Ich bin beeindruckt. Dann will Alvart auch noch schnell die Grenzen von geistiger Gesundheit und Wahnsinn ausloten und kratzt dabei nicht mal an der Oberfläche der menschlichen Psyche, aber hey, wofür soll man sich ernsthaft Gedanken zu so einem Thema machen, wenn man auch einfach ein paar gängige Klischees auspacken kann und dann das Ganze mit ein paar Standardeffekten garniert. (Der VFX-Supervisor zum Regisseur: “Ey, ich hab’ ‘ne brillante Idee. Wie wäre es wenn wir die Geisteskrankheit mit Überblendungen, Wackelkamera, und kamerablitzartigen Gloweffekten darstellen. Das hat die Welt noch nicht gesehen…außer bei so ziemlich jedem Film der letzten 15 Jahre, der sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat.” Der Regisseur: “Spitze, das machen wir. Da kommt mir auch ‘ne klasse Idee. Wie wäre es wenn es sich bei der Geisteskrankheit um eine dissoziative Identitätsstörung handelt. Das hat die Welt noch nie gesehen…außer bei so ziemlich jedem Film der letzten 15 Jahre, der sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat.” Da setzt der Kameramann ein und sagt: “Super, das bringt mich auf ‘ne Idee…” Und wenn sie nicht gestorben sind, dann klopfen sie sich immer noch gegenseitig auf die Schulter.)
Was den Film dann endgültig in die Hölle für schmutzige, kleine B-Movies schickt, sind die handwerklichen Unzulänglichkeiten. Immer wieder mal gibt es die obligatorische, völlig unnütze Rückblende, die uns nichts wichtiges erzählt, dafür aber völlig deplatziert wirkt und den Rhythmus des Films stört. Entsprechend wenig überzeugt auch der Schnitt, der, sagen wir mal, uninspiriert ist. Die Kameraarbeit ist eigentlich okay, verfährt aber nach dem “Wir-halten-halt-mal-drauf”-Prinzip. Und so weiter und so fort…
Ich freue mich jedes Mal, wenn ein deutscher Regisseur den Sprung ins internationale Geschäft schafft und ich halte Alvart auch für durchaus talentiert (sein “Antikörper” mag Längen gehabt haben, hat aber deutlich gezeigt, dass der Mann einiges drauf hat), aber “Pandorum” ist ein großer Schritt in die falsche Richtung. Für Fans des Genres taugt der Film sicherlich zur Unterhaltung, aber selbst die werden das eine oder andere Mal den Kopf schütteln. Beispielsweise, wenn Bower praktisch aus dem Nichts immer wieder ein Knick-Licht hervorzaubert…früher ging den Helden nie die Munition aus, heute haben sie immer ein “Streichholz” bei sich…
4/10
Warum hasse ich…Assassins Creed:Lineage?
Seit heute steht auf Youtube eine offizielle Webserie zu dem gleichnamigen Spiel. Da dachte ich mir, hey, warum nicht mal was neues machen und was anderes als einen Kinofilm besprechen.
Glücklicherweise kann sich dann auch gleich jeder seine eigene Meinung dazu bilden:
Die Episode ist übrigens deutsch synchronisiert, also lasst euch nicht davon abschrecken, dass im Intro nur Untertitel laufen.
Okay, was hasse ich nun an dieser Episode? Eine Menge. In erster Linie stößt mir vor allem die Klischeehaftigkeit des Ganzen auf. Da wäre die Einführungssequenz, die die obligatorische Stimme aus dem Off aufweißt, die uns mit dämlichen, im besten Falle belanglosen, Infos füttert. Braucht man nicht, zumindest nicht auf diese, das Tempo unnötig verschleppende, langweilige Art. Der Held ist dann natürlich auch ein “ehrenhafter” Attentäter, der nicht aus dem Hinterhalt angreift, wie es für einen Attentäter normal wäre, sondern sich seinen Gegnern von Angesicht zu Angesicht stellt. Ich schlage vor die Macher schlagen noch mal das Wort Assassine im Lexikon nach, da scheint es ja doch noch gewisse Wissenslücken zu geben.
Aber lassen wir das Thema Klischees und schauen uns lieber das Handwerkliche an. Skript? Nicht vorhanden. Kamera? Okay, aber mehr nicht. Das Licht ist sogar richtig mies. Es sieht zwar alles “hübsch” aus, aber auch sehr nach Theaterbühne, was nicht zuletzt an den “Sets” liegt, die allesamt direkt aus dem Computer kommen und denen man diesen Ursprung leider Gottes wirklich ansieht. Nein, das mag teuer und aufwändig gewesen sein, taugt aber trotzdem nichts. Zu den Darstellern sag ich mal lieber nichts…wenn schon dem Hauptdarsteller jegliches Charisma abgeht, was soll denn dann der Rest noch großartig rausreißen?
Ne, Fans des Spiels werden sicherlich feucht, wenn sie sich diese Webserie reinziehen, aber alle anderen sollten nicht ihre Zeit damit verschwenden. Es sei denn sie befinden sich im absoluten Notstand und brauchen ihre tägliche Dosis ästhetisch inszenierter Gewalt. Ich bin mal so gnädig und geb’ der Serie 3 von 10 Punkten, weil das Production Value für eine Webserie unverhältnismäßig hoch ist, und das muss man ja auch würdigen.
3/10
Warum hasse ich…Inglourious Basterds?
In der Architekturtheorie gibt es den Begriff des Postmodernismus. Verwendet wird er zumeist, um sich abfällig über diejenigen Bauwerke der Postmoderne zu äußern, die jegliches Maß verloren haben und frei von jedem Geschmack bis in den Exzess Bauelemente der Architekturgeschichte zitieren. Als Rechtfertigung solcher architektonischer Masturbation muss dann in der Regel auch die Geliebte aller Wankelmütigen herhalten: die Ironie. (Ein stichhaltiger Beweis dafür, dass der Humor vieler Architekten wohl keinen Deut besser ist als der der meisten Mathematiker.)
Okay, ihr werdet euch jetzt vermutlich fragen was dieser kleine Exkurs in die Architekturtheorie mit den “Inglourious Basterds” zu tun hat. Nun, wenn es einen Regisseur gibt, dem man getrost vorwerfen könnte, dass seine Werke filmischer Postmodernismus sind, dann Quentin Tarantino. Auch die Basterds sind eine einzige maßlose Ansammlung von Filmzitaten. Da wären die ziemlich offensichtlichen (und unüberhörbaren) Anleihen beim Spaghettiwestern (Grüße von Sergio Leone und Ennio Morricone) oder natürlich der Film Noir. (Mein Gott, selbst die 80′er werden verwurstet.)
Sicher, zitieren ist nichts schlimmes, im Gegenteil der Durchschnittskritiker freut sich über jedes Zitat, kann er dann doch endlich mit seinem ansonsten völlig unverwertbaren cineastischen Wissen glänzen. Insofern sind die Basterds eine wahre Fundgrube ekstatischen Glücks für jeden Cineasten. Der Punkt ist nur, dass die Art und Weise wie Tarantino zitiert oft völlig Sinn- und Stillos erfolgt und schon gar nicht der Filmdramaturgie dient. Sorry, aber Zitieren als Selbstzweck ist Mist, auch wenn es das Geschehen “ironisieren” mag. Gerade der Einsatz der musikalischen Zitate sorgt das eine oder andere Mal für mehr als ein wenig Irritation. (ziemlich interessant, wenn man bedenkt, das Tarantinos Filme ihren Erfolg gerade auch der verwendeten Musik verdankten).
Trotzdem ist Inglourious Basterds ein genialer Film (tut mir leid Moe, wieder ein Film den ich mag;), denn Tarantino gelingt hier etwas, was ich so noch bei keinem anderen Kinobesuch erlebt habe: er offenbart die Unzulänglichkeit der Kinobesucher. Der Film ist eigentlich eine Ohrfeige für alle Tarantinofans. Er mimt die Hure für den Zuschauer, bedient dessen perverse Gelüste nach Gewalt und Blut, um ihn letzten Endes die eigene moralische Verwerflichkeit vor Augen zu führen. Er geht dabei so geschickt vor, dass den meisten Besuchern nicht einmal bewusst wird, das ihnen ihr großes Idol gerade ins Gesicht gespuckt hat. Dabei ist diese “Pointe” recht simpel gestrickt: Tarantino zeigt uns ein Kino voller Nazis, die sich an den Gewaltexzessen eines Propagandafilms ergötzen. Er spiegelt auf dieser Weise geschickt die Reaktionen der realen Zuschauer auf Inglorious Basterds. Der willige Zuschauer wird dazu ermuntert, sich daran zu erfreuen, wie Nazis und Wehrmachtsoldaten abgeschlachtet werden, um dann mit dem Nazipublikum konfrontiert zu werden. Getrost dem Motto: “Wer in den letzten zwei Stunden gelacht und gegrölt hat, ist auch nicht besser als diese Nazis.”
Ich halte eigentlich nichts davon, wenn das Publikum beschimpft wird (oder für blöd verkauft wie in Machwerken á la Armageddon), aber Basterds nehme ich hiervon aus, denn Tarantino fordert seine Zuschauer mit Basterds zum Nachdenken auf…alle Achtung.
9/10
Btw: Der Film sollte unbedingt im Originalton angesehen werden, allein schon wegen Christoph Waltz, der hier wirklich jeden an die Wand spielt.
Wo der Hass hinfällt 2
The Hurt Locker – Tödliches Kommando
Das Action-Drama von Kathryn Bigelow folgt den letzten 40 Einsatztagen eines Bombenräumkommandos im Irak. Wird das dreiköpfige Team den immer heimtückischer werdenden Sprengfallen der Aufständischen zum Opfer fallen? Oder wird der neue Einsatzleiter – seines Zeichens ein Adrenalinjunkie – ihr Schicksal besiegeln?
The Hurt Locker ist ein recht stimmiger Film. Bigelow nervt den Zuschauer nicht mit den üblichen Klischees (nein, es gibt keine soll-ich-den-blauen-oder-roten-Draht-durchschneiden-Szene) und unnötig übertriebenen Pathos (echte Leistung bei dem Thema). Auch die Mischung von Wackelkamera und ästhetisch ansprechend inszenierten Explosionen funktioniert einwandfrei und intensiviert den beklemmenden, fast klaustrophobischen Eindruck, den die unüberschaubare Szenerie des irakischen Kriegsalltags mit sich bringt. Insoweit ist The Hurt Locker wirklich einen Blick wert, es gibt allerdings auch ein großes “ABER”, denn so eindringlich und überzeugend der Film auch inszeniert sein mag, hinter der Story steht ein großes Fragezeichen. So habe ich mich, als die Credits über die Leinwand flackerten, ernsthaft gefragt, was mir dieser Film überhaupt mitteilen will. Der Film erweckt über 90 Minuten den Eindruck auf etwas hinauszuwollen, weist aber letzten Endes nur darauf hin, dass es eben kriegsgeile Adrenalinjunkies gibt. Ach so, ach ja, is’ ja interessant. Sorry, aber da bleibt der Film den Zuschauern wirklich etwas schuldig.
Alles in allem daher “nur” eine sieben…
7/10
District 9
District 9 ist eine Pseudo-Doku über in Südafrika gelandete Aliens und die dadurch enstehenden “Integrationsprobleme”.
Im Prinzip ist das in der zweiten Hälfte zum Actionfilm mutierende Drama ein simpler Kommentar zu Südafrikas Apartheitsvergangenheit und den derzeitigen Problemen mit Flüchtlingsströmen aus den Nachbarländern. Aber keine Angst, der unpolitische Durchschnittskinogänger wird durch District 9 nicht über Gebühr belastet…Tiefgang besitzt der Film nämlich nicht wirklich. Schon die Hintergrundgeschichte – ein Ripoff von Alien Nation übrigens – strotzt so dermaßen von Logikfehlern, dass schnell klar wird, dass dieser Film keinen Wert auf eine Botschaft legt, sondern einfach nur Unterhalten will(erschreckenderweise ist sogar der Kurzfilm auf dem District 9 basiert durchdachter!). Was solls, unterhaltsam ist der Film nämlich tatsächlich, da stört selbst der völlig unmotivierte Übergang von Pseudo-Dokumentarfilm zu normalen Spielfilm nicht mehr (stellt sich allerdings die Frage, weshalb man so ein Stilmittel wählt, wenn man es eh nicht durchziehen will). Wirklich gut gefallen mir allerdings die computergenerierten Aliens, die eine nie gekannte “Körperlichkeit” aufweisen.
Ich muss gestehen, dass mir der Film trotz seiner Unzulänglichkeiten gefällt, aber objektiv betrachtet ist hier einfach nicht mehr als ein fünf drin.
5/10
Wo der Hass hinfällt 1
Es wird wirklich Zeit, dass ich mal wieder etwas poste, das nichts mit den Stylebook Clips zu tun hat.
Public Enemies
Die Bewertung von Michael Manns Film über John Dillinger, den berüchtigsten Bankräuber der USA in den dreißiger Jahren, bereitet mir ehrlich gesagt etwas Kopfschmerzen. Ich mag den Film zwar, aber es spricht einfach sehr viel gegen ihn.
Da wäre das Drehbuch, das mehr als eine Schwäche hat. So bleiben z.B. die meisten Figuren nicht mehr als gesichtslose Stichwortgeber für Hauptdarsteller Johnny Depp (der übrigens anständige Arbeit abliefert). Eine Schwäche die dem dramaturgisch schludrigen Aufbau des Skripts geschuldet ist. Es bietet im Prinzip einfach nur ein “Best Of” aus diesem speziellen Lebensabschnitt Dillingers (eine Krankheit an der die meisten Biopics leiden) ohne einen stimmigen Handlungsbogen zu erzeugen. Viel schlimmer finde ich aber fast noch wie inkonsequent Mann sein eigenes Konzept umsetzt. Auf der einen Seite setzt er auf Pseudo-Realismus (eine digitale Wackelkamera klebt auf sehr gewöhnungsbedürftige Weise an den Geschehnissen – was aber manches Mal sehr eindringlich wirkt), um den Zuschauer dann auf der anderen Seite mit kitschiger Filmmusik und anderen Hollywoodklischees zu belästigen.
Tja, Public Enemies ist ein “Ein-paar-starke-Szenen-Film”. Soll heißen der Film lebt von einigen mitreißenden Szenen, die den Zuschauer dazu motivieren den “Rest” auszuhalten…
5/10
Coraline
Hinter einer kleinen Tür lernt die gelangweilte Coraline ihre “andere” Mutter (mit den Knopfaugen) kennen. Doch alsbald stellt sich die Frage, ob die andere Mutter etwas zum lieben will oder doch nur etwas zum Essen.
Zuerst einmal sei gesagt, dass ich nicht ganz nachvollziehen kann, wie dieses moderne Horrormärchen nach dem Buch von Neil Gaiman eine Altersfreigabe ab 6 Jahren erhalten konnte. Klar, es handelt sich um ein Stop-Motion Trickfilm (Trickfilme sind ja immer für Kinder, nicht wahr?) und Gaimans Vorlage findet sich normalerweise auch eher in der Jugendabteilung der Büchereien, aber ab sechs Jahren? Sorry, da hat die FSK daneben gegriffen (ab 12 wäre sinnvoller gewesen). Die Kids im Kino waren auf jeden Fall ein gutes Stück überfordert, da haben auch die Änderungen gegenüber dem Buch, die den Ekelfaktor mancher Szenen reduzieren sollten, nichts geholfen. Im Gegenteil manche Szenen wirken in der “abgeschwächten” Variante des Films geradezu verstörender. Egal, das macht den Film ja nicht schlecht.
Fragwürdiger sind da mehr diejenigen Modifikationen am Stoff, die den Inhalt der Story betreffen. Der eine oder andere elementare Eingriff in die Handlung mag die Story zwar dramaturgisch betrachtet “besser” machen, nimmt der Story aber das gewisse Gaimansche etwas und ersetzt es durch uninspiriertes Hollywoodkino. Aber gut, das ist auch eine Frage des perönlichen Geschmacks, den Gaimans Vorlage ist zugegebenermaßen etwas “unrund”. Zum größten Teil wird der Film der Vorlage ja aber auch gerecht.
Hmm, ein schön bizarrer Film, aber manchmal weder Fisch noch Fleisch. Dennoch einen Kinobesuch wert…
7/10
Warum hasse ich…The Spirit?
Okay, mir brummt gerade der Schädel und ausnahmsweise ist daran nicht der Film schuld, den ich hier besprechen werde. Egal, es wird wirklich Zeit, dass ich mal wieder etwas poste, also schieben wir die Kopfschmerzen mal beiseite.
Einige von euch werden sich jetzt fragen, weshalb ich „The Spirit“ überhaupt noch bespreche, schließlich lief der Film bereits im Februar im Kino. Die Antwort ist relativ simpel: Die Nachfrage bestimmt das Angebot (ja, ich hab‘ auch mal ein paar Semester VWL studiert…lol). Die Anfragen bezüglich einer Kritik von Frank Millers Comicverfilmung hatten sich mittlerweile einfach derart gehäuft (ähem, es waren drei Anfragen
), dass ich die Stimme des Pöbels…äh…des Volkes nicht mehr ignorieren konnte. Ausschlaggebend war aber letztendlich eine Anfrage von Moritz, ob ich denn nicht seine Rezension veröffentlichen könnte – quasi als Gastkritik. Dem möchte ich auch umgehend nachkommen:
“Warum hasse ich… The Spirit
Der Film ist einfach schwer dämlich”.
Moritz D. aka Moe
Nachdem das geklärt ist wenden wir uns jetzt aber endlich dem Film zu – zumindest solange wir es aushalten, denn nach gut zwei Minuten (oder wie lange es auch immer gedauert hat, bis das erste Wort gesprochen wurde) will man sich wieder voller Abscheu von der Leinwand abwenden. Es lässt sich dabei sehr präzise festmachen woran der Film scheitert: an allem! Ich bin mir nicht mal sicher, ob „The Spirit“ überhaupt ein Film ist. Nach einer halben Stunde überkam mich zumindest der Verdacht, dass es sich bei der Behauptung, dass „The Spirit“ ein Spielfilm sei, um ein Missverständnis handelt, das bei der Vermarktung des Produkts entstanden sein muss. Der Spirit scheint nämlich vielmehr ein Werkzeug der Zen-Meditation zu sein. Und als solches funktioniert er perfekt. Lasst mich das illustrieren:
Nach 5 Minuten ärgert man sich wegen der dümmlichen Dialoge, die dem Gehirn eines Zwölfjährigen entsprungen zu sein scheinen. Nach 20 Minuten fühlt man sich schlecht, weil sich die anfangs interessante Kameraführung als Foltermaschine für das Auge entpuppt (Wenn „Sin City“ ein Rembrandt wäre, dann wäre “The Spirit” Malen-nach-Zahlen mit einer Bohrmaschine). Nach 35 Minuten fühlt man dann wie sich der Kopf langsam leert. Die „High Scool Musical“ Rückblende gibt unseren Synapsen einfach den Rest. Eine Stimme sagt: “Wehre dich nicht. Lass’ es einfach geschehen.” Gedanken ziehen vorbei und kommen nicht wieder, bis man nach gut 70 Minuten nicht einfach nur jegliches Denken eingestellt hat. Da macht es im Nachhinein absolut Sinn, dass all die verdienten Schauspieler wie Knallchargen agieren. Man will uns eben nicht aus unserer Meditation reißen, schließlich befindet man sich auf einer anderen Bewusstseinsebene. Man ist die Leinwand, sozusagen…wer’s braucht.
Um “The Spirit” etwas Gutes abzugewinnen müsste man nicht beide Augen zudrücken…man müsste sie schon zunähen. Selbst die immer wieder anklingende Selbstironie kann den Film nicht vor dem Totalausfall bewahren. Ach und falls sich jemand wundert, dass ich nichts zum Inhalt der Story gesagt habe: es gibt nun mal keine, sorry. Positive Aspekte? Irgendwann ist der Film zu Ende…
1/10
Schlechte Besprechung – Gute Bewertung !?
Okay, da sich einige darüber wundern, weshalb Filme die ich „heruntermache“ zum Teil gute Bewertungen erhalten, muss ich wohl noch einmal näher erklären, wie meine Bewertungen zustande kommen. Meine letzten Ausführungen zu dem Thema sind wohl doch zu knapp ausgefallen. Das hätte mir aber klar sein müssen, wundern sich doch auch die meisten Leute, die mich persönlich kennen darüber, wenn ich einen Film niedermache und im Anschluss daran erkläre, dass er gut gewesen sei. Der erste Impuls ist bei mir eben (fast) immer die Frage: „Wie hätte man es besser machen können?“
1. Alle Kritiken fangen mit der Phrase „Warum hasse ich…“ an, völlig unabhängig davon, ob ich den Film tatsächlich hasse, schlecht oder genial finde. Es geht einzig darum den Leser auf meinen „Stil“ einzustimmen. Kurzkritiken, die ich früher unter „Ferner liefen“ zusammenfasste, heißen jetzt „Wo der Hass hinfällt“.
2. Ich konzentriere mich in den Kritiken vor allem auf die negativen Aspekte einer Produktion. Schließlich heißt dieser Blog Filmhass. Da würde es wenig Sinn machen darüber zu schreiben wie sehr ich diesen und jenen Film liebe…das kommt eh selten vor. In solchen Fällen werde ich euch aber informieren
Dieses Vorgehen mag zugegebenermaßen die Gefahr beherbergen eintönig zu werden, aber dieses Risiko gehe ich ein, in der Hoffnung diesem Blog auch tatsächlich eine Daseinsberechtigung zu geben. Es gibt einfach zu viele Portale und Blogs zum Thema Film, die kein wirkliches Profil haben. Dann doch lieber ein schlechtes, als gar keins
3. Es geht nicht um Belanglosigkeiten. Soll heißen, dass ich nicht vorhabe auf unwichtigen Details herumzureiten, um aus Prinzip einen Film schlecht zu machen. Ich rede über die Dinge, die mich wirklich gestört haben. Das ist natürlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber gut…
4. Es geht um den Unterhaltungswert! Das ist das wichtigste Kriterium für meine abschließende Bewertung. Das bedeutet, dass ein Film eine gute Bewertung einheimsen kann, auch wenn mir vieles an ihm übel aufgestoßen ist. Er muss es nur geschafft haben mich einigermaßen zu unterhalten. Wie ich es das letzte Mal schon ausdrückte: „Auf diese Weise verleihe ich dem 10-Punkte Rating auch einen größeren Sinn…es gibt dann sozusagen, die objektive Einstufung abseits meiner Hasstiraden wieder.“
Damit das in Zukunft für jeden ersichtlich ist, verlinke ich diesen Artikel ab sofort immer am Anfang jeder Kritik.
Warum hasse ich…Illuminati?
Ich weiß nicht mehr welcher schlaue Kopf diese Feststellung zuerst machte, aber nachdem ich nun (nach „Da Vinci Code“ auch) Illuminati gesehen habe, kann ich ihm nur zustimmen: Autor Dan Brown ist der neue Marco Polo, soll heißen er schreibt unterhaltsame Reiseführer (zumindest erwecken die Filme diesen Anschein…die Bücher hab‘ ich nicht gelesen). Im Falle von Angels&Demons, so der Originaltitel, geht Protagonist Robert Langdon auf Sightseeing Tour in Rom, um die katholische Kirche vor den Machenschaften des Illuminati Geheimbunds zu retten.
Müsste ich den Film mit einem Wort beschreiben, würde meine Wahl wohl auf „schwankend“ fallen. Schwankend in seiner Qualität. „Engel und Dämonen“ scheinen so ziemlich auf jeden Aspekt des Films Einfluss genommen zu haben. Entsprechend könnte man über jedes Department getrost sagen: „X schwankt in seiner Qualität zwischen gut/interessant und schwach/uninteressant.“
Da wäre die Kamera, die in einigen „ruhigen“ Momenten mit ihrem expressionistischen Licht-Schatten Spiel faszinieren kann, aber schon kurz darauf mit belanglosen Bildern langweilt oder mit fürchterlich unnötigen, computergenerierten Kamerafahrten nervt. Sehr schlecht generierte Kamerafahrten übrigens, denen man ihren künstlichen Ursprung ansehen kann. Und das sind nicht die einzigen schwachen Effekte, die der Film aufweist. Die Darstellung der Antimaterie fand ich beispielsweise niedlich – im Netz gibt es vermutlich mehr als einen begabten Zwölfjährigen, der diesen Effekt nachbauen könnte. Und wieso erinnert der Vorgang der Teilchenbeschleunigung audiovisuell an ein Silvesterfeuerwerk? Da hat sich auch jemand aus der Tonabteilung eine Ohrfeige verdient. Aber lassen wir mal die Technik beiseite. Wie sieht es denn mit dem Drehbuch und der Inszenierung aus? Tja, nicht viel anders. Die Schnitzeljagd auf die sich Professor Langdon begibt, ist mal überraschend, dann wieder vorhersehbar, teilweise clever und doch irgendwie dämlich. Kostprobe gefällig? (Vorsicht Spoiler – wer nichts verraten bekommen will, überspringt einfach den nächsten Absatz)
Im Verlauf des Films muss eine Bombe entschärft werden, die den gesamten Vatikanstaat und halb Rom vernichten könnte. Als festgestellt wird, dass hierfür vermutlich(!) nur noch weniger als fünf Minuten zur Verfügung stehen – was aus Gründen, die ich hier nicht näher erklären will, eine Entschärfung der Bombe unmöglich machen würde – hat die Heldin des Films ernsthaft die Idee, dass man sich doch lieber innerhalb dieser fünf Minuten evakuieren solle, als das Risiko einzugehen, die Bombe zu entschärfen – also Rom verlassen…in fünf Minuten…wtf?! Die Auflösung dieses Problems ist übrigens kein Stück glaubwürdiger ausgefallen (dafür aber hübsch dramatisch inszeniert).
Hoch anrechnen muss man Regisseur Ron Howard jedoch, dass er sich alle Mühe gegeben hat den eigentlich recht offensichtlichen Twist der Story zu verschleiern (ob ihm das wirklich gelungen ist, steht natürlich wieder auf einem anderen Blatt). Bliebe nur noch die völlig unmotivierte Gewaltdarstellung anzukreiden, die so gar nicht in den Film passen will. Ich mag mich da auch nicht entscheiden was schlimmer ist: das unbegründete Darstellen einer Leiche, die von Ratten gefressen wird, oder der offensichtliche Ich-bin-aus-Kunststoff-Look eben jener Leiche.
Alles in allem ist der Film aber okay. Die Probleme sind im Endeffekt nicht so gravierend, dass der Film nicht mehr unterhalten würde. Da gibt es wahrlich schlimmeres. Fazit: Ein Film den man ansehen kann, aber nicht muss.
6/10



