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Doku: Heavy Metal in Baghdad

Photo Courtesy of VBS.TV/VICE Films
Irak, wie ist es da so? Eine Frage die sich in Deutschland eigentlich niemanden mehr stellt, sind wir doch der immergleichen Nachrichtenbilder aus dem Kriegsgebiet schon längst überdrüssig. Umso erstaunlicher ist es wie schnell die Dokumentation „Heavy Metal in Baghdad“ dieses verloren gegangene Interesse wieder weckt.
Surreale Realität
Im Zeitraum zwischen 2003 und 2006 besuchten die Dokumentarfilmer hinter HMiB mehrmals die Bandmitglieder von Acrassicauda, der ersten irakischen Heavy Metal Band. Dabei ist nicht nur ein Portrait der kleinen irakischen Metalszene entstanden, sondern auch ein eindringlicher Einblick in die Lebenssituation der Iraker. Es mutet surreal an, wenn man feststellt wie sehr die Jungs aus der Band den Metalheads aus dem Westen ähneln und wie stark sich gleichzeitig die Realität in der sie leben von der unseren unterscheidet (da kommt es schon mal vor, dass jemand ein paar Bahnen im Hotelswimmingpool schwimmt, während in der Nähe mehrere Feuergefechte stattfinden). Die „schmutzigen“ Bilder der Handkamera unterstreichen diesen Eindruck und vermitteln zugleich die Paranoia, die die Filmer während der Dreharbeiten erfasste.
Manipulation ?
Photo Courtesy of VBS.TV/VICE Films
Zugegeben manchmal will Regisseur Moretti zuviel, dann fragt man sich, ob man dem Gezeigten wirklich trauen kann. Diese Zweifel an der Authentizität verfliegen jedoch spätestens, wenn eines der Bandmitglieder auf die Frage, ob das eben gehörte Explosionsgeräusch eine Autobombe gewesen sei, gelassen antwortet, dass es sich um Mörserbeschuss handelt. Der irakische Alltag fördert das perfekte Gehör eben auf seine ganz eigene Art.
Wer etwas für Dokus oder Metal übrig hat, sollte sich den Film anschauen.
7/10



