Artikel-Schlagworte: „Clips“

Kung Fu made in Germany

Bin heute über einen Trailer gestolpert, bei dem mir einfach die Spucke weggeblieben ist. Diese Trashperle kann ich euch nicht vorenthalten: Die Brut des Bösen

Trailer

Es handelt sich um einen deutschen(!) Martial Arts Film aus dem Jahre 1979. In der Hauptrolle Schlagersänger Christian Anders, der auch für die Regie und das Drehbuch verantwortlich war.

RocknRolla

Guy Ritchie ist wieder da. Nach dem katastrophalen Swept Away und dem wenig beachteten Revolver hat er hat sich allem Anschein nach wieder auf seine Wurzeln besonnen und liefert uns mit RocknRolla eine schräge Gangsterkomödie ganz im Stile seiner, das Genre prägenden, Filme Bube, Dame, König, grAs und Snatch. In Tradition der letztgenannten Filme besteht auch bei RocknRolla die Handlung eigentlich nur in einer Verkettung von unglücklichen Vorfällen und Missverständnissen, die dazu führen, dass allerlei zwielichtige Figuren sich gegenseitig jagen und die Knochen brechen – auf die gewohnt coole und amüsante Weise versteht sich. Es gibt also wieder bizarre Situationen und schräge Charaktere en mas.

Stilistische Orgie

Weshalb Ritchies Filme einen so großen Einfluss hatten, wird dann auch bei RocknRolla von Beginn an deutlich. Würde es das Wort „stylish“ nämlich nicht geben, hätte man es bestimmt für Ritchies Filme kreiert. Die Bilder, der Schnitt oder aber auch der Einsatz der Musik lassen den Filmbegeisterten einfach einmal mehr in Bewunderung verfallen, so geschickt verflechtet Ritchie die einzelnen Departments des filmischen Handwerks miteinander. Das typische Guy-Ritchie-Gangsterfilm-Gefühl, dass in den letzten Jahren so oft, meist mit wenig Erfolg, zu kopieren versucht wurde, stellt sich umgehend ein.

Kein Feuer

Das Problem ist nur, dass der Funke nicht wirklich überspringen will. Vielleicht liegt es daran, dass die „Coolness“ der Figuren diesmal zu aufgesetzt wirkt. Vielleicht liegt es auch an der konfusen Struktur des Drehbuchs, die wohl der Tatsache geschuldet ist, dass es sich um den ersten Teil einer Trilogie handelt, und auf Grund dessen sich noch nicht einmal eine richtige männliche Hauptrolle ausmachen lässt (bei den Frauen ist das einfacher, da es praktisch nur eine Frau im Film gibt, die mehr als drei Sätze sagen darf!). Ein bisschen kommt man sich da wie bei einer traurigen Ausgabe des Herzblatts vor. Keiner der drei Kandidaten entspricht den gewünschten Anforderungen. Da wäre Archie, der zwar die Story erzählt, dafür aber nur gelegentlich im Film auftaucht. Dann gibt es noch One Two, der tatsächlich die meiste Leinwandzeit eingeräumt bekommt, was sich aber nicht wirklich aus der Story ergibt, sondern vielmehr daraus – so zumindest meine Vermutung – dass die Figur von Gerard Butler gespielt wird, dem größten „Namen“ im Film. Und schließlich wäre da noch Johnny Quid, auf den sich der Fokus erst gegen Ende des Films verschiebt, der aber immerhin der titelgebende RocknRolla ist. Hier fehlt dem Film eindeutig etwas feinschliff. Gut möglich, dass Ritchie beim Schreiben der Trilogie den Überblick verloren hat. Vielleicht überzeugt der Film aber auch nicht wirklich, weil Ritchie mit RocknRolla kein Stück weiter gegangen ist, als er es mit Snatch tat: Die coolen Stories, die die Figuren zum Besten geben, hat man alle so ähnlich schon mal gehört. Das gleiche gilt für das coole Gehabe und so weiter.

Fan oder nicht Fan, das ist hier die Frage

Der Film ist durchaus unterhaltsam und besticht, wie gesagt, durch seinen großartigen Look, aber letzten Endes, kann ich ihn nur denjenigen empfehlen, die bereits Fans von Ritchies bisherigen Gangsterkomödien sind. Der Rest sollte sich lieber Snatch ausleihen, um Ritchie auf seinem Höhepunkt zu erleben, und sich dann fragen, ob man dem RocknRolla eine Chance geben will.

6/10

The Mysterious Explorations of Jasper Morello

Da ich immer noch mit meinen Arbeiten für die Uni beschäftigt, gibt es heute wieder nur einen Clip. Diesmal immerhin Oscar nominiert (2005) : The Mysterious Explorations of Jasper Morello

Monster Distributes hat den 26 Minuten langen Trickfilm ganz offiziell (also legal) auf Youtube eingestellt. Der Film hat einen wirklich innovativen Look, der Computergrafik mit klassischem Scherenschnitttheater vereint, und dadurch eine unheimlich dichte Atmosphäre erzeugt. Sicherlich nicht jedermanns Sache, aber man sollte dem Film eine Chance geben. Es handelt sich allerdings um die englische Version.

Doku: The Pervert’s Guide To Cinema

Copyright P GUIDE LTD

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Der Philosoph und Psychologe Slavoj Žižek führt uns in die Welt des Kinos ein. Der Film stammt zwar von 2006, aber ich will ihm hier trotzdem ein wenig Platz einräumen, denn es handelt sich um einen echten Geheimtipp für alle perversen Cineasten.

Žižek

Žižek ist das Enfant terrible der Philosophie. Er liebt es zu provozieren (und schlägt daher auch mal gerne vor Bücher zu verbrennen), erklärt die europäische Kultur anhand der Bauweise ihrer Toiletten (und wirkt dabei wie ein koksender Wahnsinniger) und hat eine ausgeprägte Liebe zum Film, den er für die ultimative perverse Kunst hält. Entsprechend unterhaltsam fallen dann auch Žižeks Ausführungen in „The Pervert’s Guide to Cinema“ aus.

Neo trifft Groucho

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Die Doku will nicht erklären wie Film gemacht wird, vielmehr geht es darum aufzuzeigen was Film mit uns macht, wenn wir ihn konsumieren. Žižek analysiert Klassiker der Filmgeschichte – von den Marx Brothers bis Matrix – und zeigt uns dabei nicht nur die verschiedenen Ebenen auf denen Film funktioniert, sondern erzählt uns vor allem etwas über unser eigenes Innenleben. Man sollte allerdings nicht den Fehler machen und den Film oder Žižek zu ernst zu nehmen. Ironische, übersteigerte Behauptungen sind eines der am meisten verwendeten Stilmittel in dieser Dokumentation (so z.B. wenn erklärt wird, warum Blumen eigentlich verboten gehören).

Ich nix verstehen

Wer mit Untertiteln nichts anfangen kann, sollte jedoch gute Englischkenntnisse besitzen, da es von dem Film leider keine Fassung mit deutscher Synchronisation gibt. Hinzu kommt, dass Žižeks slowenischer Akzent manch einem zusätzlich Verständnisprobleme bereiten könnte. Andererseits muss man sagen, dass der Film nur im Original seine volle Stärke entfaltet, gerade weil Žižeks Akzent den Gesamteindruck abrundet.

The Pervert’s Guide to Cinema“ ist unterhaltsam und intelligent zugleich. Wer Filme nicht nur konsumieren will, sondern sich wirklich für das Medium (oder Psychologie) interessiert, sollte unbedingt einen Blick riskieren.

8/10

Trailer

Who watches the Watchmen

Es heißt es sei schwer aus einem schlechten Drehbuch einen guten Film zu machen, aber einfach aus einem guten Drehbuch einen schlechten Film. Die gute Nachricht ist, dass es Regisseur Zack Snyder nicht geschafft hat aus der intelligenten Comicvorlage von Alan Moore einen schlechten Film zu machen. Die schlechte Nachricht ist, dass er nahe dran war.

Alternative Realität

Es ist 1985, die USA haben den Vietnamkrieg gewonnen, Richard Nixon wurde fünf Mal zum Präsidenten gewählt und Edward Blake, der früher einmal der Superheld Comedian war, wird durch das Fenster seiner Wohnung aus dem dreißigsten Stock geworfen. Willkommen in Watchmen, einer Geschichte die sich zentral um die Frage dreht, wie sich die Menschheitsgeschichte entwickelt hätte, wenn es tatsächlich maskierte Rächer geben würde. Überraschender Weise gelingt es Snyder sogar die epischen Ausmaße des Comics auf 162 Minuten Film herunter zu destillieren. Der Preis den er dafür zahlt ist jedoch hoch – vielleicht zu hoch.

Aufgepasst?

Comickenner sind ausreichend bedient, wer aber noch nie etwas von den Watchmen gehört hat und nicht zu den aufmerksamsten Kinogängern zählt, wird sich an der einen oder anderen Stelle Fragen stellen, deren Antworten er einfach verpasst, weil sie nur kurz am Rande zur Sprache kommen. Oder schlimmer noch, er zieht die falschen Schlüsse aus der Handlung, was gerade bei dem sehr kontroversen Ende von Watchmen katastrophal wäre. Es liegt die Vermutung nahe, dass Snyder den Comic zwar gelesen, aber nicht verstanden hat. Diesen Eindruck vermittelt der Film zumindest immer wieder, so zum Beispiel wenn man feststellt, dass die eigentlich Identifikationsfigur innerhalb der Geschichte, Rohrschach, in Snyders Version zu einer Nebenrolle verkommt.

Snyder bleibt Snyder

Überhaupt bestätigt dieser Film, das Snyder zu den derzeit am meisten überschätzten Regisseuren Hollywoods gehört. Seine Filme sind zwar visuell auf der Höhe, so auch Watchmen, strotzen aber von Entscheidungen, die auf ein fast vollends fehlendes Einfühlungsvermögen seitens des Regisseurs schließen lassen. Snyder ist wohl ein Autist. Anders lassen sich gewisse Abläufe im Film nicht erklären. Welcher halbwegs zur Empathie befähigte Mensch würde denn direkt auf eine äußerst tragische Sterbeszene eine Hollywood-Bubblegum-Kussszene folgen lassen? Snyder weiß es einfach nicht besser.

Auch die Wahl der musikalischen Untermalung bereitet Kopfschmerzen. Im brillanten Intro freuen wir uns noch über den wirklich stimmigen Einsatz eines Dylan Songs, doch dann folgt ein Klischee auf das andere. Die Songs sind zwar gut, aber so unglaublich bekannt oder so oft in anderen Filmen gespielt worden, dass sie in Watchmen einfach nicht mehr funktionieren und einige Szenen durch ihren Einsatz schon richtiggehend sabotiert werden.

Es lebe die DVD

Versteht mich nicht falsch. Watchmen ist ein guter Film: Er sieht gut aus, die Schauspieler machen anständige Arbeit und die Story ist immer noch angenehm ansprechend im Vergleich zu den meisten anderen Comicfilmmachwerken der letzten Jahre. Er weißt nur viele Mängel auf. Dass der Film trotz Snyder etwas geworden ist, kann ich mir nur so erklären, dass jeder Beteiligte eine Ausgabe des Comics, mit der Anmerkung, dass das Endprodukt dieser Vorgabe entsprechen soll, erhalten hat.

Trotzdem empfehle ich nur den Comicfans den Kinobesuch. Alle anderen sollten warten bis der dreistündige Director’s Cut oder die noch längere Version, die den Subplot „The Black Freighter“ enthält, auf DVD erscheinen. Die Chancen stehen gut, dass der Film in diesen Versionen für den Otto-Normal-Filmschauer an notwendiger Substanz gewinnt.

P.S.

Eine Warnung noch an die Actionfans: Macht einen Bogen um diesen Film. Es wird zwar – teils sehr blutig – Action geboten, doch ist sie nur selten packend inszeniert, wirkt oft aufgesetzt und insgesamt im Film deplaziert.

7/10

Weitere Kritiken zu dem Film finden sich hier und hier.

Trailer

Wie funktioniert die Welt?

Seien wir ehrlich: Wir haben den Überblick schon lange verloren. Wer kennt denn noch die Mechanismen, die unserer Welt zu Grunde liegen? Mancher mag vielleicht gewisse Teilaspekte erfassen, aber das große Ganze liegt im Dunkeln. Zum Glück gibt es aber immer noch Filmemacher und begabte Animatoren, die unsere Konsumgeilheit nicht vollends für sich ausnutzen und uns stattdessen ein wenig von unserer verloren gegangenen Übersicht zurückgeben wollen.

Die beiden folgenden Filme sind nicht mehr taufrisch, aber immer wieder mal einen Blick wert (ein Dankeschön geht an Andy und Wolfgang, die mich auf die Clips aufmerksam gemacht haben). Fangen wir mit meinem Favoriten an:

Wie Funktioniert Geld10 Punkte Plan zur effizienten Ausbeutung eines Planeten mit halbintelligenten Lebensformen

Teil 1, Teil 2, Teil 3

und dann

Unsere kleine Welt - Der Klimafilm

Die Filme sind natürlich gnadenlos überspitzt und manipulativ, aber sie treffen den Kern des jeweiligen Problemfelds. Auf’s Einbetten der Filme habe ich dieses Mal verzichtet, damit der Blog nicht zu Clip lastig wird. Außerdem scheint einer der Autoren nicht zu wollen, dass man seine Clips einbettet und diesen Wunsch will ich respektieren.

Joaquin Phoenix: Absturz oder Genie?

Tratsch wollte ich auf diesem Blog eigentlich nicht verbreiten, aber was derzeit mit Phoenix abgeht ist wirklich interessant. Erst fällt er bei einem Auftritt als Rapper von der Bühne:

Dann folgt ein sehr “spezieller” Auftritt bei David Letterman, der übrigens Ben Stiller zu seiner Oscarnummer inspirierte:

Der Gute ist also mal wieder der Buhmann der Boulevardpresse, die natürlich von Absturz und ähnlichem schreibt. Doch möglicherweise könnte sich das alles in Wahrheit als geniale Performance erweisen, dieses Gerücht verbreitet zumindest das Rolling Stone Online. Ein geheimes Filmprojekt, indem Phoenix eine Art Borat spielt, soll der wahre Grund für sein Auftreten sein. Das hört sich so dermaßen irre an, dass es stimmen könnte.

University LipDub

Eigentlich kann ich mit LipDub Videos nichts anfangen, aber was die HS Furtwangen hier auf die Beine gestellt hat, ist eine Erwähnung wert.

Was das Video so besonders macht ist, dass angeblich im gesamten Video nicht ein einziges Mal geschnitten wurde. Sollte das der Wahrheit entsprechen, handelt es sich bei dem Clip um ein kleines Meisterwerk der Choreographie. Aber selbst wenn geschnitten wurde, ist die Leistung nicht zu verachten.


University Lipdub (HS Furtwangen) from DASKAjA on Vimeo.

Christian Bale remixed

Von Bales Ausraster am Set von Terminator 4 haben die meisten sicherlich schon gehört. Für die Liebhaber elektronischer Musik gibt es davon einen geradezu genialen Remix von RevoLucian:

Hühner sind die besseren Stative

Vor ein Paar Wochen wollte ich mich über die Funktionsweise von Schwebestativen informieren, dabei bin ich über ein ganz amüsantes Video gestolpert:

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