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Warum hasse ich…Illuminati?
Ich weiß nicht mehr welcher schlaue Kopf diese Feststellung zuerst machte, aber nachdem ich nun (nach „Da Vinci Code“ auch) Illuminati gesehen habe, kann ich ihm nur zustimmen: Autor Dan Brown ist der neue Marco Polo, soll heißen er schreibt unterhaltsame Reiseführer (zumindest erwecken die Filme diesen Anschein…die Bücher hab‘ ich nicht gelesen). Im Falle von Angels&Demons, so der Originaltitel, geht Protagonist Robert Langdon auf Sightseeing Tour in Rom, um die katholische Kirche vor den Machenschaften des Illuminati Geheimbunds zu retten.
Müsste ich den Film mit einem Wort beschreiben, würde meine Wahl wohl auf „schwankend“ fallen. Schwankend in seiner Qualität. „Engel und Dämonen“ scheinen so ziemlich auf jeden Aspekt des Films Einfluss genommen zu haben. Entsprechend könnte man über jedes Department getrost sagen: „X schwankt in seiner Qualität zwischen gut/interessant und schwach/uninteressant.“
Da wäre die Kamera, die in einigen „ruhigen“ Momenten mit ihrem expressionistischen Licht-Schatten Spiel faszinieren kann, aber schon kurz darauf mit belanglosen Bildern langweilt oder mit fürchterlich unnötigen, computergenerierten Kamerafahrten nervt. Sehr schlecht generierte Kamerafahrten übrigens, denen man ihren künstlichen Ursprung ansehen kann. Und das sind nicht die einzigen schwachen Effekte, die der Film aufweist. Die Darstellung der Antimaterie fand ich beispielsweise niedlich – im Netz gibt es vermutlich mehr als einen begabten Zwölfjährigen, der diesen Effekt nachbauen könnte. Und wieso erinnert der Vorgang der Teilchenbeschleunigung audiovisuell an ein Silvesterfeuerwerk? Da hat sich auch jemand aus der Tonabteilung eine Ohrfeige verdient. Aber lassen wir mal die Technik beiseite. Wie sieht es denn mit dem Drehbuch und der Inszenierung aus? Tja, nicht viel anders. Die Schnitzeljagd auf die sich Professor Langdon begibt, ist mal überraschend, dann wieder vorhersehbar, teilweise clever und doch irgendwie dämlich. Kostprobe gefällig? (Vorsicht Spoiler – wer nichts verraten bekommen will, überspringt einfach den nächsten Absatz)
Im Verlauf des Films muss eine Bombe entschärft werden, die den gesamten Vatikanstaat und halb Rom vernichten könnte. Als festgestellt wird, dass hierfür vermutlich(!) nur noch weniger als fünf Minuten zur Verfügung stehen – was aus Gründen, die ich hier nicht näher erklären will, eine Entschärfung der Bombe unmöglich machen würde – hat die Heldin des Films ernsthaft die Idee, dass man sich doch lieber innerhalb dieser fünf Minuten evakuieren solle, als das Risiko einzugehen, die Bombe zu entschärfen – also Rom verlassen…in fünf Minuten…wtf?! Die Auflösung dieses Problems ist übrigens kein Stück glaubwürdiger ausgefallen (dafür aber hübsch dramatisch inszeniert).
Hoch anrechnen muss man Regisseur Ron Howard jedoch, dass er sich alle Mühe gegeben hat den eigentlich recht offensichtlichen Twist der Story zu verschleiern (ob ihm das wirklich gelungen ist, steht natürlich wieder auf einem anderen Blatt). Bliebe nur noch die völlig unmotivierte Gewaltdarstellung anzukreiden, die so gar nicht in den Film passen will. Ich mag mich da auch nicht entscheiden was schlimmer ist: das unbegründete Darstellen einer Leiche, die von Ratten gefressen wird, oder der offensichtliche Ich-bin-aus-Kunststoff-Look eben jener Leiche.
Alles in allem ist der Film aber okay. Die Probleme sind im Endeffekt nicht so gravierend, dass der Film nicht mehr unterhalten würde. Da gibt es wahrlich schlimmeres. Fazit: Ein Film den man ansehen kann, aber nicht muss.
6/10



