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Warum hasse ich…Alice im Wunderland!?
Ich bin ein großer Fan von Tim Burton, aber um nicht lange drum herum zu reden: sein neuer Film ist Mist. Visuell mal wieder absolut überragend (keine Frage, wer einfach nur wunderschönes Effektkino erleben will, wird diesen Film lieben), aber inhaltlich eine Katastrophe.
Die Story ist so dünn, das der rote Faden an dem sie hängt gar nicht reißen kann: Alice muss Drachen töten – Ende. Wenn die Geschichte wenigstens überzeugend erzählt würde, aber nein, auch hier herrscht der in letzter Zeit im Kino üblich gewordene hoppla-di-hopp-wir-haben-doch-keine-Zeit-Erzählstil vor. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der Film ja gar nichts zu erzählen hat. Viel schlimmer als der erzählerisch krankende Plot ist aber die verlogene Pseudo-Moral die dem Zuschauer hier aufgetischt wird. Angeblich soll uns der Film verdeutlichen, dass es ganz gut ist, wenn man ein Freigeist, Träumer oder vielleicht sogar leicht Verrückter ist. Tatsächlich bricht der Film aber an allen Ecken und Enden mit dieser Idee und präsentiert uns stattdessen eine für die Konsumgesellschaft weichgespülte und pervertierte Version.
Ein Visionär zu sein heißt hier, dass man weiß wie man Kohle scheffeln kann (Glückwunsch Alice). Des weiteren bedeutet es scheinbar, dass man es sich herausnehmen kann andere Menschen wegen deren Verrücktheit abzukanzeln (was Alice am Ende des Films mit ihrer Tante macht). Verblüffend sind auch die teilweise unglaublich undifferenziert dargestellten Figuren der Geschichte. Da wäre z.B. die weiße Königin, die natürlich durch und durch gut ist und sogar geschworen hat niemals ein Lebewesen zu töten – seltsamer Weise hat diese Figur aber gar kein Problem damit ihre Zaubertränke aus toten Lebwesen zu brauen. Ganz zu schweigen davon, dass Alice die Drecksarbeit für die weiße Königin erledigt, wenn sie gegen den Drachen in den Kampf zieht. Ach ja, wo wir es gerade davon haben: Töten ist natürlich auch eine schlimme Sache, es sei denn Alice tut es…mein Gott, würde sich der Film die Zeit nehmen etwas näher auf diese „Problemzonen“ einzugehen (ich vermute mal, dass das ursprünglich auch so von den Filmemachern geplant war), dann hätte dieser Film richtig Tiefgang! Es ist zum Haare raufen. Die Botschaft der Geschichte lautet eigentlich, dass man bereit sein muss seinen “Kaninchenbau” zu verlassen, um sich weiter zu entwickeln. Tatsächlich unternimmt der Film aber alles, damit der Zuschauer in eben jenem Bau bleibt…tja, wenigstens läuft im Abspann ein seichter Popsong. Die Kids brauchen ja etwas das man ihnen verkaufen kann. Es sind Filme wie dieser, die den Namen Disney in Verruf gebracht haben.
Da der Film visuell großartig geraten ist und bei oberflächlicher Betrachtung durchaus großen Unterhaltungswert besitzt, gibt es von mir trotz allem noch vier Sterne.
4/10
Ps. Der Film basiert nur entfernt auf den beiden Geschichten von Lewis Carroll und ist aufgrund seiner zum Teil recht düsteren Bilder nichts für kleine Kinder.



