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Doku: The Pervert’s Guide To Cinema
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Der Philosoph und Psychologe Slavoj Žižek führt uns in die Welt des Kinos ein. Der Film stammt zwar von 2006, aber ich will ihm hier trotzdem ein wenig Platz einräumen, denn es handelt sich um einen echten Geheimtipp für alle perversen Cineasten.
Žižek
Žižek ist das Enfant terrible der Philosophie. Er liebt es zu provozieren (und schlägt daher auch mal gerne vor Bücher zu verbrennen), erklärt die europäische Kultur anhand der Bauweise ihrer Toiletten (und wirkt dabei wie ein koksender Wahnsinniger) und hat eine ausgeprägte Liebe zum Film, den er für die ultimative perverse Kunst hält. Entsprechend unterhaltsam fallen dann auch Žižeks Ausführungen in „The Pervert’s Guide to Cinema“ aus.
Neo trifft Groucho
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Die Doku will nicht erklären wie Film gemacht wird, vielmehr geht es darum aufzuzeigen was Film mit uns macht, wenn wir ihn konsumieren. Žižek analysiert Klassiker der Filmgeschichte – von den Marx Brothers bis Matrix – und zeigt uns dabei nicht nur die verschiedenen Ebenen auf denen Film funktioniert, sondern erzählt uns vor allem etwas über unser eigenes Innenleben. Man sollte allerdings nicht den Fehler machen und den Film oder Žižek zu ernst zu nehmen. Ironische, übersteigerte Behauptungen sind eines der am meisten verwendeten Stilmittel in dieser Dokumentation (so z.B. wenn erklärt wird, warum Blumen eigentlich verboten gehören).
Ich nix verstehen
Wer mit Untertiteln nichts anfangen kann, sollte jedoch gute Englischkenntnisse besitzen, da es von dem Film leider keine Fassung mit deutscher Synchronisation gibt. Hinzu kommt, dass Žižeks slowenischer Akzent manch einem zusätzlich Verständnisprobleme bereiten könnte. Andererseits muss man sagen, dass der Film nur im Original seine volle Stärke entfaltet, gerade weil Žižeks Akzent den Gesamteindruck abrundet.
„The Pervert’s Guide to Cinema“ ist unterhaltsam und intelligent zugleich. Wer Filme nicht nur konsumieren will, sondern sich wirklich für das Medium (oder Psychologie) interessiert, sollte unbedingt einen Blick riskieren.
8/10
Doku: Heavy Metal in Baghdad

Photo Courtesy of VBS.TV/VICE Films
Irak, wie ist es da so? Eine Frage die sich in Deutschland eigentlich niemanden mehr stellt, sind wir doch der immergleichen Nachrichtenbilder aus dem Kriegsgebiet schon längst überdrüssig. Umso erstaunlicher ist es wie schnell die Dokumentation „Heavy Metal in Baghdad“ dieses verloren gegangene Interesse wieder weckt.
Surreale Realität
Im Zeitraum zwischen 2003 und 2006 besuchten die Dokumentarfilmer hinter HMiB mehrmals die Bandmitglieder von Acrassicauda, der ersten irakischen Heavy Metal Band. Dabei ist nicht nur ein Portrait der kleinen irakischen Metalszene entstanden, sondern auch ein eindringlicher Einblick in die Lebenssituation der Iraker. Es mutet surreal an, wenn man feststellt wie sehr die Jungs aus der Band den Metalheads aus dem Westen ähneln und wie stark sich gleichzeitig die Realität in der sie leben von der unseren unterscheidet (da kommt es schon mal vor, dass jemand ein paar Bahnen im Hotelswimmingpool schwimmt, während in der Nähe mehrere Feuergefechte stattfinden). Die „schmutzigen“ Bilder der Handkamera unterstreichen diesen Eindruck und vermitteln zugleich die Paranoia, die die Filmer während der Dreharbeiten erfasste.
Manipulation ?
Photo Courtesy of VBS.TV/VICE Films
Zugegeben manchmal will Regisseur Moretti zuviel, dann fragt man sich, ob man dem Gezeigten wirklich trauen kann. Diese Zweifel an der Authentizität verfliegen jedoch spätestens, wenn eines der Bandmitglieder auf die Frage, ob das eben gehörte Explosionsgeräusch eine Autobombe gewesen sei, gelassen antwortet, dass es sich um Mörserbeschuss handelt. Der irakische Alltag fördert das perfekte Gehör eben auf seine ganz eigene Art.
Wer etwas für Dokus oder Metal übrig hat, sollte sich den Film anschauen.
7/10



