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Miese Trailer: Einfallslosigkeit
In letzter Zeit überrascht mich bei Kinobesuchen vor allem eines: die fürchterlich schwachen Trailer! Also werde ich an dieser Stelle in nächster Zeit ein bisschen über aktuelle Trailer und deren Schwächen schreiben.
Kampf der Titanen
Der Trailer von Kampf der Titanen lässt mich immer wieder kopfschüttelnd zurück. Zum einen mag das daran liegen, das er in den hiesigen Kinos (Karlsruhe und Konstanz) nicht ein einziges Mal mit einwandfreiem Ton lief und ich habe ihn jetzt vier oder fünf Mal im Kino gesehen: Einmal lief er Mono, zweimal lief er in Stereoton auf den ersten beiden Lautsprechern im Saal und die restlichen Male kam er zwar in Surround, hörte sich dabei aber an als wäre er von einem Anfänger abgemischt worden. Der Verleih sollte sich die Kinobesitzer vorknüpfen oder die Kopien, die man hat ausliefern lassen, eingehender untersuchen. Zum anderen mag mein Kopfschütteln aber auch (und vor allem) durch die geradezu provozierende Einfallslosigkeit, die diesen Trailer ausmacht, hervorgerufen werden.
Schauen wir uns den Trailer an:
Ein paar nichtssagende Satzhülsen werden verschossen (verbal wie schriftlich) und es kommt zum obligatorischen Schnittgewitter. Kreaturen, Action und Effekte werden ohne jedweden Zusammenhang über die Leinwand gejagt. Unterlegt ist das Ganze mit einem Musikstück von System of a Down, das an sich nicht schlecht ist, mit dem mythologischen Grundthema des Films aber nicht viel am Hut hat und hier scheinbar nur deshalb ausgewählt wurde, weil der Stachel eines Riesenskorpions dazu im passenden Rhythmus in den Boden einschlagen kann (handwerklich ist das zumindest akzeptabel geschnitten). Zum Ende hin geht dem Stück dann “die Luft aus” und wird nach einer kurzen Pause von einem Score ersetzt, den man getrost als Dutzendware bezeichnen kann. Ein wohlwollender Geist wird nun vermutlich rufen: “Halt, es handelt sich hierbei doch offensichtlich um den Versuch einer dramatischen Steigerung!” Sorry, aber nein, dem ist nachweislich nicht so. Die gesamte Krakensequenz wurde einfach nur an den zuvor veröffentlichten Teaser “drangeklatscht”! Man braucht nur den Teaser mit dem Trailer zu vergleichen, um das festzustellen.
Aber kommen wir zu der eigentlich interessanten Frage. Was teilt der Trailer dem Zuschauer mit? Wir erfahren nichts über die Story. Wir kriegen nicht einmal einen Konflikt geliefert (das sich Menschen und Götter in die Haare kriegen ist in etwa so informativ als ob man dem Zuschauer mitgeteilt hätte, dass es einen Helden und ein paar Widerschacher gibt). Machen wir uns nichts vor, der Großteil der Zuschauer wird weder das Original noch die zugrundeliegende griechische Mythologie kennen. Ein paar “echte” Infos wären also wohl nicht verkehrt, um den Zuschauer etwas “anzufüttern”. Es sei denn es gibt keine – und hier wären wir bei der eigentlichen Botschaft des Clips: “Sorry Leute, wir haben keinen Star in der Hauptrolle und sowas wie ‘ne Story gibt es eigentlich auch nicht, aber hey, dafür können wir euch viel Peng Peng und bunte Sachen bieten!” Aber warum sollte sich davon heutzutage jemand zum Kinobesuch animiert fühlen? Dafür wurden die DVD’s erfunden (böse Zungen behaupten gar, dass Filme wie KdT umgekehrt für die DVD’s erfunden werden
)
Amüsanter Weise scheint dieser minderwertige Trailer aber ein gutes Omen für den Film zu sein. Würdigt man nämlich auch den Trailer von Harryhausens Original Kampf der Titanen aus dem Jahre 1981 eines Blickes, wird man feststellen, das schon dieser unterirdische Qualitäten aufwies…und immerhin ist der Film mittlerweile ein echter Klassiker geworden
Wie war das nochmal mit dem Morphen?
Spectah/Seasonfree hatte vor einiger Zeit gefragt, ob ich nicht erklären könnte was es mit den Morphing Effekten auf sich hat. Also gut, ich hab’ gerade etwas Zeit also will ich euch einen kleinen Blick “hinter die Kulissen” geben…sonderlich spektakulär wird das aber nicht, da will ich euch gleich vorwarnen. Außerdem soll das hier kein Tutorial werden(dafür gibt’s bessere Seiten), sondern nur ein kurzer Überblick, damit sich der Otto-Normal-Leser nicht zu Tode langweilt.
Okay, fangen wir mit der Frage an, was Morphing überhaupt ist. Wikipedia hilft:
“Im Gegensatz zur Überblendung (Film) wird beim Morphing ein Bild in ein anderes Bild durch Einsatz von zusätzlichen gezielten Verzerrungen überführt. Dabei versucht man, ausgehend von einem Quellbild, einen möglichst realistischen Übergang zu einem Zielbild zu erzeugen. Der typische Morphing-Prozess besteht deshalb darin, markante Bildelemente (z. B. Gesichtszüge wie Mund und Augen oder Objektränder) in Quell- und Zielbild auszuwählen und so zu verzerren, dass ihre Konturen zur Übereinstimmung gebracht werden können.”
Ich demonstriere das am besten anhand des R8 Clips, den ich hier damals online stellte. Ich nehme also zwei Einstellungen des fahrenden R8, die ich “übereinander” lege. Dann zeichne ich Masken um die (oder entlang der) markanten Stellen im Bild(oder besser gesagt in beiden Bildern!). Die beiden nachfolgenden Bilder illustrieren das.
Hier handelt es sich um die Einstellung aus der ich “heraus” morphe.
Dieses Bild zeigt die Zieleinstellung.
Die gelben Linien stehen entsprechend für den Ursprung und die grünen für das Ziel. Die Software berechnet nun aus diesen beiden Bildern und den darin eingezeichneten Masken, sowie einigen anderen Vorgaben, die ich eingebe (dabei geht es um die grundlegende Vorgehensweise der Software) ein Zwischenbild. Das sieht in diesem Fall wie folgt aus:
Wie ihr sehen könnt, werden die Objekte, die ich per Maske markiert habe, verkleinert und verschoben, ohne ihre “Integrität” zu verlieren. Die unmaskierten Objekte “verwischen” und “verblassen” (daran kann man sehen, das nicht nur verzerrt, sondern auch überblendet wird) dagegen geradezu. An den beiden Steinblöcken auf der rechten Seite könnt ihr den Unterschied zwischen einem maskierten und einem nicht maskierten Objekt gut erkennen. Der “Look” des Effekts hängt also stark davon ab, welche Merkmale man maskiert (oder in welchem Ausmaß man überhaupt maskiert). Beim R8 Clip war die Entscheidung darüber dann auch ein Kompromiß zwischen Ästhetik und mangelnder Zeit(der Effekt wurde für das eigentlich Video dann übrigens noch mal überarbeitet, weil er in der ersten Version noch etwas fehlerhaft war).
So, dass mag sich jetzt recht einfach anhören, ist aber sehr arbeitsaufwändig, da im Fall von sich bewegenden Objekten, wie eben dem R8, die Maskierung für jedes Bild pro Sekunde in der der Morphing Effekt erfolgen soll, angepasst werden muss. Das bedeutet das die Maske für den R8 bei einem Effekt, der eine Länge von einer Sekunde hat, 50 Mal angepasst werden muss (25 Mal Ursprung und 25 Mal Ziel, da eine Sekunde “Film” im Pal Format 25 Bilder hat – vereinfacht gesagt).
Tja, ich hoffe ich habe eure Illusionen über die “aufregende” Arbeit an Morphing Effekten damit endgültig zerstört




