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Szenen nach dem Abspann

Cinekie hat auf seinem Blog ein Projekt gestartet, das Szenen, die nach dem Abspann eines Filmes laufen, sammelt. Keine schlechte Idee, wie ich finde. Ich hab mich deshalb in diesem Zusammenhang ein wenig schlau gemacht und bin dabei auf die englischsprachige Seite Moviestinger gestoßen. Neben Szenen nach dem Abspann sammelt diese Seite auch Szenen die während des Abspanns laufen, aber auch z.B. Videospiele werden berücksichtigt.

Die Seite ist so aktuell, das sie immerhin schon die Abspannszene von X-Men Origins: Wolverine auflistet…nicht schlecht bei einem Film den es bisher nur als illegalen Workprint zu sehen gibt ;)

Gran Torino

Walter Kowalski hat genug. Genug von seinen Kindern und Enkeln, die ihn als nicht mehr ernstzunehmenden Erblasser betrachten. Genug von seinem Viertel, das über die Jahre immer weiter herunter gekommen ist. Und natürlich hat er vor allem genug von den asiatischen Nachbarn, die sich auf seinem Rasen breit machen. Es wird wieder Zeit das Gewehr auszupacken…oder nicht?

In seinem Gedenken

Wenn man sich die aktuellen Kritiken zu Gran Torino zu Gemüte führt, könnte man meinen Clint Eastwood sei vor kurzem verstorben. So liest sich mancher Artikel wie ein Nachruf auf das Urgestein des Hollywoodkinos. Von seinen Errungenschaften ist die Rede, von dem Mythos Eastwood und seiner Integrität wird da ehrfurchtsvoll gestammelt – da wird selbst denjenigen das Herz schwer, die Eastwood früher als Inbegriff des reaktionären Actionkinos verteufelt haben. Der Grund ist nachvollziehbar: Gran Torino ist vermutlich Eastwoods letzter Auftritt als Schauspieler.

Ach, den Film gibt es ja auch noch

Es entsteht der Eindruck, dass der Film in der Kritik hinter all den Sentimentalitäten zurücktritt und zur Nebensache wird. Schnell wird Gran Torino noch zum Meisterwerk erklärt – über Tote will man schließlich nichts Schlechtes sagen. Dabei ist diese formale Krönung von Eastwoods Werk völlig unnötig, denn Gran Torino ist ein überzeugender Film, der keines falschen Zuspruchs bedarf: Die Story ist simpel, aber packend und Eastwood zeigt einmal mehr, weshalb er über Jahrzehnte hinweg als die Verkörperung des “gerechten” Lynchmörders schlechthin galt. Die eigentliche Leistung des Films besteht jedoch darin, dass es sich um eine der wenigen guten Reflektionen über das Genre handelt. Eastwood gelingt es all die typischen Klischees, die uns in Rachethrillern begegnen, auf clevere Weise zu dekonstruieren und beschert uns dadurch, quasi nebenher, einen der brillantesten Showdowns der Filmgeschichte.

Kein Meisterwerk

Gran Torino ist aber sicherlich kein Meisterwerk. Man merkt ihm in manchen Szenen einfach an, dass er mit nur fünf Drehwochen etwas schnell abgedreht wurde. Darunter hat vor allem die darstellerische Qualität mancher Schauspieler gelitten, gelegentlich aber auch die Inszenierung, die in der einen oder anderen Sequenz etwas beliebig daher kommt. Und selbst das Skript offenbart die eine oder andere Schwäche – manches kann man der Geschichte einfach nicht abnehmen – die dann aber meist durch Eastwoods Präsenz oder die ironische Grundstimmung, die den Film generell auszeichnet, aufgefangen wird. Die angeführten Mängel sind aber bei weitem nicht ausreichend, um dem Film als Gesamtwerk zu schaden. Ich habe sie hier nur aufgezählt, um verständlich zu machen, weshalb ich nicht ganz mit den Kritiken, die den Film proforma in den Himmel loben, konform gehe.

Gran Torino kann ich bedenkenlos jedem empfehlen. Eastwoods letzte Darbietung als Schauspieler ist – mal amüsant, mal emotional ergreifend – ein würdiger, aber vor allem überzeugender Abgang von der Bühne und zugleich auch ein weiterer Beweis seines Könnens als Regisseur.

8/10

//Nachtrag
Mir ist gerade aufgefallen, dass die deutsche Synchronisation sehr “gewöhnungsbedürftig” ist. Schaut euch den Film also lieber im Original an.

Doku: The Pervert’s Guide To Cinema

Copyright P GUIDE LTD

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Der Philosoph und Psychologe Slavoj Žižek führt uns in die Welt des Kinos ein. Der Film stammt zwar von 2006, aber ich will ihm hier trotzdem ein wenig Platz einräumen, denn es handelt sich um einen echten Geheimtipp für alle perversen Cineasten.

Žižek

Žižek ist das Enfant terrible der Philosophie. Er liebt es zu provozieren (und schlägt daher auch mal gerne vor Bücher zu verbrennen), erklärt die europäische Kultur anhand der Bauweise ihrer Toiletten (und wirkt dabei wie ein koksender Wahnsinniger) und hat eine ausgeprägte Liebe zum Film, den er für die ultimative perverse Kunst hält. Entsprechend unterhaltsam fallen dann auch Žižeks Ausführungen in „The Pervert’s Guide to Cinema“ aus.

Neo trifft Groucho

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Die Doku will nicht erklären wie Film gemacht wird, vielmehr geht es darum aufzuzeigen was Film mit uns macht, wenn wir ihn konsumieren. Žižek analysiert Klassiker der Filmgeschichte – von den Marx Brothers bis Matrix – und zeigt uns dabei nicht nur die verschiedenen Ebenen auf denen Film funktioniert, sondern erzählt uns vor allem etwas über unser eigenes Innenleben. Man sollte allerdings nicht den Fehler machen und den Film oder Žižek zu ernst zu nehmen. Ironische, übersteigerte Behauptungen sind eines der am meisten verwendeten Stilmittel in dieser Dokumentation (so z.B. wenn erklärt wird, warum Blumen eigentlich verboten gehören).

Ich nix verstehen

Wer mit Untertiteln nichts anfangen kann, sollte jedoch gute Englischkenntnisse besitzen, da es von dem Film leider keine Fassung mit deutscher Synchronisation gibt. Hinzu kommt, dass Žižeks slowenischer Akzent manch einem zusätzlich Verständnisprobleme bereiten könnte. Andererseits muss man sagen, dass der Film nur im Original seine volle Stärke entfaltet, gerade weil Žižeks Akzent den Gesamteindruck abrundet.

The Pervert’s Guide to Cinema“ ist unterhaltsam und intelligent zugleich. Wer Filme nicht nur konsumieren will, sondern sich wirklich für das Medium (oder Psychologie) interessiert, sollte unbedingt einen Blick riskieren.

8/10

Trailer

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