Posts Tagged ‘johnny depp’

Warum hasse ich…Das Kabinett des Dr. Parnassus!?

Sonntag, Januar 17, 2010

Eine Kritik über “Das Kabinett des Dr. Parnassus” zu schreiben gestaltet sich ungewöhnlich kompliziert…zumindest in meinem speziellen Fall. Zuerst wollte ich nur ein paar Zeilen schreiben, dann wurde daraus ein Plädoyer für “schlecht” geschriebene/geschnittene Filme, das ich komplett löschte weil es prätentiöser Mist war (also in einem noch größeren Umfang, als das in der Regel ohnehin bei mir der Fall ist) und nun versuche ich mich erneut an einer kürzeren Kritik. Woran liegt das? Nun, Parnassus ist ein etwas ungewöhnlicher Film – inhaltlich wie formal.

Die Story des unsterblichen Dr. Parnassus, der mit seiner heruntergekommen Gauklertruppe durch die Welt tingelt, ist – typisch für einen Film von Terry Gilliam – skurill und verquer. Zentrales Handlungselement ist dabei der Spiegel des Dr. Parnassus. Wer durch diesen hindurch tritt findet sich in der Gedankenwelt des Doktors wieder, die den Besucher mit dessen eigenen Phantasien in surrealen Traumwelten konfrontiert. Um diesen Spiegel herum entwickeln sich mehrere mteinander verwobene Handlungsstränge: ein Wettstreit mit dem Teufel, eine Dreiecksbeziehung innerhalb der Gauklertruppe und die Frage nach der Identität des dubiosen Fremden, der die Gauklertruppe zu neuem Erfolg führt.

Die Resonanz im Kinosaal fiel recht negativ aus. Eine jüngere Zuschauerin, die wohl wegen des massiven Aufgebots männlicher Stars (die Hauptrolle wird episodenweise von Heath Ledger, Johnny Depp, Jude Law und Colin Farell gespielt!) ins Kino gefunden hatte, meinte gar lautstark: “Da is’ denen wohl mal wieder garnix eingefallen.” Dabei dürfte das Problem eher gewesen sein, das “die” zu viele Einfälle hatten. So viele Einfälle, dass der durchschnittlichen Kinogänger, der sein Glück im zur Dauerberieselung geeigneten Mainstreamkino findet (und das meine ich jetzt keineswegs abwertend) einfach “zu” macht. Quasi nebenher macht der Film Aussagen über Liebe, Religion, Medien, Institutionalisierung, Kommerzialisierung, Träume, Glück und so weiter (oder wie es Douglas Adams einmal treffend ausdrückte: “Das Leben, das Universum und der ganze Rest”). Diese Masse an Ideen und Aussagen, die der Film zum Ausdruck bringt, zeigen sich in der Konsequenz aber eben als konfuses und holprig erzähltes Filmkonstrukt – das Teile des Films aufgrund dessen, das Ledger während der Dreharbeiten verstarb, umgeschrieben werden mussten, hatte sicherlich seinen Anteil an dieser Misere.

Das Problem besteht aber nicht nur aus einem überfrachteten Drehbuch und dem chaotischen Schnitt, sondern es ist auch der Umstand, das bei Gilliam Genie und Unsinn (nein, nicht wahnsinn ;-) ) dicht beieinander liegen. In einem Moment überrascht uns der Film z.B. mit subtilen, intelligenten Überlegungen zur menschlichen Existenz und im nächsten Moment kriegt man eine Holzhammermetaphorik um die Ohren gehauen, dass man sich für den Regisseur fremdschämt. So ist Gilliam halt. Trotz allem ist der Film meiner Meinung nach absolut sehenswert. Parnassus gleicht einem wundervollen Gemälde, das bekritzelt, zerknüllt, zerissen und mit Tesafilm wieder zusammengesetzt wurde. Es mag auf den ersten Blick hässlich und keines weiteren Blickes würdig zu sein, aber wer sich die Mühe macht sich etwas länger damit zu beschäftigen kann immer die Schönheit des ursprünglichen Bilds erkenne. Der Film ist letzten Endes ein großartiges Werk über die Auseinandersetzung mit dem inneren Schweinehund, das sich leider selbst ein Bein stellt.


8/10

Wo der Hass hinfällt 1

Montag, August 24, 2009

Es wird wirklich Zeit, dass ich mal wieder etwas poste, das nichts mit den Stylebook Clips zu tun hat.

Public Enemies

Die Bewertung von Michael Manns Film über John Dillinger, den berüchtigsten Bankräuber der USA in den dreißiger Jahren, bereitet mir ehrlich gesagt etwas Kopfschmerzen. Ich mag den Film zwar, aber es spricht einfach sehr viel gegen ihn.

Da wäre das Drehbuch, das mehr als eine Schwäche hat. So bleiben z.B. die meisten Figuren nicht mehr als gesichtslose Stichwortgeber für Hauptdarsteller Johnny Depp (der übrigens anständige Arbeit abliefert). Eine Schwäche die dem dramaturgisch schludrigen Aufbau des Skripts geschuldet ist. Es bietet im Prinzip einfach nur ein “Best Of” aus diesem speziellen Lebensabschnitt Dillingers (eine Krankheit an der die meisten Biopics leiden) ohne einen stimmigen Handlungsbogen zu erzeugen. Viel schlimmer finde ich aber fast noch wie inkonsequent Mann sein eigenes Konzept umsetzt. Auf der einen Seite setzt er auf Pseudo-Realismus (eine digitale Wackelkamera klebt auf sehr gewöhnungsbedürftige Weise an den Geschehnissen – was aber manches Mal sehr eindringlich wirkt), um den Zuschauer dann auf der anderen Seite mit kitschiger Filmmusik und anderen Hollywoodklischees zu belästigen.

Tja, Public Enemies ist ein “Ein-paar-starke-Szenen-Film”. Soll heißen der Film lebt von einigen mitreißenden Szenen, die den Zuschauer dazu motivieren den “Rest” auszuhalten…


5/10

Coraline

Hinter einer kleinen Tür lernt die gelangweilte Coraline ihre “andere” Mutter (mit den Knopfaugen) kennen. Doch alsbald stellt sich die Frage, ob die andere Mutter etwas zum lieben will oder doch nur etwas zum Essen.

Zuerst einmal sei gesagt, dass ich nicht ganz nachvollziehen kann, wie dieses moderne Horrormärchen nach dem Buch von Neil Gaiman eine Altersfreigabe ab 6 Jahren erhalten konnte. Klar, es handelt sich um ein Stop-Motion Trickfilm (Trickfilme sind ja immer für Kinder, nicht wahr?) und Gaimans Vorlage findet sich normalerweise auch eher in der Jugendabteilung der Büchereien, aber ab sechs Jahren? Sorry, da hat die FSK daneben gegriffen (ab 12 wäre sinnvoller gewesen). Die Kids im Kino waren auf jeden Fall ein gutes Stück überfordert, da haben auch die Änderungen gegenüber dem Buch, die den Ekelfaktor mancher Szenen reduzieren sollten, nichts geholfen. Im Gegenteil manche Szenen wirken in der “abgeschwächten” Variante des Films geradezu verstörender. Egal, das macht den Film ja nicht schlecht.

Fragwürdiger sind da mehr diejenigen Modifikationen am Stoff, die den Inhalt der Story betreffen. Der eine oder andere elementare Eingriff in die Handlung mag die Story zwar dramaturgisch betrachtet “besser” machen, nimmt der Story aber das gewisse Gaimansche etwas und ersetzt es durch uninspiriertes Hollywoodkino. Aber gut, das ist auch eine Frage des perönlichen Geschmacks, den Gaimans Vorlage ist zugegebenermaßen etwas “unrund”. Zum größten Teil wird der Film der Vorlage ja aber auch gerecht.

Hmm, ein schön bizarrer Film, aber manchmal weder Fisch noch Fleisch. Dennoch einen Kinobesuch wert…


7/10

Schlechte Besprechung – Gute Bewertung !?

RSS-Feed abonnieren
Feed über Email

Email-Adresse eingeben:

Delivered by FeedBurner