Artikel-Schlagworte: „Kritik“
Warum hasse ich…Assassins Creed:Lineage?
Seit heute steht auf Youtube eine offizielle Webserie zu dem gleichnamigen Spiel. Da dachte ich mir, hey, warum nicht mal was neues machen und was anderes als einen Kinofilm besprechen.
Glücklicherweise kann sich dann auch gleich jeder seine eigene Meinung dazu bilden:
Die Episode ist übrigens deutsch synchronisiert, also lasst euch nicht davon abschrecken, dass im Intro nur Untertitel laufen.
Okay, was hasse ich nun an dieser Episode? Eine Menge. In erster Linie stößt mir vor allem die Klischeehaftigkeit des Ganzen auf. Da wäre die Einführungssequenz, die die obligatorische Stimme aus dem Off aufweißt, die uns mit dämlichen, im besten Falle belanglosen, Infos füttert. Braucht man nicht, zumindest nicht auf diese, das Tempo unnötig verschleppende, langweilige Art. Der Held ist dann natürlich auch ein “ehrenhafter” Attentäter, der nicht aus dem Hinterhalt angreift, wie es für einen Attentäter normal wäre, sondern sich seinen Gegnern von Angesicht zu Angesicht stellt. Ich schlage vor die Macher schlagen noch mal das Wort Assassine im Lexikon nach, da scheint es ja doch noch gewisse Wissenslücken zu geben.
Aber lassen wir das Thema Klischees und schauen uns lieber das Handwerkliche an. Skript? Nicht vorhanden. Kamera? Okay, aber mehr nicht. Das Licht ist sogar richtig mies. Es sieht zwar alles “hübsch” aus, aber auch sehr nach Theaterbühne, was nicht zuletzt an den “Sets” liegt, die allesamt direkt aus dem Computer kommen und denen man diesen Ursprung leider Gottes wirklich ansieht. Nein, das mag teuer und aufwändig gewesen sein, taugt aber trotzdem nichts. Zu den Darstellern sag ich mal lieber nichts…wenn schon dem Hauptdarsteller jegliches Charisma abgeht, was soll denn dann der Rest noch großartig rausreißen?
Ne, Fans des Spiels werden sicherlich feucht, wenn sie sich diese Webserie reinziehen, aber alle anderen sollten nicht ihre Zeit damit verschwenden. Es sei denn sie befinden sich im absoluten Notstand und brauchen ihre tägliche Dosis ästhetisch inszenierter Gewalt. Ich bin mal so gnädig und geb’ der Serie 3 von 10 Punkten, weil das Production Value für eine Webserie unverhältnismäßig hoch ist, und das muss man ja auch würdigen.
3/10
Wo der Hass hinfällt 1
Es wird wirklich Zeit, dass ich mal wieder etwas poste, das nichts mit den Stylebook Clips zu tun hat.
Public Enemies
Die Bewertung von Michael Manns Film über John Dillinger, den berüchtigsten Bankräuber der USA in den dreißiger Jahren, bereitet mir ehrlich gesagt etwas Kopfschmerzen. Ich mag den Film zwar, aber es spricht einfach sehr viel gegen ihn.
Da wäre das Drehbuch, das mehr als eine Schwäche hat. So bleiben z.B. die meisten Figuren nicht mehr als gesichtslose Stichwortgeber für Hauptdarsteller Johnny Depp (der übrigens anständige Arbeit abliefert). Eine Schwäche die dem dramaturgisch schludrigen Aufbau des Skripts geschuldet ist. Es bietet im Prinzip einfach nur ein “Best Of” aus diesem speziellen Lebensabschnitt Dillingers (eine Krankheit an der die meisten Biopics leiden) ohne einen stimmigen Handlungsbogen zu erzeugen. Viel schlimmer finde ich aber fast noch wie inkonsequent Mann sein eigenes Konzept umsetzt. Auf der einen Seite setzt er auf Pseudo-Realismus (eine digitale Wackelkamera klebt auf sehr gewöhnungsbedürftige Weise an den Geschehnissen – was aber manches Mal sehr eindringlich wirkt), um den Zuschauer dann auf der anderen Seite mit kitschiger Filmmusik und anderen Hollywoodklischees zu belästigen.
Tja, Public Enemies ist ein “Ein-paar-starke-Szenen-Film”. Soll heißen der Film lebt von einigen mitreißenden Szenen, die den Zuschauer dazu motivieren den “Rest” auszuhalten…
5/10
Coraline
Hinter einer kleinen Tür lernt die gelangweilte Coraline ihre “andere” Mutter (mit den Knopfaugen) kennen. Doch alsbald stellt sich die Frage, ob die andere Mutter etwas zum lieben will oder doch nur etwas zum Essen.
Zuerst einmal sei gesagt, dass ich nicht ganz nachvollziehen kann, wie dieses moderne Horrormärchen nach dem Buch von Neil Gaiman eine Altersfreigabe ab 6 Jahren erhalten konnte. Klar, es handelt sich um ein Stop-Motion Trickfilm (Trickfilme sind ja immer für Kinder, nicht wahr?) und Gaimans Vorlage findet sich normalerweise auch eher in der Jugendabteilung der Büchereien, aber ab sechs Jahren? Sorry, da hat die FSK daneben gegriffen (ab 12 wäre sinnvoller gewesen). Die Kids im Kino waren auf jeden Fall ein gutes Stück überfordert, da haben auch die Änderungen gegenüber dem Buch, die den Ekelfaktor mancher Szenen reduzieren sollten, nichts geholfen. Im Gegenteil manche Szenen wirken in der “abgeschwächten” Variante des Films geradezu verstörender. Egal, das macht den Film ja nicht schlecht.
Fragwürdiger sind da mehr diejenigen Modifikationen am Stoff, die den Inhalt der Story betreffen. Der eine oder andere elementare Eingriff in die Handlung mag die Story zwar dramaturgisch betrachtet “besser” machen, nimmt der Story aber das gewisse Gaimansche etwas und ersetzt es durch uninspiriertes Hollywoodkino. Aber gut, das ist auch eine Frage des perönlichen Geschmacks, den Gaimans Vorlage ist zugegebenermaßen etwas “unrund”. Zum größten Teil wird der Film der Vorlage ja aber auch gerecht.
Hmm, ein schön bizarrer Film, aber manchmal weder Fisch noch Fleisch. Dennoch einen Kinobesuch wert…
7/10
Warum hasse ich…The Spirit?
Okay, mir brummt gerade der Schädel und ausnahmsweise ist daran nicht der Film schuld, den ich hier besprechen werde. Egal, es wird wirklich Zeit, dass ich mal wieder etwas poste, also schieben wir die Kopfschmerzen mal beiseite.
Einige von euch werden sich jetzt fragen, weshalb ich „The Spirit“ überhaupt noch bespreche, schließlich lief der Film bereits im Februar im Kino. Die Antwort ist relativ simpel: Die Nachfrage bestimmt das Angebot (ja, ich hab‘ auch mal ein paar Semester VWL studiert…lol). Die Anfragen bezüglich einer Kritik von Frank Millers Comicverfilmung hatten sich mittlerweile einfach derart gehäuft (ähem, es waren drei Anfragen
), dass ich die Stimme des Pöbels…äh…des Volkes nicht mehr ignorieren konnte. Ausschlaggebend war aber letztendlich eine Anfrage von Moritz, ob ich denn nicht seine Rezension veröffentlichen könnte – quasi als Gastkritik. Dem möchte ich auch umgehend nachkommen:
“Warum hasse ich… The Spirit
Der Film ist einfach schwer dämlich”.
Moritz D. aka Moe
Nachdem das geklärt ist wenden wir uns jetzt aber endlich dem Film zu – zumindest solange wir es aushalten, denn nach gut zwei Minuten (oder wie lange es auch immer gedauert hat, bis das erste Wort gesprochen wurde) will man sich wieder voller Abscheu von der Leinwand abwenden. Es lässt sich dabei sehr präzise festmachen woran der Film scheitert: an allem! Ich bin mir nicht mal sicher, ob „The Spirit“ überhaupt ein Film ist. Nach einer halben Stunde überkam mich zumindest der Verdacht, dass es sich bei der Behauptung, dass „The Spirit“ ein Spielfilm sei, um ein Missverständnis handelt, das bei der Vermarktung des Produkts entstanden sein muss. Der Spirit scheint nämlich vielmehr ein Werkzeug der Zen-Meditation zu sein. Und als solches funktioniert er perfekt. Lasst mich das illustrieren:
Nach 5 Minuten ärgert man sich wegen der dümmlichen Dialoge, die dem Gehirn eines Zwölfjährigen entsprungen zu sein scheinen. Nach 20 Minuten fühlt man sich schlecht, weil sich die anfangs interessante Kameraführung als Foltermaschine für das Auge entpuppt (Wenn „Sin City“ ein Rembrandt wäre, dann wäre “The Spirit” Malen-nach-Zahlen mit einer Bohrmaschine). Nach 35 Minuten fühlt man dann wie sich der Kopf langsam leert. Die „High Scool Musical“ Rückblende gibt unseren Synapsen einfach den Rest. Eine Stimme sagt: “Wehre dich nicht. Lass’ es einfach geschehen.” Gedanken ziehen vorbei und kommen nicht wieder, bis man nach gut 70 Minuten nicht einfach nur jegliches Denken eingestellt hat. Da macht es im Nachhinein absolut Sinn, dass all die verdienten Schauspieler wie Knallchargen agieren. Man will uns eben nicht aus unserer Meditation reißen, schließlich befindet man sich auf einer anderen Bewusstseinsebene. Man ist die Leinwand, sozusagen…wer’s braucht.
Um “The Spirit” etwas Gutes abzugewinnen müsste man nicht beide Augen zudrücken…man müsste sie schon zunähen. Selbst die immer wieder anklingende Selbstironie kann den Film nicht vor dem Totalausfall bewahren. Ach und falls sich jemand wundert, dass ich nichts zum Inhalt der Story gesagt habe: es gibt nun mal keine, sorry. Positive Aspekte? Irgendwann ist der Film zu Ende…
1/10
Ferner liefen 1
Da ich heute gesundheitlich angeschlagen bin (Symptome deuten laut Google Recherche auf Herzinfarkt…lol), dachte ich mir, ich nutze die Zeit, um mehrere Filme, die ich in den letzten Wochen gesehen habe, die aber eine längere Kritik nicht wert wären, kurz abzuhandeln.
Underworld III
Werwolf Romeo trifft auf Vampir Julia in mittelalterlicher Underworld. Eine nennenswerte Story gibt es nicht, die Hauptdarstellerin spielt unterirdisch – vermutlich um dem Filmtitel ihre Referenz zu erweisen – und spätestens ab der zweiten Hälfte des Films sollte man das fehlen jeglicher Logik einfach akzeptieren. Trotzdem fand ich den Film überraschend unterhaltsam. Vielleicht liegt es daran, dass ich nach dem desaströsen zweiten Teil meine Erwartungshaltung ganz nach unten geschraubt hatte, aber im Prinzip liefert der Film das was er liefern soll: schnörkellose Fantasy Action mit einem guten Schuss Atmosphäre. Fantasy ist halt einfach kein Genre, das einen Citizen Kane nach dem anderen liefert (das war „Der Herr der Ringe“ übrigens auch nicht).
6/10
Slumdog Millionär
Okay, ihr werdet euch jetzt fragen, weshalb ich ausgerechnet diesem Film keine längere Kritik gönne. Nun, ich denke in den letzten Wochen wurde so viel über Danny Boyles Oscarabräumer geschrieben – positiv wie negativ – das es mittlerweile einfach uninteressant wäre, mehr als einen kurzen Abriss der eigenen Meinung zu liefern. Machen wir es kurz und schmerzlos: der Film ist gut. Es handelt sich um klassisches Hollywoodkino vom feinsten (lustige Sache, wenn man bedenkt, dass es eigentlich sich um einen Independentfilm handelt). Es kommt also eigentlich ganz darauf an, ob man Hollywoodkino mag. Fragt euch also selber: will ich einen Film sehen, der mir das Gefühl gibt, dass jeder seinen Weg gehen kann, egal, wie steinig er sein mag(Boyle hat die Geschichte im Nachhinein als eine Art Rocky Story bezeichnet)? Will ich einen Film sehen, der mir das Gefühl gibt, dass die Liebe am Ende siegt? Falls ihr diese Fragen mit ja beantwortet, dann ist Slumdog Millionär euer Film des Jahres.
8/10
Punisher Warzone
Frank Castle ist angepisst, weil böse Buben seiner Familie schlimme Dinge angetan haben. Es werden Menschen sterben – sehr viele Menschen. Das quasi Sequel zum äußerst lahmen Punisher von 2004 versucht alles besser als der Vorgänger zu machen und macht stattdessen alles schlechter. Diesmal spielt Ray Stevenson den Punisher, d.h. eigentlich scheint er Steven Segal zu spielen, der versucht den Punisher zu spielen – zumindest lässt Stevensons ausgefeilte Mimik diesen Schluss zu. Der Grad der Gewaltverherrlichung ist dabei nicht mehr zu steigern. Da schmeißt der Punisher schon mal einen Wehrlosen von einem Hochhaus, um ihn auf einem Zaunpfahl aufzuspießen und springt dann hinterher(!) um ihn auch noch das Genick zu brechen. Sehr schön ist auch die Bestrafung eines fetten, glatzköpfigen Rockers, der einfach nur auf dem Boden eines Fahrstuhls sitzt – vermutlich hatte er den Kopfschuss wegen seines Übergewichts verdient. Ich glaube es erübrigt sich, darauf hinzuweisen, dass das Skript, die Inszenierung usw, allesamt nicht gerade berauschend sind.
3/10
The International
Clive Owen packt die böseste Bank der Welt an ihren Eiern. Die Story hat zugegebenermaßen einen naiven Touch, aber das gleicht der Film relativ gut aus. Die Darsteller machen ordentliche Arbeit (bei Owen reicht allein die Leinwandpräsenz), Regisseur Tykwer hat den Film einwandfrei in Szene gesetzt und das Ergebnis unterhält. Was will man mehr. Wer mal wieder einen halbwegs guten Thriller sehen will, bitteschön. Naja, andererseits fehlt dem Film dann doch der letzte Biss und das Thema hätte sicherlich auch wesentlich mehr hergegeben, als der Film daraus gemacht hat.
7/10
Genug…sollte das mein letzter Eintrag in diesem Blog sein, war es wohl doch ein Herzinfarkt.



