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Wo der Hass hinfällt 1
Es wird wirklich Zeit, dass ich mal wieder etwas poste, das nichts mit den Stylebook Clips zu tun hat.
Public Enemies
Die Bewertung von Michael Manns Film über John Dillinger, den berüchtigsten Bankräuber der USA in den dreißiger Jahren, bereitet mir ehrlich gesagt etwas Kopfschmerzen. Ich mag den Film zwar, aber es spricht einfach sehr viel gegen ihn.
Da wäre das Drehbuch, das mehr als eine Schwäche hat. So bleiben z.B. die meisten Figuren nicht mehr als gesichtslose Stichwortgeber für Hauptdarsteller Johnny Depp (der übrigens anständige Arbeit abliefert). Eine Schwäche die dem dramaturgisch schludrigen Aufbau des Skripts geschuldet ist. Es bietet im Prinzip einfach nur ein “Best Of” aus diesem speziellen Lebensabschnitt Dillingers (eine Krankheit an der die meisten Biopics leiden) ohne einen stimmigen Handlungsbogen zu erzeugen. Viel schlimmer finde ich aber fast noch wie inkonsequent Mann sein eigenes Konzept umsetzt. Auf der einen Seite setzt er auf Pseudo-Realismus (eine digitale Wackelkamera klebt auf sehr gewöhnungsbedürftige Weise an den Geschehnissen – was aber manches Mal sehr eindringlich wirkt), um den Zuschauer dann auf der anderen Seite mit kitschiger Filmmusik und anderen Hollywoodklischees zu belästigen.
Tja, Public Enemies ist ein “Ein-paar-starke-Szenen-Film”. Soll heißen der Film lebt von einigen mitreißenden Szenen, die den Zuschauer dazu motivieren den “Rest” auszuhalten…
5/10
Coraline
Hinter einer kleinen Tür lernt die gelangweilte Coraline ihre “andere” Mutter (mit den Knopfaugen) kennen. Doch alsbald stellt sich die Frage, ob die andere Mutter etwas zum lieben will oder doch nur etwas zum Essen.
Zuerst einmal sei gesagt, dass ich nicht ganz nachvollziehen kann, wie dieses moderne Horrormärchen nach dem Buch von Neil Gaiman eine Altersfreigabe ab 6 Jahren erhalten konnte. Klar, es handelt sich um ein Stop-Motion Trickfilm (Trickfilme sind ja immer für Kinder, nicht wahr?) und Gaimans Vorlage findet sich normalerweise auch eher in der Jugendabteilung der Büchereien, aber ab sechs Jahren? Sorry, da hat die FSK daneben gegriffen (ab 12 wäre sinnvoller gewesen). Die Kids im Kino waren auf jeden Fall ein gutes Stück überfordert, da haben auch die Änderungen gegenüber dem Buch, die den Ekelfaktor mancher Szenen reduzieren sollten, nichts geholfen. Im Gegenteil manche Szenen wirken in der “abgeschwächten” Variante des Films geradezu verstörender. Egal, das macht den Film ja nicht schlecht.
Fragwürdiger sind da mehr diejenigen Modifikationen am Stoff, die den Inhalt der Story betreffen. Der eine oder andere elementare Eingriff in die Handlung mag die Story zwar dramaturgisch betrachtet “besser” machen, nimmt der Story aber das gewisse Gaimansche etwas und ersetzt es durch uninspiriertes Hollywoodkino. Aber gut, das ist auch eine Frage des perönlichen Geschmacks, den Gaimans Vorlage ist zugegebenermaßen etwas “unrund”. Zum größten Teil wird der Film der Vorlage ja aber auch gerecht.
Hmm, ein schön bizarrer Film, aber manchmal weder Fisch noch Fleisch. Dennoch einen Kinobesuch wert…
7/10



