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Richtigstellung: Punisher Comics
Vor ein paar Wochen ließ ich mich in meiner Kurzkritik zu Punisher Warzone zu der Aussage hinreißen, dass die Comics, die dem Film als Vorlage dienten, Mist seien. Eine Aussage die einen Sturm der Entrüstung auslöste (okay, ich bekam eine einzige Email von Moritz), weswegen ich versprach mir eben jene Comics anzuschauen und gegebenenfalls meine Aussage zu korrigieren. Ich hab‘ mir also einige Ausgaben von Garth Ennis Version des Punishers besorgt und gelesen. Mein Fazit:
Die Comics, die unter dem Label „MAX“ veröffentlicht wurden, sind tatsächlich überraschend unterhaltsam und entbehren nicht eines gewissen Anspruchs (nein, es ist nicht mit Jane Austen zu vergleichen). Von einem Autor wie Garth Ennis hätte ich auch nicht weniger erwartet. Allerdings muss ich sagen, dass auch Ennis Version keineswegs kohärent die Motivation des Punishers erklärt. In einigen Ausgaben wird der Punisher als Person dargestellt, die aus einem höheren Prinzip heraus tötet. In anderen wiederum muss Vietnam als Auslöser herhalten – eine Variante die Ennis aber selbst in „The Tyger“ in Frage stellt und stattdessen auf die traumatische Kindheit von Frank Castle verweist. Aber alle diese Erklärungen werden dann in dem in der Zukunft spielenden „The End“ über Bord geworfen: hier ist der Punisher ein Massenmörder, der zwar etwas von Prinzipien brabbeln mag, aber tatsächlich einfach nur seelisch gestört ist. Der verantwortliche Zeichner Richard Corben geht sogar soweit, dass er Castles Gesicht in einem der letzten Bilder zu der Fratze von Horrorfilm Ikone Michael Myers verzerrt. Aber gut, das ändert nicht wirklich etwas an der Qualität der Comics, denen ich, je nach Ausgabe, fünf bis acht von zehn möglichen Punkten geben würde.
Eines sei aber klargestellt: an meiner Bewertung des Films ändern die Comics nichts. Der Film bleibt in meinen Augen Schrott. Es gibt zwar Überschneidungen zwischen Comic und Film, doch der Comic ist dem Film in allen Belangen überlegen und wo der Comic hart an der Grenze des Vertretbaren ist, scheitert der Film sang und klanglos.
Ferner liefen 1
Da ich heute gesundheitlich angeschlagen bin (Symptome deuten laut Google Recherche auf Herzinfarkt…lol), dachte ich mir, ich nutze die Zeit, um mehrere Filme, die ich in den letzten Wochen gesehen habe, die aber eine längere Kritik nicht wert wären, kurz abzuhandeln.
Underworld III
Werwolf Romeo trifft auf Vampir Julia in mittelalterlicher Underworld. Eine nennenswerte Story gibt es nicht, die Hauptdarstellerin spielt unterirdisch – vermutlich um dem Filmtitel ihre Referenz zu erweisen – und spätestens ab der zweiten Hälfte des Films sollte man das fehlen jeglicher Logik einfach akzeptieren. Trotzdem fand ich den Film überraschend unterhaltsam. Vielleicht liegt es daran, dass ich nach dem desaströsen zweiten Teil meine Erwartungshaltung ganz nach unten geschraubt hatte, aber im Prinzip liefert der Film das was er liefern soll: schnörkellose Fantasy Action mit einem guten Schuss Atmosphäre. Fantasy ist halt einfach kein Genre, das einen Citizen Kane nach dem anderen liefert (das war „Der Herr der Ringe“ übrigens auch nicht).
6/10
Slumdog Millionär
Okay, ihr werdet euch jetzt fragen, weshalb ich ausgerechnet diesem Film keine längere Kritik gönne. Nun, ich denke in den letzten Wochen wurde so viel über Danny Boyles Oscarabräumer geschrieben – positiv wie negativ – das es mittlerweile einfach uninteressant wäre, mehr als einen kurzen Abriss der eigenen Meinung zu liefern. Machen wir es kurz und schmerzlos: der Film ist gut. Es handelt sich um klassisches Hollywoodkino vom feinsten (lustige Sache, wenn man bedenkt, dass es eigentlich sich um einen Independentfilm handelt). Es kommt also eigentlich ganz darauf an, ob man Hollywoodkino mag. Fragt euch also selber: will ich einen Film sehen, der mir das Gefühl gibt, dass jeder seinen Weg gehen kann, egal, wie steinig er sein mag(Boyle hat die Geschichte im Nachhinein als eine Art Rocky Story bezeichnet)? Will ich einen Film sehen, der mir das Gefühl gibt, dass die Liebe am Ende siegt? Falls ihr diese Fragen mit ja beantwortet, dann ist Slumdog Millionär euer Film des Jahres.
8/10
Punisher Warzone
Frank Castle ist angepisst, weil böse Buben seiner Familie schlimme Dinge angetan haben. Es werden Menschen sterben – sehr viele Menschen. Das quasi Sequel zum äußerst lahmen Punisher von 2004 versucht alles besser als der Vorgänger zu machen und macht stattdessen alles schlechter. Diesmal spielt Ray Stevenson den Punisher, d.h. eigentlich scheint er Steven Segal zu spielen, der versucht den Punisher zu spielen – zumindest lässt Stevensons ausgefeilte Mimik diesen Schluss zu. Der Grad der Gewaltverherrlichung ist dabei nicht mehr zu steigern. Da schmeißt der Punisher schon mal einen Wehrlosen von einem Hochhaus, um ihn auf einem Zaunpfahl aufzuspießen und springt dann hinterher(!) um ihn auch noch das Genick zu brechen. Sehr schön ist auch die Bestrafung eines fetten, glatzköpfigen Rockers, der einfach nur auf dem Boden eines Fahrstuhls sitzt – vermutlich hatte er den Kopfschuss wegen seines Übergewichts verdient. Ich glaube es erübrigt sich, darauf hinzuweisen, dass das Skript, die Inszenierung usw, allesamt nicht gerade berauschend sind.
3/10
The International
Clive Owen packt die böseste Bank der Welt an ihren Eiern. Die Story hat zugegebenermaßen einen naiven Touch, aber das gleicht der Film relativ gut aus. Die Darsteller machen ordentliche Arbeit (bei Owen reicht allein die Leinwandpräsenz), Regisseur Tykwer hat den Film einwandfrei in Szene gesetzt und das Ergebnis unterhält. Was will man mehr. Wer mal wieder einen halbwegs guten Thriller sehen will, bitteschön. Naja, andererseits fehlt dem Film dann doch der letzte Biss und das Thema hätte sicherlich auch wesentlich mehr hergegeben, als der Film daraus gemacht hat.
7/10
Genug…sollte das mein letzter Eintrag in diesem Blog sein, war es wohl doch ein Herzinfarkt.



