Artikel-Schlagworte: „The Spirit“

‘nen guten Rutsch!

Meine Vorsätze für’s nächste Jahr sind schon ausformuliert:

1. Diesen Blog am Leben halten ;-)
2. Die Qualität meiner Beiträge steigern (so tief wie das Niveau zwischenzeitlich abgesunken ist, sollte das möglich sein :-D )
3. TiK auf die Reihe kriegen, damit ich endgültig von der Rolle des Kritikers in die Rolle des (hoffentlich reichlich) Kritisierten wechsle! :-)

Und da sich zum Ende des Jahres eine Art Jahresrückblick immer anbietet:

2009
Der beste Film: Inglourious Basterds
Der schlechteste Film: The Spirit (eigentlich von 2008, aber da er bei uns erst 2009 gestartet ist…aber Crank II war ihm dicht auf den Fersen)
Die größte Überraschung: Star Trek (wer hätte gedacht, dass dieser Film das Franchise tatsächlich wiederbeleben würde?)
Die größte Enttäuschung: Terminator – Salvation (Ganze dreißig Sekunden wirklich gut ;-) )

Der verlässlichste Regisseur: Michael Bay (wo Bay draufsteht ist Mist drin…immer! Wenigstens etwas auf das man sich in dieser schnelllebigen Zeit verlassen kann…sorry, aber ich kann das Jahr nicht ohne einen Seitenhieb gegen Bay beenden. Ich bin ein verbitterter Mensch ;-) )

Okay, diese Aufzählung ist jetzt sehr spontan erfolgt und ich habe auch nur große Produktionen berücksichtigt. Ist also sehr wahrscheinlich das ich, wenn ich länger darüber nachdenken würde, eine andere Liste erstellen würde, aber was solls…jetzt ist es in Stein gemeiselt.

Ich wünsche euch heute Abend ‘nen guten Rutsch.

Martin

Warum hasse ich…The Spirit?

Okay, mir brummt gerade der Schädel und ausnahmsweise ist daran nicht der Film schuld, den ich hier besprechen werde. Egal, es wird wirklich Zeit, dass ich mal wieder etwas poste, also schieben wir die Kopfschmerzen mal beiseite.

Einige von euch werden sich jetzt fragen, weshalb ich „The Spirit“ überhaupt noch bespreche, schließlich lief der Film bereits im Februar im Kino. Die Antwort ist relativ simpel: Die Nachfrage bestimmt das Angebot (ja, ich hab‘ auch mal ein paar Semester VWL studiert…lol). Die Anfragen bezüglich einer Kritik von Frank Millers Comicverfilmung hatten sich mittlerweile einfach derart gehäuft (ähem, es waren drei Anfragen ;-) ), dass ich die Stimme des Pöbels…äh…des Volkes nicht mehr ignorieren konnte. Ausschlaggebend war aber letztendlich eine Anfrage von Moritz, ob ich denn nicht seine Rezension veröffentlichen könnte – quasi als Gastkritik. Dem möchte ich auch umgehend nachkommen:

“Warum hasse ich… The Spirit

Der Film ist einfach schwer dämlich”.

Moritz D. aka Moe

Nachdem das geklärt ist wenden wir uns jetzt aber endlich dem Film zu – zumindest solange wir es aushalten, denn nach gut zwei Minuten (oder wie lange es auch immer gedauert hat, bis das erste Wort gesprochen wurde) will man sich wieder voller Abscheu von der Leinwand abwenden. Es lässt sich dabei sehr präzise festmachen woran der Film scheitert: an allem! Ich bin mir nicht mal sicher, ob „The Spirit“ überhaupt ein Film ist. Nach einer halben Stunde überkam mich zumindest der Verdacht, dass es sich bei der Behauptung, dass „The Spirit“ ein Spielfilm sei, um ein Missverständnis handelt, das bei der Vermarktung des Produkts entstanden sein muss. Der Spirit scheint nämlich vielmehr ein Werkzeug der Zen-Meditation zu sein. Und als solches funktioniert er perfekt. Lasst mich das illustrieren:

Nach 5 Minuten ärgert man sich wegen der dümmlichen Dialoge, die dem Gehirn eines Zwölfjährigen entsprungen zu sein scheinen. Nach 20 Minuten fühlt man sich schlecht, weil sich die anfangs interessante Kameraführung als Foltermaschine für das Auge entpuppt (Wenn „Sin City“ ein Rembrandt wäre, dann wäre “The Spirit” Malen-nach-Zahlen mit einer Bohrmaschine). Nach 35 Minuten fühlt man dann wie sich der Kopf langsam leert. Die „High Scool Musical“ Rückblende gibt unseren Synapsen einfach den Rest. Eine Stimme sagt: “Wehre dich nicht. Lass’ es einfach geschehen.” Gedanken ziehen vorbei und kommen nicht wieder, bis man nach gut 70 Minuten nicht einfach nur jegliches Denken eingestellt hat. Da macht es im Nachhinein absolut Sinn, dass all die verdienten Schauspieler wie Knallchargen agieren. Man will uns eben nicht aus unserer Meditation reißen, schließlich befindet man sich auf einer anderen Bewusstseinsebene. Man ist die Leinwand, sozusagen…wer’s braucht.

Um “The Spirit” etwas Gutes abzugewinnen müsste man nicht beide Augen zudrücken…man müsste sie schon zunähen. Selbst die immer wieder anklingende Selbstironie kann den Film nicht vor dem Totalausfall bewahren. Ach und falls sich jemand wundert, dass ich nichts zum Inhalt der Story gesagt habe: es gibt nun mal keine, sorry. Positive Aspekte? Irgendwann ist der Film zu Ende…


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