Artikel-Schlagworte: „wolverine“

Vorsicht vor dem Fan

Bin gerade über einen Clip auf cinematical.com gestolpert, den ich als faszinierend, kurios und irgendwie beängstigend beschreiben würde. Mein Fazit: das öffentliche Kritisieren des Wolverine Films sollte mit größter Vorsicht betrieben werden…man kann nie wissen, ob einem nicht ein psychotischer Fan mit überragenden Heimwerkerqualitäten gegenüber steht.

Clip

Der Kerl macht sich in diesem Clip gelinde gesagt lächerlich, aber wer würde ihm das ins Gesicht sagen? ;)

Ferner Liefen 3

Crank 2

Chev Chelios rennt seinem Herz hinterher (nein, das ist keine Metapher) und legt dabei die halbe Stadt um.

Crank war ein dämlicher, doch unterhaltsamer Film. Bei Crank 2 hatten sich die Macher nun offensichtlich vorgenommen, den ersten Teil in allen Belangen zu übertreffen. Das ist ihnen auch zum Teil „gelungen“. Crank 2 ist nämlich tatsächlich wesentlich dämlicher als der erste Teil geraten. Leider hat sich das nicht gerade positiv auf den Unterhaltungswert ausgewirkt. Kurz gesagt: der Film ist infantil und langweilig. Ja, langweilig! Sicher, es wird im Sekundentakt geprügelt, geschossen und gevögelt, doch ohne den Hauch einer Story, und der Film hat nun mal keine, packen einen die Geschehnisse einfach nicht. Da müssen sich Kinobesucher mit schwacher Blase keine Sorgen machen, wenn sie mal kurz das Örtchen aufsuchen: sie verpassen garantiert nichts, weil sich der Film im Prinzip die ganze Zeit wiederholt. Crank 2 hat insofern viel Ähnlichkeit mit einem Porno (auf die er ja auch ständig verweist), denn irgendwie wünscht man sich die ganze Zeit vorspulen zu können, um schneller zu den „interessanten“ Szenen zu gelangen. Wenn ich 14 und Jungfrau wäre (das dürfte wohl die Zielgruppe von Crank 2 sein), würde ich diesen Film vielleicht amüsant finden, aber so…

Pluspunkte kann der Film nur bei der Montage sammeln. Deren Konzept ist zwar mittlerweile auch nicht mehr originell, dafür aber wenigstens sauber und stimmig umgesetzt.


2/10

X-Men Origins: Wolverine

Wie kam der Mann mit dem Backenbart zu seinen glänzenden Klingen? X-Men Origins: Wolverine klärt uns auf.

Eigentlich gibt es über den Film nicht viel zu sagen. Die Inszenierung von Regisseur Gavin Hood schlingert zwischen Mittelmaß und Kitsch (Jetzt mal im Ernst: wie viele Einstellungen, in denen der Held, ob seiner Trauer, schreiend die Fäuste gen Himmel reckt, kann man dem Publikum heutzutage noch aufdrücken?) und das Drehbuch erweckt mit seiner Einfallslosigkeit und den schwachen Twists den Eindruck, dass der Autorenstreik noch anhält. Trotzdem hat der Film einen überraschend hohen Unterhaltungswert. Die Chemie zwischen Hugh Jackman und Liev Schreiber stimmt einfach. Was Drehbuch und Inszenierung dem Zuschauer vorenthalten, erschaffen die Beiden durch Leinwandpräsenz. Der Film wird deswegen zwar noch nicht zu einem Meisterwerk, aber immerhin vor dem Absturz gerettet.

Zwischenzeitlich hat sich übrigens geklärt, weswegen der Verleiher der Presse im Vorfeld einen Maulkorb verpasst hatte…die Kinoversion unterscheidet sich scheinbar nicht – sieht man mal von Effekten und Musik ab – von dem im Netz zirkulierenden Workprint.


6/10

Filmpiraterie: Die Industrie kriegt was sie verdient 2

Marketing

Um zu verstehen welche Rolle das Marketing spielt versetzen wir uns jetzt in einen beliebigen Produzenten, z.B. Jerry Bruckheimer. Nehmen wir an Jerry hat gerade Transformers 15 produziert und muss sich nun eingestehen, dass der Film der absolute Tiefpunkt der Reihe ist. Wie kann er diesen Schrott nur ans Publikum bringen, fragt er sich. Da Jerry nicht auf den Kopf gefallen ist, weiß er natürlich was sein größtes Problem ist: Information. Er muss verhindern, dass der potenzielle Zuschauer die Möglichkeit erhält, sich ein realistisches Bild von dem Film zu machen. Als erstes bringt er also die Kritiker unter seine Kontrolle. Die Wankelmütigen werden mit Werbegeschenken bestochen, die Ängstlichen mit Vertragsklauseln geknebelt und die Unangenehmen einfach nicht zu den Pressevorführungen eingeladen. Schon ist die Presse ausgeschaltet. Jetzt muss er aber auch noch die Mundpropaganda verhindern.

Mundpropaganda – da läuft Jerry ein Schauer über den Rücken. Wie soll man die verhindern? Spätestens, wenn der Film ein oder zwei Wochen gelaufen ist, hat sich herum gesprochen von welch fragwürdiger Qualität er ist. Hmm, großes Problem…aber auch hier findet Jerry eine geniale Lösung. Er muss einfach dafür sorgen, dass sich das Hauptgeschäft auf das erste Wochenende des Filmstarts verlagert. Schafft er es die Menschen davon zu überzeugen, dass sie den Film sofort sehen müssen, kann selbst ein mieser Film Profit abwerfen, denn bis es sich herumgesprochen hat, wie schlecht der Film ist, hat ihn ja schon jeder gesehen. Wir beginnen daher damit den Zuschauer mit Werbung zu bombardieren.

Allein die Oscarkampagne eines Blockbusters kostet in der Regel etwa 10-15 Millionen Dollar – soviel wie die gesamte Slumdog Millionär Produktion! Nun stellt euch einmal vor welche Summen für die internationale Bewerbung solcher Filme ausgegeben werden. Dreamgirls hatte Produktionskosten von etwa 75 Millionen Dollar. Das Werbebudget für diesen Film betrug allerdings weitere 40 Millionen! Und das bei einem Film der nicht gerade das darstellt, was man unter einem Blockbuster versteht. (Kann es einen bei diesen Zahlen noch verwundern, dass es, nachdem ich Filmhass gestartet habe, nur zwei Wochen dauerte, bis ich das erste Mal von einer PR Firma angeschrieben wurde? Ich habe keine Ahnung wie ich in den jeweiligen Verteilern gelandet bin.)

Um den Werbeeffekt zu maximieren muss Jerry aber auch die Kinosäle kontrollieren. Wir starten einen Film daher nicht etwa auf 1331 Leinwänden (E.T., 2. Juli 1982) und steigern die Anzahl bei zunehmenden Erfolg, sondern bringen ihn direkt mit 4000 Vorführkopien (X-Men Origins: Wolverine, 1. Mai 2009) auf den Markt.

Aber dazu mehr beim nächsten Mal…

Verschiedene Enden für Wolverine

Die Macher von X-Men Origins: Wolverine haben sich eine etwas schräge Idee zur Bekämpfung der Filmpiraterie einfallen lassen: Der Film soll mit verschiedenen Enden an die Kinos ausgeliefert werden. Soll heißen, dass die Vorführkopien sich von Kino zu Kino in den Szenen die nach(!) den Credits laufen unterscheiden. Wie viele Versionen es letztlich geben wird, ist bisher nicht bekannt.

Stellt sich die Frage, ob sich auf diese Weise tatsächlich der Griff zur Raubkopie verhindern lässt. Wie viele Zuschauer bleiben denn in der Regel bis zum Ende der Credits sitzen? Und selbst wenn es den Leuten bekannt wäre, dass es diese zusätzlichen Szenen gibt, ergibt sich daraus noch keine sonderliche Motivation ins Kino zu gehen. Die wenigsten Raubkopierer würden wohl wegen 30 Sekunden mehr Film acht oder neun Euro zahlen.

Hört sich eher nach einem netten Gimmick für die Super-Duper-Extra-Spezial-Platin-Gold-Sammler DVD an.

(via)

Szenen nach dem Abspann

Cinekie hat auf seinem Blog ein Projekt gestartet, das Szenen, die nach dem Abspann eines Filmes laufen, sammelt. Keine schlechte Idee, wie ich finde. Ich hab mich deshalb in diesem Zusammenhang ein wenig schlau gemacht und bin dabei auf die englischsprachige Seite Moviestinger gestoßen. Neben Szenen nach dem Abspann sammelt diese Seite auch Szenen die während des Abspanns laufen, aber auch z.B. Videospiele werden berücksichtigt.

Die Seite ist so aktuell, das sie immerhin schon die Abspannszene von X-Men Origins: Wolverine auflistet…nicht schlecht bei einem Film den es bisher nur als illegalen Workprint zu sehen gibt ;)

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