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Ferner Liefen 3
Crank 2
Chev Chelios rennt seinem Herz hinterher (nein, das ist keine Metapher) und legt dabei die halbe Stadt um.
Crank war ein dämlicher, doch unterhaltsamer Film. Bei Crank 2 hatten sich die Macher nun offensichtlich vorgenommen, den ersten Teil in allen Belangen zu übertreffen. Das ist ihnen auch zum Teil „gelungen“. Crank 2 ist nämlich tatsächlich wesentlich dämlicher als der erste Teil geraten. Leider hat sich das nicht gerade positiv auf den Unterhaltungswert ausgewirkt. Kurz gesagt: der Film ist infantil und langweilig. Ja, langweilig! Sicher, es wird im Sekundentakt geprügelt, geschossen und gevögelt, doch ohne den Hauch einer Story, und der Film hat nun mal keine, packen einen die Geschehnisse einfach nicht. Da müssen sich Kinobesucher mit schwacher Blase keine Sorgen machen, wenn sie mal kurz das Örtchen aufsuchen: sie verpassen garantiert nichts, weil sich der Film im Prinzip die ganze Zeit wiederholt. Crank 2 hat insofern viel Ähnlichkeit mit einem Porno (auf die er ja auch ständig verweist), denn irgendwie wünscht man sich die ganze Zeit vorspulen zu können, um schneller zu den „interessanten“ Szenen zu gelangen. Wenn ich 14 und Jungfrau wäre (das dürfte wohl die Zielgruppe von Crank 2 sein), würde ich diesen Film vielleicht amüsant finden, aber so…
Pluspunkte kann der Film nur bei der Montage sammeln. Deren Konzept ist zwar mittlerweile auch nicht mehr originell, dafür aber wenigstens sauber und stimmig umgesetzt.
2/10
X-Men Origins: Wolverine
Wie kam der Mann mit dem Backenbart zu seinen glänzenden Klingen? X-Men Origins: Wolverine klärt uns auf.
Eigentlich gibt es über den Film nicht viel zu sagen. Die Inszenierung von Regisseur Gavin Hood schlingert zwischen Mittelmaß und Kitsch (Jetzt mal im Ernst: wie viele Einstellungen, in denen der Held, ob seiner Trauer, schreiend die Fäuste gen Himmel reckt, kann man dem Publikum heutzutage noch aufdrücken?) und das Drehbuch erweckt mit seiner Einfallslosigkeit und den schwachen Twists den Eindruck, dass der Autorenstreik noch anhält. Trotzdem hat der Film einen überraschend hohen Unterhaltungswert. Die Chemie zwischen Hugh Jackman und Liev Schreiber stimmt einfach. Was Drehbuch und Inszenierung dem Zuschauer vorenthalten, erschaffen die Beiden durch Leinwandpräsenz. Der Film wird deswegen zwar noch nicht zu einem Meisterwerk, aber immerhin vor dem Absturz gerettet.
Zwischenzeitlich hat sich übrigens geklärt, weswegen der Verleiher der Presse im Vorfeld einen Maulkorb verpasst hatte…die Kinoversion unterscheidet sich scheinbar nicht – sieht man mal von Effekten und Musik ab – von dem im Netz zirkulierenden Workprint.
6/10
Verschiedene Enden für Wolverine
Die Macher von X-Men Origins: Wolverine haben sich eine etwas schräge Idee zur Bekämpfung der Filmpiraterie einfallen lassen: Der Film soll mit verschiedenen Enden an die Kinos ausgeliefert werden. Soll heißen, dass die Vorführkopien sich von Kino zu Kino in den Szenen die nach(!) den Credits laufen unterscheiden. Wie viele Versionen es letztlich geben wird, ist bisher nicht bekannt.
Stellt sich die Frage, ob sich auf diese Weise tatsächlich der Griff zur Raubkopie verhindern lässt. Wie viele Zuschauer bleiben denn in der Regel bis zum Ende der Credits sitzen? Und selbst wenn es den Leuten bekannt wäre, dass es diese zusätzlichen Szenen gibt, ergibt sich daraus noch keine sonderliche Motivation ins Kino zu gehen. Die wenigsten Raubkopierer würden wohl wegen 30 Sekunden mehr Film acht oder neun Euro zahlen.
Hört sich eher nach einem netten Gimmick für die Super-Duper-Extra-Spezial-Platin-Gold-Sammler DVD an.
(via)



